Inhalt Der Prophet Jeremia

11Dies sind die Worte Jeremias, des Sohnes Hilkijas, aus dem Priestergeschlecht zu Anatot im Lande 5.Mose 33,12 Benjamin. 2Zu ihm geschah das Wort des HERRN zur Zeit Josias, des Sohnes Amons, des Königs von Juda, im dreizehnten Jahr seiner Herrschaft, 3und hernach zur Zeit Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs von Juda, bis ans Ende des elften Jahres 2.Könige 24,172.Könige 25,2 Zedekias, des Sohnes Josias, des Königs von Juda, bis Jerusalem weggeführt wurde im fünften Monat. 4Und des HERRN Wort geschah zu mir: 5Ich kannte dich, ehe ich dich im Mutterleibe bereitete, und Jesaja 49,1Galater 1,15 sonderte dich aus, ehe du von der Mutter geboren wurdest, und bestellte dich zum Propheten für die Völker. 6Ich aber sprach: Ach, Herr HERR, 2.Mose 4,10Jesaja 6,5 ich tauge nicht zu predigen; denn ich bin zu jung. 7Der HERR sprach aber zu mir: Sage nicht: „Ich bin zu jung“, sondern du sollst gehen, wohin ich dich sende, und predigen alles, was ich dir gebiete. 8Fürchte dich nicht vor ihnen; denn 2.Mose 3,12 ich bin bei dir und will dich erretten, spricht der HERR. 9Und der HERR streckte seine Hand aus und rührte meinen Mund an und sprach zu mir: Siehe, 2.Mose 4,12 ich lege meine Worte in deinen Mund. 10Siehe, ich setze dich heute über Völker und Königreiche, daß du Jeremia 18,7 ausreißen und einreißen, zerstören und verderben sollst und bauen und pflanzen.

11Und es geschah des HERRN Wort zu mir: Jeremia, was siehst du? Ich sprach: Ich sehe einen erwachenden Zweig. 12Und der HERR sprach zu mir: Du hast recht gesehen; denn Jeremia 31,28 ich will wachen über meinem Wort, daß ich's tue.

13Und es geschah des HERRN Wort zum zweitenmal zu mir: Was siehst du? Ich sprach: Ich sehe einen siedenden Kessel überkochen von Norden her. 14Und der HERR sprach zu mir: Jeremia 4,6Jeremia 6,1Jeremia 10,22Jeremia 25,9Jeremia 50,41 Von Norden her wird das Unheil losbrechen über alle, die im Lande wohnen. 15Denn siehe, ich will rufen alle Völker der Königreiche des Nordens, spricht der HERR, daß sie kommen sollen und ihre Throne setzen vor die Tore Jerusalems und rings um die Mauern her und vor alle Städte Judas. 16Und ich will mein Gericht über sie ergehen lassen um all ihrer Bosheit willen, daß sie mich verlassen und andern Göttern opfern und ihrer Hände Werk anbeten. 17So gürte nun deine Lenden und mache dich auf und predige ihnen alles, was ich dir gebiete. Erschrick nicht vor ihnen, auf daß ich dich nicht erschrecke vor ihnen! 18Denn ich will dich heute zur festen Stadt, zur eisernen Säule, zur Jeremia 15,20Hesekiel 3,8 ehernen Mauer machen im ganzen Lande wider die Könige Judas, wider seine Großen, wider seine Priester, wider das Volk des Landes, 19daß, wenn sie auch wider dich streiten, sie dir dennoch nichts anhaben können; denn ich bin bei dir, spricht der HERR, daß ich dich errette.

2Das untreue Gottesvolk
1Und des HERRN Wort geschah zu mir: 2Geh hin und predige öffentlich der Stadt Jerusalem und sprich: So spricht der HERR: Ich gedenke der Treue deiner Jugend und der Liebe deiner Brautzeit, wie du mir folgtest Hosea 2,16Hosea 13,5 in der Wüste, im Lande, da man nicht sät. 3Da war Israel 2.Mose 28,36 dem HERRN heilig, die Amos 6,1Jakobus 1,18 Erstlingsfrucht seiner Ernte. Wer davon essen wollte, machte sich schuldig, und Unheil mußte über ihn kommen, spricht der HERR.

4Hört des HERRN Wort, ihr vom Hause Jakob und alle Geschlechter vom Hause Israel! 5So spricht der HERR: Micha 6,3 Was haben doch eure Väter Unrechtes an mir gefunden, daß sie von mir wichen und hingen den nichtigen Götzen an und wurden so zunichte, 6und dachten niemals: Wo ist der HERR, der uns aus Ägyptenland führte und 5.Mose 8,15 leitete uns in der Wüste, im wilden, ungebahnten Lande, im dürren und finstern Lande, im Lande, das niemand durchwandert und kein Mensch bewohnt? 7Und ich brachte euch in ein fruchtbares Land, 5.Mose 1,25 daß ihr äßet seine Früchte und Güter. Aber als ihr hineinkamt, Richter 2,1 machtet ihr mein Land unrein und mein Eigentum mir zum Greuel. 8Die Priester fragten nicht: Wo ist der HERR?, und die Hüter des Gesetzes achteten meiner nicht, und die Hirten des Volks wurden mir untreu, und die Propheten weissagten im Namen des Baal und hingen den Götzen an, die nicht helfen können. 9Darum muß ich noch weiter mit euch und mit euren Kindeskindern rechten, spricht der HERR.

10Denn geht hin zu den Inseln der Kittäer und schaut, und sendet nach Kedar und gebt genau acht und schaut, ob's daselbst so zugeht: 11ob die Heiden ihre Götter wechseln, die doch keine Götter sind. Aber mein Volk hat Römer 1,23 seine Herrlichkeit eingetauscht gegen einen Götzen, der nicht helfen kann! 12Entsetze dich, Himmel, darüber, erschrick und erbebe gar sehr, spricht der HERR. 13Denn mein Volk tut eine zwiefache Sünde: mich, Jeremia 17,13Psalm 36,10Johannes 7,38 die lebendige Quelle, verlassen sie und machen sich Zisternen, die doch rissig sind und kein Wasser geben.

14Ist denn Israel ein Sklave oder unfrei geboren, daß er jedermanns Raub sein darf? 15Jeremia 4,7 Löwen brüllen über ihm, brüllen laut und verwüsten sein Land, und seine Städte werden verbrannt, so daß niemand darin wohnt. 16Dazu scheren die Leute von Jeremia 44,1 Memfis und Tachpanhes dir den Kopf kahl. 17Das alles hast du dir doch selbst bereitet, weil du den HERRN, deinen Gott, verläßt, sooft er dich den rechten Weg leiten will. 18Was hilft's dir, daß du nach Ägypten ziehst und willst vom Nil trinken? Und was hilft's dir, daß du nach Assyrien ziehst und willst vom Euphrat trinken? 19Deine Bosheit ist schuld, daß du so geschlagen wirst, und dein Ungehorsam, daß du so gestraft wirst. Und du mußt innewerden und erfahren, was es für Jammer und Herzeleid bringt, den HERRN, deinen Gott zu verlassen und ihn nicht zu fürchten, spricht Gott, der HERR Zebaoth.

20Denn von jeher hast du dein Joch zerbrochen und deine Bande zerrissen und gesagt: Ich will nicht unterworfen sein! Sondern Jesaja 57,5Hesekiel 6,13 auf allen hohen Hügeln und unter allen grünen Bäumen triebst du Hurerei. 21Ich aber Psalm 80,9 hatte dich gepflanzt als einen edlen Weinstock, ein ganz echtes Gewächs. Jesaja 5,1 Wie bist du mir denn geworden zu einem schlechten, wilden Weinstock? 22Und wenn du dich auch mit Lauge wüschest und nähmest viel Seife dazu, so bleibt doch der Schmutz deiner Schuld vor mir, spricht Gott der HERR.

23Wie wagst du denn zu sagen: Ich bin nicht unrein, ich habe mich nicht an die Baale gehängt? Sieh doch, wie du es treibst im Tal, und bedenke, was du getan hast! Du läufst umher wie eine Kamelstute in der Brunst, 24wie eine Wildeselin in der Wüste, wenn sie vor großer Brunst lechzt und läuft, daß niemand sie aufhalten kann. Wer sie haben will, muß nicht weit laufen; er trifft sie bald in dieser Zeit. 25Schone doch deine Füße, daß sie nicht wund werden, und deine Kehle, daß sie nicht durstig werde. Aber du sprichst: Da wird nichts draus; ich muß diese Fremden lieben und ihnen nachlaufen.

26Wie ein Dieb zuschanden wird, wenn man ihn ergreift, so wird das Haus Israel zuschanden werden samt seinen Königen, Fürsten, Priestern und Propheten, 27die zum Holz sagen: „Du bist mein Vater“ und zum Stein: „Du hast mich geboren“. Denn Jeremia 7,24Jeremia 18,17Jeremia 32,33 sie kehren mir den Rücken zu und nicht das Angesicht. Aber wenn die Not über sie kommt, sprechen sie: „Auf und hilf uns!“ 285.Mose 32,37Richter 10,14 Wo sind denn deine Götter, die du dir gemacht hast? Laß sie aufstehen; laß sehen, ob sie dir helfen können in deiner Not! Denn Jeremia 11,13 so viel Städte, so viel Götter hast du, Juda.

29Wie könnt ihr rechten mit mir? Ihr seid alle von mir abgefallen, spricht der HERR. 30Alle Jesaja 1,5 meine Schläge sind vergeblich an euren Söhnen, sie lassen sich doch nicht erziehen; Matthäus 5,12Matthäus 22,6Matthäus 23,37Markus 12,5 euer Schwert frißt eure Propheten wie ein wütender Löwe.

31Du böses Geschlecht, merke auf des HERRN Wort! Bin ich denn für Israel eine Wüste oder ödes Land? Warum spricht denn mein Volk: „Wir sind freie Herren und brauchen dir nicht mehr nachzulaufen“? 32Vergißt wohl eine Jungfrau ihren Schmuck oder eine Braut ihren Schleier? Mein Volk aber vergißt mich seit endlos langer Zeit. 33Wie fein findest du Wege, dir Liebhaber zu suchen! Darum hast du dich auch gewöhnt, auf bösen Wegen zu wandeln. 34Auch findet man an deinen Kleidern Jeremia 26,202.Mose 23,7 das Blut von Armen und Unschuldigen, die du nicht beim Einbruch ertappt hast, sondern die alledem widerstanden. 35Und doch sprichst du: Ich bin unschuldig; Jesaja 43,25 er hat ja doch seinen Zorn von mir gewandt. Siehe, ich will dich richten, weil du sprichst: Ich habe nicht gesündigt. 36Was läufst du denn so leichtfertig bald dahin, bald dorthin! Auch 2.Könige 23,33Jesaja 30,3 an Ägypten wirst du zuschanden werden, wie du an Assyrien zuschanden geworden bist. 37Denn du mußt auch von dort wegziehen und deine Hände über dem Kopf zusammenlegen; denn der HERR hat sie verworfen, auf die du deine Hoffnung setztest, und es wird dir nicht mit ihnen gelingen.

31Und er sprach: 5.Mose 24,1 Wenn sich ein Mann von seiner Frau scheidet und sie geht von ihm und gehört einem andern, darf er sie auch wieder annehmen? Ist's nicht so, daß das Land unrein würde? Du aber hast mit vielen gehurt und solltest wieder zu mir kommen? spricht der HERR. 2Hebe deine Augen auf zu den Höhen und sieh, wo du allenthalben dich preisgegeben hast! An den Wegen sitzt du und lauerst auf sie wie ein Araber in der Wüste und machst das Land unrein mit deiner Hosea 4,13 Hurerei und Bosheit. 3Darum muß auch der Frühregen ausbleiben, und kein Spätregen kommt. Aber du hast eine Hurenstirn, du willst dich nicht mehr schämen 4und schreist jetzt zu mir: Jeremia 3,19Jeremia 31,9Jesaja 63,16 „Lieber Vater, du Vertrauter meiner Jugend! 5Willst du denn ewiglich zürnen und nicht vom Grimm lassen?“ Siehe, so redest du und tust Böses und lässest dir nicht wehren.

Schuldspruch und Verheißung über Israel und Juda
6Und der HERR sprach zu mir zur Zeit des Königs Josia: Hast du gesehen, was Israel, die Abtrünnige, tat? Sie ging hin Jeremia 2,20 auf alle hohen Berge und unter alle grünen Bäume und trieb dort Hurerei. 72.Könige 17,18Hesekiel 23,2 Und ich dachte, nachdem sie das alles getan, würde sie zu mir zurückkehren. Aber sie kehrte nicht zurück. Und obwohl ihre Schwester Juda, die Treulose, gesehen hat, 8wie ich Israel, die Abtrünnige, wegen ihres Ehebruchs gestraft und sie entlassen und ihr einen Scheidebrief gegeben habe, scheut sich dennoch ihre Schwester, das treulose Juda, nicht, sondern geht hin und treibt auch Hurerei. 9Und ihre leichtfertige Hurerei hat das Land unrein gemacht; denn sie treibt Ehebruch mit Stein und Holz. 10Und auch in diesem allen bekehrt sich das treulose Juda, ihre Schwester, nicht zu mir von ganzem Herzen, sondern nur mit Heuchelei, spricht der HERR.

11Und der HERR sprach zu mir: Das abtrünnige Israel steht gerechter da als das treulose Juda. 12Geh hin und rufe diese Worte nach Norden und sprich: Kehre zurück, du abtrünniges Israel, spricht der HERR, so will ich nicht zornig auf euch blicken. Denn 2.Mose 34,6 ich bin gnädig, spricht der HERR, und will nicht ewiglich zürnen. 13Allein erkenne deine Schuld, daß du wider den HERRN, deinen Gott, gesündigt hast und bist hin- und hergelaufen zu den fremden Göttern unter allen grünen Bäumen, und ihr habt meiner Stimme nicht gehorcht, spricht der HERR.

14Kehrt um, ihr abtrünnigen Kinder, spricht der HERR, denn ich bin euer Herr! Und ich will euch holen, Jesaja 6,13 einen aus einer Stadt und zwei aus einem Geschlecht, und will euch bringen nach Zion. 15Und ich will euch Jeremia 23,3Jesaja 44,28Hesekiel 34,23 Hirten geben nach meinem Herzen, die euch weiden sollen in Einsicht und Weisheit. 164.Mose 10,332.Könige 25,8Hebräer 4,14 Und es soll geschehen, wenn ihr zahlreich geworden seid und euch ausgebreitet habt im Lande, so soll man, spricht der HERR, in jenen Tagen nicht mehr reden von der Bundeslade des HERRN, ihrer nicht mehr gedenken oder nach ihr fragen und sie nicht mehr vermissen; auch wird sie nicht wieder gemacht werden. 17Sondern zu jener Zeit wird man Jerusalem nennen 2.Mose 17,16 „Des HERRN Thron“, und Jesaja 2,2Micha 4,2 es werden sich dahin sammeln alle Heiden um des Namens des HERRN willen zu Jerusalem, und sie werden nicht mehr wandeln nach ihrem verstockten und bösen Herzen. 18In jenen Tagen wird das Haus Juda zum Haus Israel gehen, und Jesaja 11,11 sie werden miteinander heimkommen von Norden her in das Land, das ich euren Vätern zum Erbe gegeben habe.

19Und ich dachte: Wie will ich dich halten, 5.Mose 7,65.Mose 32,6 als wärst du mein Sohn, und dir das liebe Land geben, 5.Mose 8,7 den allerschönsten Besitz unter den Völkern! Und ich dachte, du würdest mich dann Jeremia 3,4 „Lieber Vater“ nennen und nicht von mir weichen. 20Aber das Haus Israel hat mir nicht die Treue gehalten, gleichwie ein Weib wegen ihres Liebhabers nicht die Treue hält, spricht der HERR.

Israels Umkehr
21Man hört ein klägliches Heulen und Weinen der Israeliten Jeremia 3,2 auf den Höhen, weil sie übel getan und den HERRN, ihren Gott, vergessen haben. 22Kehrt zurück, ihr abtrünnigen Kinder, so will ich euch heilen von eurem Ungehorsam.

23Siehe, wir kommen zu dir; denn du bist der HERR, unser Gott.Wahrlich, es ist ja nichts als Betrug mit den Hügeln und mit dem Lärm auf den Bergen. Wahrlich, es hat Israel keine andere Hilfe als am HERRN, unserm Gott. 24Der schändliche Baal hat gefressen, was unsere Väter erworben hatten, von unsrer Jugend an, ihre Schafe und Rinder, Söhne und Töchter. 25So müssen wir uns betten in unsere Schande, und unsre Schmach soll uns bedecken. Denn Jeremia 14,7 wir haben gesündigt wider den HERRN, unsern Gott, wir und unsere Väter, von unsrer Jugend an bis auf den heutigen Tag, und haben nicht gehorcht der Stimme des HERRN, unseres Gottes.

41Willst du dich, Israel, bekehren, spricht der HERR, so kehre dich zu mir! Und wenn du deine greulichen Götzen von meinem Angesicht wegtust, so brauchst du nicht mehr umherzuschweifen, 2und wenn du ohne Heuchelei recht und heilig 5.Mose 10,20Jesaja 65,16 schwörst: „So wahr der HERR lebt“, dann werden die Heiden in ihm gesegnet werden und sich seiner rühmen. 3Denn so spricht der HERR zu denen in Juda und zu Jerusalem: Hosea 10,12 Pflüget ein Neues und säet nicht unter die Dornen! 4Jeremia 9,255.Mose 10,16Römer 2,29Kolosser 2,11 Beschneidet euch für den HERRN und tut weg die Vorhaut eures Herzens, ihr Männer von Juda und ihr Leute von Jerusalem, auf daß nicht Jeremia 6,7 um eurer Bosheit willen mein Grimm ausfahre wie Feuer und brenne, so daß niemand löschen kann. 5Verkündet in Juda und schreit laut in Jerusalem und sprecht: „Blast die Posaune im Lande!“ Ruft mit voller Stimme und sprecht: „Sammelt euch und laßt uns in die festen Städte ziehen!“ 6Richtet in Zion ein Fluchtzeichen auf; flieht und säumet nicht! Denn ich bringe Jeremia 1,14 von Norden Unheil herzu und großen Jammer. 7Es steigt herauf der Jeremia 2,15Jeremia 5,6Jeremia 25,38Jeremia 49,19Jeremia 50,44 Löwe aus seinem Dickicht, und der Verderber der Völker hat sich aufgemacht und ist ausgezogen von seiner Stätte, dein Land zu verwüsten und deine Städte zu verbrennen, so daß niemand darin wohnt. 8Darum Jeremia 6,26 zieht den Sack an, klagt und heult; denn der grimmige Zorn des HERRN will sich nicht von uns wenden.

9Zu der Zeit, spricht der HERR, wird dem König und den Fürsten der Mut entfallen, die Priester werden bestürzt und die Propheten erschrocken sein. 10Ich aber sprach: Ach, Herr HERR, du hast dies Volk und Jerusalem sehr getäuscht, als du sagtest: „Es wird Jeremia 6,14 Friede bei euch sein“, wo doch das Schwert uns ans Leben geht!

11Zu der Zeit wird man diesem Volk und Jerusalem sagen: „Es kommt ein heißer Wind von den kahlen Höhen aus der Wüste, geraden Weges zu der Tochter meines Volks, nicht zum Worfeln noch zum Sichten.“ 12Ja, ein Wind kommt auf mein Geheiß, der ihnen zu stark sein wird; da will ich dann mit ihnen rechten. 13Siehe, er fährt daher wie Wolken, und seine Wagen sind wie ein Sturmwind, seine Rosse sind schneller als Adler. Weh uns! Wir sind verloren! 14So Jeremia 6,8Jesaja 1,16 wasche nun, Jerusalem, dein Herz von der Bosheit, auf daß dir geholfen werde. Wie lange wollen bei dir bleiben deine heillosen Gedanken?

15Horch! Es kommt ein Geschrei von Dan her und eine böse Botschaft vom Gebirge Ephraim. 16Saget an den Völkern, verkündet in Jerusalem: Belagerer kommen aus fernen Landen und erheben Kriegsgeschrei gegen die Städte Judas. 17Sie werden sich Jeremia 1,15Jeremia 6,3 um Jerusalem her lagern wie die Wächter auf dem Felde; denn es hat mich erzürnt, spricht der HERR. 18Das hast du zum Lohn für deinen Wandel und dein Tun. Das kommt von deiner Bosheit, daß es so bitter um dich steht und dir bis ans Herz dringt.

19Wie ist mir so weh! Mein Herz pocht mir im Leibe, und ich habe keine Ruhe; denn ich höre der Posaune Hall, den Lärm der Feldschlacht; 20Niederlage auf Niederlage wird gemeldet. Denn das ganze Land wird verheert, plötzlich sind meine Hütten und meine Zelte zerstört. 21Wie lange soll ich noch das Fluchtzeichen sehen und der Posaune Hall hören? 22Aber mein Volk ist toll und glaubt mir nicht. Töricht sind sie und achten's nicht; Jesaja 27,11 weise sind sie genug, Übles zu tun, aber rechttun wollen sie nicht lernen.

23Ich schaute das Land an, siehe, 1.Mose 1,2 es war wüst und öde, und den Himmel, und er war finster. 24Ich sah die Berge an, und siehe, sie bebten, und alle Hügel wankten. 25Ich sah, und siehe, da war kein Mensch, und alle Vögel unter dem Himmel waren weggeflogen. 26Ich sah, und siehe, das Fruchtland war eine Wüste, und alle seine Städte waren zerstört vor dem HERRN und vor seinem grimmigen Zorn. 27Denn so spricht der HERR: Das ganze Land soll wüst werden, aber Jeremia 5,18Jeremia 10,24Jeremia 18,3Amos 9,8 ich will mit ihm doch nicht ganz ein Ende machen. 28Darum wird das Land betrübt und der Himmel droben traurig sein; denn ich hab's geredet, ich hab's beschlossen, und es soll mich nicht gereuen, ich will auch nicht davon ablassen.

29Aus allen Städten werden sie vor dem Geschrei der Reiter und Schützen fliehen und in die dichten Wälder laufen und in die Felsen kriechen. Alle Städte werden verlassen stehen, so daß niemand darin wohnt. 30Was willst du dann tun, du Überwältigte? Wenn du dich schon mit Purpur kleiden und mit goldenen Kleinoden schmücken und dein Angesicht schminken würdest, so schmückst du dich doch vergeblich. Die dir jetzt den Hof machen, werden dich verachten, sie werden dir nach dem Leben trachten. 31Denn ich höre ein Geschrei wie von einer Gebärenden, Angstrufe wie von einer, die in den ersten Kindsnöten ist, ein Geschrei der Tochter Zion, die da keucht und die Hände ausbreitet: Ach, weh mir! Ich muß vergehen vor den Würgern.

5Dem sündigen Volk kann nicht mehr vergeben werden
1Geht durch die Gassen Jerusalems und schaut und merkt auf und 1.Mose 18,22 sucht auf den Straßen der Stadt, ob ihr jemand findet, der Recht übt und auf Wahrheit hält, so will ich ihr gnädig sein. 2Und wenn sie auch sprechen: Bei dem lebendigen Gott!, so Jeremia 4,2 schwören sie doch falsch. 3HERR, deine Augen sehen auf Wahrhaftigkeit*. Du schlägst sie, aber sie fühlen's nicht; Jeremia 2,30Jeremia 7,28Jeremia 9,2 du machst fast ein Ende mit ihnen, aber sie bessern sich nicht. Jesaja 48,4 Sie haben ein Angesicht, härter als ein Fels, und wollen sich nicht bekehren. 4Ich aber dachte: Wohlan, es sind arme, unverständige Leute und wissen nicht um des HERRN Weg und um ihres Gottes Recht. 5Ich will zu den Großen gehen und mit ihnen reden; die werden um des HERRN Weg und ihres Gottes Recht wissen. Aber Jeremia 2,20 sie alle haben das Joch zerbrochen und die Seile zerrissen. 6Darum wird sie auch der Jeremia 4,7 Löwe aus dem Walde zerreißen, und der Wolf aus der Steppe wird sie verderben, und der Panther wird um ihre Städte lauern; alle, die von da herausgehen, werden zerfleischt. Denn ihrer Sünden sind zu viele, und sie bleiben in ihrem Ungehorsam.

7Wie soll ich dir denn gnädig sein? Deine Söhne haben mich verlassen und schwören bei dem, der nicht Gott ist. Als ich sie satt gemacht hatte, trieben sie Ehebruch und liefen ins Hurenhaus. 8Ein jeder Hesekiel 22,11 wiehert nach seines Nächsten Weibe wie die vollen, müßigen Hengste. 9Und ich sollte das an ihnen nicht heimsuchen, spricht der HERR, und ich sollte mich nicht rächen an einem Volk wie diesem?a

10Stürmt ihre Weinberge hinauf und zerstört die stützenden Mauern; aber verwüstet sie nicht ganz! Reißet ihre Weinranken weg; denn sie gehören nicht dem HERRN! 11Sie verachten mich, spricht der HERR, das Haus Israel und das Haus Juda. 12Sie verleugnen den HERRN und sprechen: „Das tut er nicht; so übel wird es uns nicht gehen; Schwert und Hunger werden wir nicht sehen. 13Die Propheten sind Schwätzer und haben Gottes Wort nicht; es ergehe ihnen selbst so!“ 14Darum spricht der HERR, der Gott Zebaoth: Weil ihr solche Reden führt, siehe, so will ich meine Worte in deinem Munde zu Feuer machen und dies Volk zu Brennholz, daß es verzehrt werde.

15Siehe, ich will über euch vom Hause Israel Jeremia 6,22 ein Volk von ferne her bringen, spricht der HERR, ein Volk von unerschöpflicher Kraft, ein uraltes Volk, ein Volk, Jesaja 28,11 dessen Sprache du nicht verstehst, und was sie reden, kannst du nicht vernehmen. 16Seine Köcher sind wie offene Gräber; es sind lauter Helden. 17Sie werden deine Ernte und dein Brot verzehren, sie werden deine Söhne und Töchter fressen, sie werden deine Schafe und Rinder verschlingen, sie werden deine Weinstöcke und Feigenbäume verzehren; deine festen Städte, auf die du dich verläßt, werden sie mit dem Schwert einnehmen. 18Doch will ich, spricht der HERR, auch zu jener Zeit mit euch Jeremia 4,27 nicht ganz ein Ende machen. 19Und wenn sie sagen: Warum tut uns der HERR, unser Gott, dies alles?, sollst du ihnen antworten: Wie ihr mich verlaßt und fremden Göttern dient in eurem eigenen Lande, so sollt ihr auch Fremden dienen in einem Lande, das nicht euer ist. Jeremia 16,10

20Verkündet im Hause Jakob und ruft aus in Juda und sprecht: 21Hört zu, ihr tolles Volk, das keinen Verstand hat, Jesaja 6,9Markus 8,18 die da Augen haben und sehen nicht, Ohren haben und hören nicht! 22Wollt ihr mich nicht fürchten, spricht der HERR, und vor mir nicht erschrecken, Psalm 104,9 der ich dem Meere den Sand zur Grenze setze, darin es allezeit bleiben muß, darüber es nicht gehen darf? Und wenn es auch aufwallt, so vermag es doch nichts; und wenn seine Wellen auch toben, so dürfen sie doch nicht darüber gehen. 23Aber dies Volk hat ein abtrünniges, ungehorsames Herz. Sie bleiben abtrünnig und gehen ihrer Wege 24und sprechen niemals in ihrem Herzen: „Laßt uns doch den HERRN, unsern Gott, fürchten, der uns 5.Mose 11,14 Frühregen und Spätregen gibt zur rechten Zeit und uns die Ernte treulich und jährlich gewährt.“ 25Aber Jesaja 59,2 eure Verschuldungen verhindern das, und eure Sünden halten das Gute von euch fern.

26Man findet unter meinem Volk Gottlose, die den Leuten nachstellen und Fallen zurichten, um sie zu fangen, wie's die Vogelfänger tun. 27Ihre Häuser sind voller Tücke, wie ein Vogelbauer voller Lockvögel ist. Daher sind sie groß und reich geworden, 28fett und feist. Sie gehen mit bösen Dingen um; sie halten kein Recht, 2.Mose 22,21Jesaja 1,17 der Waisen Sache fördern sie nicht, daß ihnen ihr Recht werde, und helfen den Armen nicht zum Recht. 29Sollte ich das an ihnen nicht heimsuchen, spricht der HERR, und sollte ich mich nicht rächen an einem Volk wie diesem?a 30Es steht greulich und gräßlich im Lande. 31Die Hesekiel 13,6 Propheten weissagen Lüge, und die Priester herrschen auf eigene Faust, und mein Volk hat's gern so. Aber was werdet ihr tun, wenn's damit ein Ende hat?

6Das wohlverdiente Gericht
1Flieht, ihr Leute von Benjamin, aus Jerusalem und blast die Posaune in Amos 1,1 Tekoa und richtet ein Fluchtzeichen auf über Bet-Kerem! Denn es droht Jeremia 1,14 von Norden Unheil und großer Jammer. 2Die Tochter Zion ist wie eine liebliche Aue; 3aber es werden Hirten über sie kommen mit ihren Herden; Jeremia 4,17 die werden Zelte aufschlagen rings um sie her und ein jeder seinen Platz abweiden. „ 4Rüstet euch zum Krieg gegen sie! Wohlauf, laßt uns hinaufziehen, solange es noch heller Tag ist! Wehe, es will Abend werden, und die Schatten werden lang! 5Wohlan, laßt uns hinaufziehen bei Nacht und ihre Paläste zerstören!“ 6Denn so spricht der HERR Zebaoth: Fället Bäume und werft einen Wall auf gegen Jerusalem; denn es ist eine Stadt, die heimgesucht werden soll. Jeremia 5,1 Ist doch nichts als Unrecht darin! 7Denn wie ein Brunnen sein Wasser quellen läßt, so quillt auch ihre Bosheit. Frevel und Gewalt hört man in ihr, und Morden und Schlagen treiben sie täglich vor mir. 8Beßre dich, Jerusalem, ehe sich mein Herz von dir wende und ich dich zum wüsten Lande mache, darin niemand wohnt!

9So spricht der HERR Zebaoth: Halte Nachlese am Rest Israels wie am Weinstock, strecke deine Hand immer wieder aus wie ein Winzer nach den Reben. „ 10Ach, mit wem soll ich noch reden, und wem soll ich Zeugnis geben? Daß doch jemand hören wollte! Aber Jeremia 4,4Apostelgeschichte 7,51 ihr Ohr ist unbeschnitten; sie können's nicht hören. Siehe, sie halten des HERRN Wort für Spott und wollen es nicht haben. 11Darum bin ich von des HERRN Zorn so voll, daß ich ihn nicht zurückhalten kann.“ So schütte ihn aus über die Kinder auf der Gasse und über die Schar der jungen Männer! Denn es sollen alle, Mann und Frau, Alte und Hochbetagte, gefangen weggeführt werden. 12Ihre Häuser sollen den Fremden zuteil werden samt den Äckern und Frauen; denn ich will meine Hand ausstrecken, spricht der HERR, wider die Bewohner des Landes. 13Jeremia 8,10Hesekiel 13,101.Thessalonicher 5,3 Denn sie gieren alle, klein und groß, nach unrechtem Gewinn, und Propheten und Priester gehen alle mit Lüge um 14und heilen den Schaden meines Volks nur obenhin, indem sie sagen: „Friede! Friede!“, und ist doch nicht Friede. 15Sie werden mit Schande dastehen, weil sie solche Greuel getrieben haben; aber sie wollen sich nicht schämen und wissen nichts von Scham. Darum sollen sie fallen unter den Fallenden, und wenn ich sie heimsuchen werde, sollen sie stürzen, spricht der HERR.

16So spricht der HERR: Tretet hin an die Wege und schauet und fragt nach den Wegen der Vorzeit, welches der gute Weg sei, und wandelt darin, Matthäus 11,29 so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele! Aber sie sprechen: Wir wollen's nicht tun! 17Auch habe ich Hesekiel 3,17 Wächter über euch gesetzt: Achtet auf den Hall der Posaune! Aber sie sprechen: Wir wollen's nicht tun! 18Darum höret, ihr Völker, und merkt auf samt euren Leuten! 19Du, Erde, höre zu! Siehe, ich will Unheil über dies Volk bringen, ihren verdienten Lohn, weil sie Jesaja 1,2 auf meine Worte nicht achten und mein Gesetz verwerfen. 20Was frage ich nach dem Weihrauch aus Saba und nach dem köstlichen Gewürz, das aus fernen Landen kommt? Psalm 40,7Jesaja 1,11 Eure Brandopfer sind mir nicht wohlgefällig, und eure Schlachtopfer gefallen mir nicht. 21Darum spricht der HERR: Siehe, ich will diesem Volk Anstöße in den Weg stellen, daran sich Väter und Söhne zugleich stoßen und ein Nachbar mit dem andern umkommen soll.

22So spricht der HERR: Siehe, es kommt ein Volk von Norden, und Jeremia 5,155.Mose 28,49 ein großes Volk wird sich erheben vom Ende der Erde. 23Sie führen Bogen und Speer, sind grausam und ohne Erbarmen. Sie brausen daher wie ein ungestümes Meer und reiten auf Rossen, gerüstet als Kriegsleute, gegen dich, du Tochter Zion. Jeremia 50,42 24Wir haben von ihnen gehört, und unsre Arme sind uns niedergesunken; es ist uns angst und weh geworden wie einer Gebärenden. 25Niemand gehe hinaus auf den Acker, niemand gehe über Land; denn es ist Jeremia 20,3 Schrecken um und um vor dem Schwert des Feindes. 26O Tochter meines Volks, Jeremia 4,8Amos 8,10 zieh den Sack an und wälze dich im Staube! Trage Leid wie um den einzigen Sohn und klage bitterlich; denn der Verderber kommt über uns plötzlich.

Jeremia als Prüfer des Volkes
27Ich habe dich zum Prüfer gesetzt für mein Volk, daß du seinen Wandel erkennen und prüfen sollst. 28Sie sind ganz und gar abtrünnig und wandeln verleumderisch; Hesekiel 22,18 Erz und Eisen sind sie; alle bringen sie Verderben. 29Der Blasebalg schnaubte, das Blei wurde flüssig vom Feuer; aber das Schmelzen war umsonst, denn die Bösen sind nicht ausgeschieden. 30Darum heißen sie „Verworfenes Silber“; denn 1.Könige 9,7 der HERR hat sie verworfen.

71Dies ist das Wort, das vom HERRN geschah zu Jeremia: 2Tritt ins Tor am Hause des HERRN und predige dort dies Wort und sprich: Höret des HERRN Wort, ihr alle von Juda, die ihr zu diesen Toren eingeht, den HERRN anzubeten! 3So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Jeremia 18,11Jeremia 25,5Jeremia 26,13Jesaja 1,16 Bessert euer Leben und euer Tun, so will ich bei euch wohnen an diesem Ort.* 4Verlaßt euch nicht auf Lügenworte, wenn sie sagen: Hier ist des HERRN Tempel, hier ist des HERRN Tempel, hier ist des HERRN Tempel! 5Sondern bessert euer Leben und euer Tun, daß ihr recht handelt einer gegen den andern 6und Jeremia 5,28 keine Gewalt übt gegen Fremdlinge, Waisen und Witwen und nicht unschuldiges Blut vergießt an diesem Ort und nicht andern Göttern nachlauft zu eurem eigenen Schaden, 7so will ich immer und ewig bei euch wohnen an diesem Ort, in dem Lande, das ich euren Vätern gegeben habe. 8Aber nun verlaßt ihr euch auf Lügenworte, die zu nichts nütze sind. 9Ihr seid Hosea 4,2 Diebe, Mörder, Ehebrecher und Meineidige und opfert dem Baal und lauft fremden Göttern nach, die ihr nicht kennt. 10Und dann kommt ihr und tretet vor mich in diesem Hause, das nach meinem Namen genannt ist, und sprecht: Wir sind geborgen, - und tut weiter solche Greuel. 11Haltet ihr denn Matthäus 21,13 dies Haus, das nach meinem Namen genannt ist, für eine Räuberhöhle? Siehe, ich sehe es wohl, spricht der HERR.

12Geht hin an meine Stätte zu Josua 18,11.Samuel 4,4Psalm 78,60 Silo, wo früher mein Name gewohnt hat, und schaut, was ich dort getan habe wegen der Bosheit meines Volks Israel. 13Weil ihr denn lauter solche Dinge treibt, spricht der HERR, und weil ich Jeremia 25,3Jesaja 65,12 immer wieder zu euch redete und ihr nicht hören wolltet und ich euch rief und ihr nicht antworten wolltet, 14so will ich mit dem Hause, das nach meinem Namen genannt ist, auf das ihr euch verlaßt, und mit der Stätte, die ich euch und euren Vätern gegeben habe, ebenso tun, wie ich mit Silo getan habe, 15und will euch 2.Könige 17,18 von meinem Angesicht verstoßen, wie ich verstoßen habe alle eure Brüder, das ganze Geschlecht Ephraim.

Gegen falschen Gottesdienst
16Du Jeremia 11,14Jeremia 14,11Jeremia 37,3Jeremia 42,22.Mose 32,101.Samuel 12,23 sollst für dies Volk nicht bitten und sollst für sie weder Klage noch Gebet vorbringen, sie auch nicht vertreten vor mir; denn ich will dich nicht hören. 17Jeremia 19,13Jeremia 44,17Jesaja 65,11 Siehst du nicht, was sie tun in den Städten Judas und auf den Gassen Jerusalems? 18Die Kinder lesen Holz, die Väter zünden das Feuer an, und die Frauen kneten den Teig, daß sie der Himmelskönigin Kuchen backen, und fremden Göttern spenden sie Trankopfer mir zum Verdruß. 19Aber damit machen sie nicht mir Verdruß, spricht der HERR, sondern sich selbst zu ihrer eigenen Schande. 20Darum spricht Gott der HERR: Siehe, mein Zorn und mein Grimm wird ausgeschüttet über diese Stätte, über Menschen und über Vieh, über die Bäume auf dem Felde und über die Früchte des Landes; der soll so brennen, daß niemand löschen kann.

211.Samuel 15,22Psalm 50,7Hosea 8,13Micha 6,6 So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Tut eure Brandopfer zu euren Schlachtopfern und freßt Fleisch! 22Ich aber habe euren Vätern an dem Tage, als ich sie aus Ägyptenland führte, nichts gesagt noch geboten von Brandopfern und Schlachtopfern; 23sondern dies habe ich ihnen geboten: Gehorcht meinem Wort, so Jeremia 11,4Jeremia 24,7Jeremia 30,22Jeremia 31,1Jeremia 32,383.Mose 26,12Hesekiel 11,20Hesekiel 14,11 will ich euer Gott sein, und ihr sollt mein Volk sein; wandelt ganz auf dem Wege, den ich euch gebiete, auf daß es euch wohlgehe. 24Aber Jeremia 11,8Jesaja 65,2 sie wollten nicht hören noch ihre Ohren mir zukehren, sondern wandelten nach ihrem eignen Rat und nach ihrem verstockten und bösen Herzen und kehrten mir den Rücken zu und nicht das Angesicht. 25Ja, von dem Tage an, da ich eure Väter aus Ägyptenland führte, bis auf diesen Tag habe ich immer wieder zu euch gesandt alle meine Knechte, die Propheten. 26Aber Jeremia 16,12 sie wollen mich nicht hören noch ihre Ohren mir zukehren, sondern sind halsstarrig und treiben es ärger als ihre Väter. 27Und wenn du schon ihnen dies alles sagst, so werden sie doch nicht auf dich hören; rufst du sie, so werden sie dir nicht antworten. 28Darum sprich zu ihnen: Dies ist das Volk, das auf die Stimme des HERRN, seines Gottes, nicht hören noch sich bessern will. Jeremia 5,1 Die Wahrheit ist dahin und ausgerottet aus ihrem Munde.

29Micha 1,16 Schere deine Haare ab und wirf sie von dir und wehklage auf den Höhen; denn der HERR hat dies Geschlecht, über das er zornig ist, verworfen und verstoßen. 30Denn die Leute von Juda tun, was mir mißfällt, spricht der HERR. Jeremia 32,342.Könige 21,4 Sie haben ihre Greuelbilder gesetzt in das Haus, das nach meinem Namen genannt ist, um es unrein zu machen, 31Jeremia 19,5Jeremia 32,253.Mose 18,21 und haben die Höhen des Tofet im Tal Ben-Hinnom gebaut, um ihre Söhne und Töchter zu verbrennen, was ich nie geboten habe und mir nie in den Sinn gekommen ist. 32Darum siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, daß man's nicht mehr nennen wird „Tofet“ und „Tal Ben-Hinnom“, sondern „Würgetal“. Und man wird im Tofet begraben müssen, weil sonst kein Raum mehr sein wird. 33Und die Jeremia 9,21 Leichname dieses Volks sollen den Vögeln des Himmels und den Tieren des Feldes zum Fraß werden, ohne daß sie jemand verscheuchen wird. 34Und Jeremia 16,9Jeremia 25,10Jeremia 33,11 ich will in den Städten Judas und auf den Gassen Jerusalems wegnehmen den Jubel der Freude und Wonne und die Stimme des Bräutigams und der Braut; denn das Land soll wüst werden.

81Zu dieser Zeit, spricht der HERR, wird man die Gebeine der Könige von Juda, die Gebeine seiner Fürsten, die Gebeine der Priester, die Gebeine der Propheten und die Gebeine der Bürger Jerusalems aus ihren Gräbern werfen 2und wird sie hinstreuen der Sonne, dem Mond und dem ganzen Heer des Himmels, die sie geliebt und 5.Mose 4,19 denen sie gedient haben, denen sie nachgelaufen sind, die sie befragt und angebetet haben. Sie sollen nicht wieder aufgelesen und begraben werden, sondern Dung auf dem Felde sein. 3Und alle, die übriggeblieben sind von diesem bösen Volk, werden an allen Orten, wohin ich sie verstoße, lieber tot als lebendig sein wollen, spricht der HERR Zebaoth.

Gegen das verblendete Volk und seine Verführer
4Sprich zu ihnen: So spricht der HERR: Wo ist jemand, wenn er fällt, der nicht gern wieder aufstünde? Wo ist jemand, wenn er irregeht, der nicht gern wieder zurechtkäme? 5Warum will denn dies Volk zu Jerusalem irregehen für und für? Sie halten so fest am falschen Gottesdienst, daß sie nicht umkehren wollen. 6Ich sehe und höre, daß sie nicht die Wahrheit reden. Es gibt niemand, dem seine Bosheit leid wäre und der spräche: Was hab ich doch getan! Sie laufen alle ihren Lauf wie ein Hengst, der in der Schlacht dahinstürmt. 7Der Storch unter dem Himmel weiß seine Zeit, Turteltaube, Kranich und Schwalbe halten die Zeit ein, in der sie wiederkommen sollen; aber Jesaja 1,3 mein Volk will das Recht des HERRN nicht wissen.

8Wie könnt ihr sagen: „Wir sind weise und haben das Gesetz des HERRN bei uns“? Ist's doch lauter Lüge, was die Schreiber daraus machen. 9Die Weisen müssen zuschanden, erschreckt und gefangen werden; denn was können sie Weises lehren, wenn sie des HERRN Wort verwerfen? 10Darum will ich ihre Frauen den Fremden geben und ihre Äcker denen, durch die sie verjagt werden. Denn Jeremia 6,13Jesaja 56,11 sie gieren alle, klein und groß, nach unrechtem Gewinn; Priester und Propheten gehen mit Lüge um 11und heilen den Schaden meines Volks nur obenhin, indem sie sagen: „Friede! Friede!“, und ist doch nicht Friede. 12Sie werden mit Schande dastehen, weil sie solche Greuel getrieben haben; aber sie wollen sich nicht schämen und wissen nichts von Scham. Darum sollen sie fallen unter den Fallenden, und wenn ich sie heimsuchen werde, sollen sie stürzen, spricht der HERR. 13Ich will unter ihnen Lese halten, spricht der HERR, so daß keine Trauben am Weinstock und keine Feigen am Feigenbaum übrigbleiben, ja, auch die Blätter abfallen sollen; und was ich ihnen gegeben habe, das soll ihnen genommen werden.

Die Angst des Volkes und die Trauer des Propheten
14Wozu wollen wir noch da sitzen? Sammelt euch und laßt uns in die festen Städte ziehen, daß wir dort umkommen. Denn der HERR, unser Gott, wird uns umkommen lassen und Jeremia 9,14 uns tränken mit einem giftigen Trank, weil wir so gesündigt haben wider den HERRN. 15Wir hofften, es sollte Friede werden, aber es kommt nichts Gutes; wir hofften, wir sollten heil werden, aber siehe, es ist Schrecken da. Jeremia 14,19 16Man hört ihre Jeremia 4,15 Rosse schnauben von Dan her, vom Wiehern ihrer Hengste erbebt das ganze Land. Sie fahren daher und werden das Land auffressen mit allem, was darin ist, die Stadt samt allen, die darin wohnen.“ 17Denn siehe, ich will Schlangen und Nattern unter euch senden, die nicht zu beschwören sind; die sollen euch stechen, spricht der HERR.

18Was kann mich in meinem Jammer erquicken? Jeremia 4,19 Mein Herz in mir ist krank. 19Siehe, die Tochter meines Volks schreit aus fernem Lande her: „Will denn der HERR nicht mehr Gott sein in Zion, oder soll es keinen König mehr haben?“ Ja, warum haben sie mich so erzürnt durch ihre Bilder und fremde, nichtige Götzen? „ 20Die Ernte ist vergangen, der Sommer ist dahin, und uns ist keine Hilfe gekommen!“ 21Mich jammert von Herzen, daß mein Volk so ganz zerschlagen ist; ich gräme und entsetze mich. 22Ist denn Jeremia 46,11 keine Salbe in Gilead, oder ist kein Arzt da? Warum ist denn die Tochter meines Volks nicht geheilt? 23*Ach daß ich Wasser genug hätte in meinem Haupte und Jeremia 13,17 meine Augen Tränenquellen wären, daß ich Tag und Nacht Lukas 19,41 beweinen könnte die Erschlagenen meines Volks!

9Jeremias Klage über sein Volk
1*Ach, daß ich eine Herberge hätte in der Wüste, so wollte ich mein Volk verlassen und von ihnen ziehen! Denn es sind lauter Ehebrecher und ein treuloser Haufe. *Abweichende Verszählung statt 9,1-25: 9,2-26. 2Sie schießen mit ihren Zungen lauter Lüge und Jeremia 5,1 keine Wahrheit und treiben's mit Gewalt im Lande und gehen von einer Bosheit zur andern, mich aber achten sie nicht, spricht der HERR. 3Jeremia 12,6Psalm 41,10Micha 7,5 Ein jeder hüte sich vor seinem Freunde und traue auch seinem Bruder nicht; denn ein Bruder überlistet den andern, und ein Freund verleumdet den andern. 4Ein Freund täuscht den andern, sie reden kein wahres Wort; sie haben sich daran gewöhnt, daß einer den andern betrügt. Sie freveln, und es ist ihnen leid umzukehren. 5Es ist allenthalben nichts als Trug unter ihnen, und vor lauter Trug wollen sie mich nicht kennen, spricht der HERR.

6Darum spricht der HERR Zebaoth: Siehe, ich will sie schmelzen und prüfen; denn was soll ich sonst tun, wenn ich ansehe die Tochter meines Volks? 7Ihre falschen Zungen sind tödliche Pfeile; Psalm 12,3 mit dem Munde reden sie freundlich zu ihrem Nächsten, aber im Herzen lauern sie ihm auf. 8Sollte ich das nicht heimsuchen an ihnen, spricht der HERR, und sollte ich mich nicht rächen an einem Volk wie diesem?a

9Ich muß über die Berge weinen und heulen und über die Weidegründe in der Steppe klagen; denn sie sind verödet, daß niemand hindurchzieht und man auch kein Vieh blöken hört. Jeremia 4,25Jeremia 12,4 Die Vögel des Himmels und das Vieh sind geflohen und fort. 10Und ich will Jerusalem zu Steinhaufen und zur Wohnung der Schakale machen und will die Städte Judas zur Wüste machen, daß niemand darin wohnen soll.

11Lukas 19,42 Wer ist nun weise, daß er dies verstünde, und zu wem spricht des HERRN Mund, daß er verkündete, warum das Land verdirbt und öde wird wie eine Wüste, die niemand durchwandert? 12Und der HERR sprach: Weil sie mein Gesetz verlassen, das ich ihnen vorgelegt habe, und meinen Worten nicht gehorchen, auch nicht danach leben, 13sondern Jeremia 7,24 folgen ihrem verstockten Herzen und den Baalen, wie ihre Väter sie gelehrt haben, 14darum spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Siehe, ich will dies Volk Jeremia 23,15 mit Wermut speisen und Jeremia 8,14 mit Gift tränken. 15Ich will sie unter Völker zerstreuen, die weder sie noch ihre Väter gekannt haben, und 3.Mose 26,33 will das Schwert hinter ihnen her schicken, bis es aus ist mit ihnen.

16So spricht der HERR Zebaoth: Gebt acht und bestellt Klageweiber, daß sie kommen, und schickt nach denen, die klagen können, 17daß sie herbeieilen und um uns klagen, daß unsre Augen von Tränen rinnen und unsre Augenlider von Wasser fließen. 18Horch, man hört ein Klagegeschrei in Zion: Ach, wie hat man uns Gewalt angetan und wie sind wir zuschanden geworden! Wir müssen das Land räumen; denn sie haben unsre Wohnungen geschleift. 19Ja, höret, ihr Frauen, des HERRN Wort, und nehmt zu Ohren die Rede seines Mundes! Lehrt eure Töchter klagen, und eine lehre die andere dies Klagelied: „ 20Der Tod ist zu unsern Fenstern hereingestiegen und in unsere Häuser gekommen. Er würgt die Kinder auf der Gasse und die jungen Männer auf den Plätzen.“ 21So spricht der HERR: Jeremia 7,33Jeremia 14,16Jeremia 16,4Jeremia 25,33Psalm 79,2 Die Leichen der Menschen sollen liegen wie Dung auf dem Felde und wie Garben hinter dem Schnitter, die niemand sammelt. 22So spricht der HERR: Ein Weiser rühme sich nicht seiner Weisheit, ein Starker rühme sich nicht seiner Stärke, ein Reicher rühme sich nicht seines Reichtums. 23Sondern 1.Korinther 1,312.Korinther 10,17 wer sich rühmen will, der rühme sich dessen, daß er klug sei und mich kenne, daß ich der HERR bin, der Barmherzigkeit, Recht und Gerechtigkeit übt auf Erden; denn solches gefällt mir, spricht der HERR.

Israel ein unbeschnittenes Volk
24Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, daß ich heimsuchen werde alle, die an der Vorhaut beschnitten sind, 25nämlich Ägypten, Juda, Edom, die Ammoniter, Moab und alle, die 3.Mose 19,27 das Haar rundherum abscheren, die in der Wüste wohnen. Denn alle Heiden sind nur unbeschnitten, aber Jeremia 4,43.Mose 26,415.Mose 30,6 ganz Israel hat ein unbeschnittenes Herz.

10Die toten Götzen und der lebendige Gott
1Höret, was der HERR zu euch redet, ihr vom Hause Israel! 2So spricht der HERR: 2.Mose 23,24 Ihr sollt nicht den Gottesdienst der Heiden annehmen und sollt euch nicht fürchten vor den 2.Könige 21,6 Zeichen des Himmels, wie die Heiden sich fürchten. 3Denn ihre Götter sind alle nichts. Jesaja 44,13 Man fällt im Walde einen Baum, und der Bildhauer macht daraus mit dem Schnitzmesser ein Werk von Menschenhänden, 4und er schmückt es mit Silber und Gold und befestigt es mit Nagel und Hammer, daß es nicht umfalle. 5Sie sind ja nichts als Vogelscheuchen im Gurkenfeld. Sie können nicht reden; auch muß man sie tragen, denn Psalm 115,7Jesaja 46,7 sie können nicht gehen. Darum sollt ihr euch nicht vor ihnen fürchten; denn sie können weder helfen noch Schaden tun.

6Aber Psalm 86,8 dir, HERR, ist niemand gleich; du bist groß, und dein Name ist groß, wie du es mit der Tat beweist. 7Wer sollte dich nicht fürchten, du König der Völker? Dir muß man gehorchen; denn unter allen Weisen der Völker und in allen ihren Königreichen ist niemand dir gleich. 8Sie sind alle Narren und Toren; denn dem Holz zu dienen ist ein nichtiger Gottesdienst. 9Silberblech bringt man aus Tarsis, Gold aus Ufas; durch den Bildhauer und Goldschmied werden sie hergestellt; blauen und roten Purpur zieht man ihnen an, und alles ist der Künstler Werk. 10Aber der HERR ist der wahrhaftige Gott, der Jeremia 5,2 lebendige Gott, der ewige König. Vor seinem Zorn bebt die Erde, und die Völker können sein Drohen nicht ertragen.

11So sagt nun zu ihnen: Die Götter, die Himmel und Erde nicht gemacht haben, müssen vertilgt werden von der Erde und unter dem Himmel. 12Jeremia 51,15 Er aber hat die Erde durch seine Kraft gemacht und den Erdkreis bereitet durch seine Weisheit und den Himmel ausgebreitet durch seinen Verstand. 13Wenn er donnert, so ist Wasser die Menge am Himmel; Wolken läßt er heraufziehen vom Ende der Erde. Er macht die Blitze, daß es regnet, und läßt den Wind kommen aus seinen Vorratskammern. Psalm 135,7 14Alle Menschen aber sind Toren mit ihrer Kunst, und Jesaja 45,16 alle Goldschmiede stehen beschämt da mit ihren Bildern; denn ihre Götzen sind Trug und haben kein Leben, 15sie sind nichts, ein Spottgebilde; sie müssen zugrunde gehen, wenn sie heimgesucht werden. 16Aber so ist der nicht, der Jakobs Reichtum ist; sondern er ist's, der alles geschaffen hat, und 5.Mose 32,9 Israel ist sein Erbteil. Er heißt HERR Zebaoth. 17Raffe dein Bündel auf von der Erde, die du sitzest in Bedrängnis! 18Denn so spricht der HERR: Siehe, ich will die Bewohner des Landes diesmal wegschleudern und will sie ängstigen, damit sie sich finden lassen.

19Ach, was hab ich für Jammer und Herzeleid! Ich dachte: Es ist nur eine Plage, ich muß sie erleiden. 20Aber mein Zelt ist zerstört, und alle meine Seile sind zerrissen. Meine Kinder sind von mir gegangen und nicht mehr da. Niemand richtet meine Hütte wieder auf, und mein Zelt schlägt keiner mehr auf. 21Denn die Hirten sind zu Toren geworden und fragen nicht nach dem HERRN. Darum kann ihnen nichts Rechtes gelingen, und Jeremia 23,1 ihre ganze Herde ist zerstreut. 22Horch, es kommt eine Kunde daher und ein großes Getöse Jeremia 1,14 aus dem Lande des Nordens, daß die Städte Judas verwüstet und zur Wohnung der Schakale werden sollen.

23Ich weiß, HERR, daß des Menschen Tun nicht in seiner Gewalt steht, und Sprüche 16,9 es liegt in niemandes Macht, wie er wandle oder seinen Gang richte. 24Jeremia 30,11Jeremia 46,28Psalm 6,2Habakuk 1,12 Züchtige mich, HERR, doch mit Maßen und nicht in deinem Grimm, auf daß du mich nicht ganz zunichte machst. 25Schütte aber deinen Zorn aus über die Heiden, die dich nicht kennen, und über die Geschlechter, die deinen Namen nicht anrufen. Denn sie haben Jakob aufgefressen und verschlungen, sie haben ihn vernichtet und seine Wohnung verwüstet. Psalm 79,6

11Der Bundesbruch des Volkes und Gottes Gericht
1Dies ist das Wort, das zu Jeremia geschah vom HERRN: 2Höret die Worte dieses Bundes, daß ihr sie den Leuten in Juda und den Bürgern von Jerusalem sagt! 3Und sprich zu ihnen: so spricht der HERR, der Gott Israels: 5.Mose 27,26 Verflucht sei, wer nicht gehorcht den Worten dieses Bundes, 4die ich euren Vätern gebot an dem Tage, als ich sie aus Ägyptenland führte, aus dem glühenden Ofen, und sprach: Gehorcht meiner Stimme und tut, wie ich euch geboten habe, so Jeremia 7,23 sollt ihr mein Volk sein, und ich will euer Gott sein, 5damit ich den Eid halten kann, den ich euren Vätern geschworen habe, ihnen 2.Mose 3,8 ein Land zu geben, darin Milch und Honig fließt, so wie es heute ist. Ich antwortete und sprach: HERR, ja, so sei es!

6Und der HERR sprach zu mir: Predige alle diese Worte in den Städten Judas und auf den Gassen Jerusalems und sprich: Hört die Worte dieses Bundes und tut danach! 7Jeremia 25,4 Denn ich habe eure Väter ermahnt von dem Tage an, als ich sie aus Ägyptenland führte, bis auf den heutigen Tag, und ich ermahnte sie immer wieder und sprach: Gehorcht meiner Stimme! 8Aber sie gehorchten nicht, kehrten auch ihre Ohren mir nicht zu, sondern Jeremia 3,17Jeremia 7,26Jeremia 13,10Jeremia 18,125.Mose 28,15 ein jeder wandelte nach seinem bösen und verstockten Herzen. Darum habe ich auch über sie kommen lassen alle Worte dieses Bundes, den ich geboten hatte zu halten und den sie doch nicht gehalten haben.

9Und der HERR sprach zu mir: Ich weiß sehr wohl, wie sie in Juda und in Jerusalem sich verschworen haben. 10Sie kehren zurück zu den Sünden ihrer Väter, die vor ihnen waren und die meinen Worten auch nicht gehorchen wollten und andern Göttern nachfolgten und ihnen dienten. So hat das Haus Israel und das Haus Juda meinen Bund gebrochen, den ich mit ihren Vätern geschlossen habe. 11Darum siehe, spricht der HERR, ich will Unheil über sie kommen lassen, dem sie nicht entgehen sollen; und Psalm 18,42Jesaja 1,15Hesekiel 8,18 wenn sie zu mir schreien, will ich sie nicht hören. 12Jeremia 2,285.Mose 32,37 Dann werden die Städte Judas und die Bürger Jerusalems hingehen und zu den Göttern schreien, denen sie geopfert haben; aber die werden ihnen nicht helfen in ihrer Not. 13Denn so viel Städte, so viel Götter hast du, Juda; und so viele Gassen es in Jerusalem gibt, so viele Schandaltäre habt ihr aufgerichtet, um dem Baal zu opfern. 14Du aber Jeremia 7,16 bitte nicht für dies Volk und bringe für sie kein Flehen noch Gebet vor mich; denn ich will sie nicht hören, wenn sie zu mir schreien in ihrer Not.

15Was macht Römer 11,28 mein geliebtes Volk in meinem Hause? Sie treiben lauter Bosheit und meinen, Gelübde und Hosea 8,13 heiliges Opferfleisch könnten die Schuld von ihnen nehmen; und wenn sie übel tun, sind sie guter Dinge darüber. 16Der HERR nannte dich einen grünen, schönen, fruchtbaren Ölbaum; aber nun hat er mit großem Brausen ein Feuer um ihn anzünden lassen, so daß seine Äste verderben müssen. 17Denn der HERR Zebaoth, der dich gepflanzt hat, hat dir Unheil angedroht um der Bosheit willen des Hauses Israel und des Hauses Juda, die sie getrieben haben, um mich zu erzürnen mit ihren Räucheropfern, die sie dem Baal darbrachten.

Der Anschlag der Leute von Anatot auf Jeremia
18Der HERR tat mir kund ihr Vorhaben, damit ich's wisse, und er zeigte es mir. 19Denn ich war Jesaja 53,7 wie ein argloses Lamm gewesen, das zur Schlachtbank geführt wird, und wußte nicht, daß sie gegen mich beratschlagt und gesagt hatten: Laßt uns den Baum in seinem Saft verderben und ihn aus dem Lande der Lebendigen ausrotten, daß seines Namens nimmermehr gedacht werde. 20Aber du, HERR Zebaoth, Psalm 7,10 du gerechter Richter, Jeremia 17,10Jeremia 20,12 der du Nieren und Herzen prüfst, laß mich sehen, wie du ihnen vergiltst; denn ich habe dir meine Sache befohlen. 21Darum spricht der HERR über die Männer von Anatot, die dir nach dem Leben trachten und sprechen: Weissage nicht im Namen des HERRN, wenn du nicht von unsern Händen sterben willst! - 22darum spricht der HERR Zebaoth: Siehe, ich will sie heimsuchen. Ihre junge Mannschaft soll mit dem Schwert getötet werden, und ihre Söhne und Töchter sollen vor Hunger sterben, 23daß keiner von ihnen übrigbleibt; denn ich will über die Männer von Anatot Unheil kommen lassen in dem Jahr, da ich sie heimsuchen werde.

12Jeremias Anstoß am Glück der Gottlosen und Gottes Antwort
1HERR, wenn ich auch mit dir rechten wollte, so behältst du doch recht; dennoch muß ich vom Recht mit dir reden. Psalm 73,3 Warum geht's doch den Gottlosen so gut, und die Abtrünnigen haben alles in Fülle? 2Du pflanzest sie ein, sie schlagen Wurzeln und wachsen und bringen Frucht. Nahe bist du ihrem Munde, aber ferne von ihrem Herzen. 3Psalm 139,1 Mich aber, HERR, kennst du und siehst mich und prüfst mein Herz vor dir. Reiß sie weg wie Schafe zum Schlachten, und sondere sie aus, daß sie getötet werden! 4Wie lange soll das Land so trocken stehen und das Gras überall auf dem Felde verdorren? Wegen der Bosheit der Bewohner Jeremia 9,9 schwinden Vieh und Vögel dahin; denn man sagt: Er weiß nicht, wie es uns gehen wird.

5Wenn es dich müde macht, mit Fußgängern zu gehen, wie wird es dir gehen, wenn du mit Rossen laufen sollst? Und wenn du schon im Lande, wo keine Gefahr ist, Sicherheit suchst, was willst du tun im Dickicht des Jordans? 6Denn auch deine Brüder und deines Vaters Haus sind treulos, sie schreien hinter dir her aus vollem Halse. Darum traue du ihnen nicht, wenn sie auch freundlich mit dir reden.

Gottes Klage über sein verwüstetes Land
7Ich habe mein Haus verlassen und mein Erbe verstoßen und, was meine Seele liebt, in der Feinde Hand gegeben. 8Mein Erbe ist mir geworden wie ein Löwe im Walde und brüllt wider mich; darum bin ich ihm feind geworden. 9Mein Erbe ist wie der bunte Vogel, um den sich die Vögel sammeln: Wohlauf und sammelt euch, Jesaja 56,9 alle Tiere des Feldes, kommt und freßt! 10Jeremia 6,3 Viele Hirten haben meinen Weinberg verwüstet und meinen Acker zertreten; sie haben meinen schönen Acker zur Wüste gemacht. 11Sie haben ihn jämmerlich verwüstet; verödet liegt er vor mir; ja, das ganze Land ist verwüstet, aber niemand will es zu Herzen nehmen. 12Die Verwüster kommen daher über alle kahlen Höhen der Steppe. Denn ein Schwert hat der HERR, das frißt von einem Ende des Landes bis zum andern, und kein Geschöpf wird Frieden haben. 13Hosea 8,7 Sie haben Weizen gesät, aber Dornen geerntet; sie ließen's sich sauer werden, aber sie konnten's nicht genießen. Sie konnten ihres Ertrages nicht froh werden vor dem grimmigen Zorn des HERRN. 14So spricht der HERR: Wider alle meine bösen Nachbarn, die das Erbteil antasten, das ich meinem Volk Israel ausgeteilt habe: Siehe, ich will sie aus ihrem Lande ausreißen und das Haus Juda aus ihrer Mitte reißen. 15Aber wenn ich sie ausgerissen habe, will ich mich wieder über sie erbarmen und will einen jeden in sein Erbteil und in sein Land zurückbringen. 16Und es soll geschehen, wenn sie von meinem Volk lernen werden, 5.Mose 6,13 bei meinem Namen zu schwören: So wahr der HERR lebt!, wie sie mein Volk gelehrt haben, beim Baal zu schwören, so Jeremia 4,2 sollen sie inmitten meines Volks wohnen. 17Wenn sie aber nicht hören wollen, so will ich solch ein Volk ausreißen und vernichten, spricht der HERR.

13Der verdorbene Gürtel
1So sprach der HERR zu mir: Geh hin und kaufe dir einen leinenen Gürtel und gürte damit deine Lenden, aber laß ihn nicht naß werden! 2Und ich kaufte einen Gürtel nach dem Befehl des HERRN und gürtete ihn um meine Lenden.

3Da geschah des HERRN Wort ein zweites Mal zu mir: 4Nimm den Gürtel, den du gekauft und um deine Lenden gegürtet hast, und mache dich auf und geh hin an den Euphrat und verstecke ihn dort in einer Felsspalte! 5Ich ging hin und versteckte ihn am Euphrat, wie mir der HERR geboten hatte. 6Nach langer Zeit aber sprach der HERR zu mir: Mache dich auf und geh hin an den Euphrat und hole den Gürtel wieder, den ich dich dort verstecken ließ! 7Ich ging hin an den Euphrat und grub nach und nahm den Gürtel von dem Ort, wo ich ihn versteckt hatte; und siehe, der Gürtel war verdorben, so daß er zu nichts mehr taugte.

8Da geschah des HERRN Wort zu mir: 9So spricht der HERR: Ebenso will ich verderben den großen Hochmut Judas und Jerusalems. 10Dies böse Volk, das Jeremia 11,8 meine Worte nicht hören will, sondern nach seinem verstockten Herzen wandelt und andern Göttern folgt, um ihnen zu dienen und sie anzubeten: es soll werden wie der Gürtel, der zu nichts mehr taugt. 11Denn gleichwie der Gürtel um die Lenden des Mannes gebunden wird, so habe ich, spricht der HERR, das ganze Haus Israel und das ganze Haus Juda um mich gegürtet, daß sie mein Volk sein sollten, mir zum Ruhm, zu Lob und Ehren; aber sie wollten nicht hören.

Die gefüllten Weinkrüge
12Sage ihnen dies Wort: So spricht der HERR, der Gott Israels: Alle Krüge werden mit Wein gefüllt. Und wenn sie zu dir sagen: Wer weiß das nicht, daß alle Krüge mit Wein gefüllt werden?, 13so antworte ihnen: So spricht der HERR: Siehe, ich will alle, die in diesem Lande wohnen, die Könige, die auf dem Thron Davids sitzen, die Priester und Propheten und alle Einwohner Jerusalems Jeremia 25,15Jesaja 51,17 mit Trunkenheit füllen 14und will einen am andern, die Väter samt den Söhnen, zerschmettern, spricht der HERR, und will weder schonen noch barmherzig sein und sie ohne Mitleid verderben.

Mahnung zur Beugung vor Gott
15Höret und merkt auf und seid nicht so hochfahrend, denn der HERR hat's geredet. 16Gebt dem HERRN, eurem Gott, die Ehre, ehe es finster wird und ehe eure Füße sich an den dunklen Bergen stoßen und ihr auf das Licht wartet, während er es doch finster und dunkel machen wird. 17Wollt ihr das aber nicht hören, so muß ich heimlich weinen über solchen Hochmut; Jeremia 8,23Jeremia 14,17Lukas 19,41 meine Augen müssen von Tränen überfließen, weil des HERRN Herde gefangen weggeführt wird. 18Sage dem König und der Königinmutter: Setzt euch ganz nach unten; denn 2.Könige 24,10Jesaja 62,3Klagelieder 5,16 die Krone der Herrlichkeit ist euch vom Haupt gefallen. 19Die Städte im Südland sind verschlossen, und es ist niemand, der sie auftut; ganz Juda ist weggeführt.

Die Schändung Jerusalems
20Hebt eure Augen auf und sehet, wie sie von Norden daherkommen. Wo ist nun die Herde, die dir befohlen war, deine herrliche Herde? 21Was willst du sagen, wenn er die über dich zum Haupt bestellen wird, die du als Freunde an dich gewöhnt hast? Was gilt's? Es wird dich Angst ankommen wie eine Frau in Kindsnöten. 22Und wenn du in deinem Herzen sagen wirst: „Warum begegnet mir das?“ -: um der Menge deiner Sünden willen Jesaja 47,2Hesekiel 16,37 wird dir dein Gewand aufgehoben und wird dir Schande angetan. 23Kann etwa ein Mohr seine Haut wandeln oder ein Panther seine Flecken? So wenig könnt auch ihr Gutes tun, die ihr ans Böse gewöhnt seid. 24Darum will ich sie zerstreuen wie Spreu, die verweht wird von dem Wind aus der Wüste. 25Das soll dein Lohn sein und dein Teil, den ich dir zugemessen habe, spricht der HERR: Weil du mich vergessen hast und dich auf Lügen verläßt, 26will auch ich dein Gewand hochheben, daß deine Schande sichtbar werde. 27Denn ich habe gesehen deine Ehebrecherei, deine Geilheit, deine freche Hurerei, ja, deine Greuel auf den Hügeln und im Felde. Weh dir, Jerusalem! Wann wirst du doch endlich rein werden?

14Vergebliche Bitte bei Dürre und Kriegsnot
1Dies ist das Wort, das der HERR zu Jeremia sagte über die große Dürre: 2Juda liegt jämmerlich da, seine Städte sind verschmachtet. Sie sitzen trauernd auf der Erde, und in Jerusalem ist lautes Klagen. 3Die Großen schicken ihre Leute nach Wasser; aber wenn sie zum Brunnen kommen, finden sie kein Wasser und bringen ihre Gefäße leer zurück. Sie sind traurig und betrübt und verhüllen ihre Häupter. 4Die Erde lechzt, weil es nicht regnet auf Erden. Darum sind die Ackerleute traurig und verhüllen ihre Häupter. 5Ja, auch die Hirschkühe, die auf dem Felde werfen, verlassen die Jungen, weil kein Gras wächst. 6Die Wildesel stehen auf den kahlen Höhen und schnappen nach Luft wie die Schakale; ihre Augen erlöschen, weil nichts Grünes wächst.

7Ach, HERR, wenn unsre Sünden uns verklagen, so hilf doch um deines Namens willen! Denn Daniel 9,4 unser Ungehorsam ist groß, womit wir wider dich gesündigt haben. 8Du bist der Trost Israels und sein Nothelfer. Warum stellst du dich, als wärest du ein Fremdling im Lande und ein Wanderer, der nur über Nacht bleibt? 9Warum stellst du dich wie einer, der verzagt ist, und wie ein Held, der nicht helfen kann? Du bist ja doch unter uns, HERR, und Jeremia 15,16Jesaja 43,7 wir heißen nach deinem Namen; verlaß uns nicht!

10So spricht der HERR von diesem Volk: Sie laufen gern hin und her und schonen ihre Füße nicht. Darum hat der HERR kein Gefallen an ihnen, sondern er denkt nun an ihre Missetat und will ihre Sünden heimsuchen.

11Und der HERR sprach zu mir: Jeremia 7,16 Du sollst nicht für dies Volk um Gnade bitten. 12Denn wenn sie auch Jesaja 58,3 fasten, so will ich doch ihr Flehen nicht erhören; und wenn sie auch Jeremia 6,20 Brandopfer und Speisopfer bringen, so gefallen sie mir doch nicht, sondern ich will sie durch Schwert, Hunger und Pest aufreiben. 13Da sprach ich: Ach, Herr HERR! Siehe, die Propheten sagen ihnen: Ihr werdet das Schwert nicht sehen und keine Hungersnot bei euch haben, sondern ich will euch beständigen Frieden geben an diesem Ort. 14Aber der HERR sprach zu mir: Jeremia 23,21Jeremia 27,9Jeremia 29,8Hesekiel 13,6 Diese Propheten weissagen Lüge in meinem Namen; ich habe sie nicht gesandt und ihnen nichts befohlen und nicht zu ihnen geredet. Sie predigen euch falsche Offenbarungen, nichtige Wahrsagung und ihres Herzens Trug.

15Darum spricht der HERR: Wider die Propheten, die 5.Mose 18,20 in meinem Namen weissagen, obgleich ich sie nicht gesandt habe, und die dennoch predigen, es werde weder Schwert noch Hungersnot in dies Land kommen: Solche Propheten sollen sterben durch Schwert und Hunger. 16Und die Leute, denen sie weissagen, sollen auf den Gassen Jerusalems liegen, vom Schwert und Hunger hingestreckt, und Jeremia 9,21 niemand wird sie begraben, sie und ihre Frauen, Söhne und Töchter; und ich will ihre Bosheit über sie ausschütten. 17Und du sollst zu ihnen dies Wort sagen: Jeremia 13,17 Meine Augen fließen über von Tränen, unaufhörlich Tag und Nacht; denn die Jungfrau, die Tochter meines Volks, ist unheilbar verwundet und völlig zerschlagen. 18Gehe ich hinaus aufs Feld, siehe, so liegen dort vom Schwert Erschlagene; komme ich in die Stadt, siehe, so liegen dort vor Hunger Verschmachtete. Sogar Propheten und Priester müssen in ein Land ziehen, das sie nicht kennen.

19Hast du denn Juda verworfen oder einen Abscheu gegen Zion? Warum hast du uns denn so geschlagen, daß uns niemand heilen kann? Jeremia 8,15 Wir hofften, es sollte Friede werden; aber es kommt nichts Gutes. Wir hofften, wir sollten heil werden; aber siehe, es ist Schrecken da. 20HERR, wir erkennen unser gottloses Leben und unsrer Väter Missetat; denn Jeremia 3,25Psalm 51,5Psalm 106,6 wir haben wider dich gesündigt. 21Aber um deines Namens willen verwirf uns nicht! Laß den Thron deiner Herrlichkeit nicht verspottet werden; gedenke doch an deinen Bund mit uns und laß ihn nicht aufhören! 22Ist denn unter den Götzen der Heiden einer, der Regen geben könnte, oder gibt der Himmel Regen? Du bist doch der HERR, unser Gott, auf den wir hoffen; denn du hast das alles gemacht.

151Und der HERR sprach zu mir: Und 2.Mose 32,111.Samuel 7,9Hesekiel 14,14 wenn auch Mose und Samuel vor mir stünden, so habe ich doch kein Herz für dies Volk. Treibe sie weg von mir, und laß sie weggehen! 2Und wenn sie zu dir sagen: Wo sollen wir hin?, dann antworte ihnen: So spricht der HERR: Jeremia 43,11Sacharia 11,9 Wen der Tod trifft, den treffe er; wen das Schwert trifft, den treffe es; wen der Hunger trifft, den treffe er; wen die Gefangenschaft trifft, den treffe sie! 3Denn ich will sie heimsuchen mit Hesekiel 14,21 viererlei Plagen, spricht der HERR: mit dem Schwert, daß sie getötet werden; mit Hunden, die sie fortschleifen sollen; Jeremia 7,33 mit den Vögeln des Himmels und mit den Tieren des Feldes, daß sie gefressen und vertilgt werden sollen. 4Und ich will sie zu einem Bild des Entsetzens machen für alle Königreiche auf Erden um 2.Könige 21,112.Könige 23,26 Manasses willen, des Sohnes Hiskias, des Königs von Juda, für alles, was er in Jerusalem begangen hat.

5Wer will sich denn deiner erbarmen, Jerusalem? Wer wird denn Mitleid mit dir haben? Wer wird denn kommen und fragen, ob es dir gut geht? 6Du hast mich verlassen, spricht der HERR, und bist von mir abgefallen; darum habe ich meine Hand gegen dich ausgestreckt, um dich zu verderben; ich bin des Erbarmens müde. 7Ich worfelte sie mit der Matthäus 3,12 Worfschaufel in den Städten des Landes, und mein Volk, das sich nicht bekehren wollte von seinem Wandel, machte ich kinderlos und brachte es um. 8Es wurden mehr Frauen zu Witwen unter ihnen, als Sand am Meer ist. Ich ließ kommen über die Mütter der jungen Mannschaft den Verderber am hellen Mittag und ließ plötzlich über sie fallen Angst und Schrecken. 9Die sieben Kinder hatte, welkte dahin, und ihre Seele verschmachtete in ihr. Amos 8,9 Ihre Sonne ging unter am hellen Tag; ihr Ruhm und ihre Freude hatte ein Ende. Und was von ihnen übrig ist, will ich dem Schwert hingeben vor ihren Feinden, spricht der HERR. 10Weh mir, meine Mutter, Jeremia 20,14 daß du mich geboren hast, gegen den jedermann hadert und streitet im ganzen Lande! Hab ich doch weder auf Wucherzinsen ausgeliehen, noch hat man mir geliehen, und doch flucht mir jedermann.

11Der HERR sprach: Wohlan, ich will etliche von euch übrig lassen, denen es wieder wohlgehen soll, und will euch zu Hilfe kommen in der Not und Angst unter den Feinden. 12Kann man Eisen zerbrechen, Eisen und Kupfer aus dem Norden? 13Ich will dein Gut und deine Schätze zum Raube geben als Lohn für alle deine Sünden, die du in deinem ganzen Gebiet begangen hast, Jeremia 17,3 14und will dich zum Knecht deiner Feinde machen in einem Lande, das du nicht kennst; denn es ist das Feuer meines Zorns über euch angezündet.

15Ach HERR, du weißt es! Gedenke an mich und nimm dich meiner an und räche mich an meinen Verfolgern! Laß mich nicht hinweggerafft werden, während du deinen Zorn über sie noch zurückhältst; denn du weißt, daß ich um deinetwillen geschmäht werde. 165.Mose 8,35.Mose 32,46Hesekiel 3,1Offenbarung 10,8 Dein Wort ward meine Speise, sooft ich's empfing, und dein Wort ist meines Herzens Freude und Trost; denn ich bin ja nach deinem Namen genannt, HERR, Gott Zebaoth. 17Ich habe mich nicht zu den Fröhlichen gesellt noch mich mit ihnen gefreut, sondern saß einsam, gebeugt von deiner Hand; denn du hattest mich erfüllt mit Grimm. 18Warum währt doch mein Leiden so lange und sind meine Wunden so schlimm, daß sie niemand heilen kann? Du bist mir geworden wie ein trügerischer Born, der nicht mehr quellen will.

19Darum spricht der HERR: Wenn du dich zu mir hältst, so will ich mich zu dir halten, und du sollst mein Prediger bleiben. Und wenn du recht redest und nicht leichtfertig, so sollst du mein Mund sein. Sie sollen sich zu dir kehren, doch du kehre dich nicht zu ihnen! 20Denn Jeremia 1,18 ich mache dich für dies Volk zur festen, ehernen Mauer. Wenn sie auch wider dich streiten, sollen sie dir doch nichts anhaben; denn ich bin bei dir, daß ich dir helfe und dich errette, spricht der HERR, 21und ich will dich erretten aus der Hand der Bösen und erlösen aus der Hand der Tyrannen.

16Jeremias Einsamkeit als Vorzeichen des Gerichts
1Und des HERRN Wort geschah zu mir: 2Du sollst dir keine Frau nehmen und weder Söhne noch Töchter zeugen an diesem Ort. 3Denn so spricht der HERR von den Söhnen und Töchtern, die an diesem Ort geboren werden, und von ihren Müttern, die sie gebären, und von ihren Vätern, die sie zeugen in diesem Lande: 4Sie sollen an bösen Krankheiten sterben und nicht beklagt noch begraben werden, sondern sollen Jeremia 9,21 Dung werden auf dem Acker. Durch Schwert und Hunger sollen sie umkommen, und ihre Leichname sollen den Vögeln des Himmels und den Tieren des Feldes zum Fraße werden.

5So spricht der HERR: Du sollst in kein Trauerhaus gehen, weder um zu klagen noch um zu trösten; denn ich habe meinen Frieden von diesem Volk weggenommen, die Gnade und die Barmherzigkeit, spricht der HERR. 6Große und Kleine sollen sterben in diesem Lande und nicht begraben noch beklagt werden, und Jeremia 41,5Jeremia 47,5Jeremia 48,373.Mose 19,275.Mose 14,1 niemand wird sich ihretwegen wund ritzen oder kahl scheren. 7Auch wird man keinem das Trauerbrot brechen, um ihn zu trösten wegen eines Toten, und auch nicht den Trostbecher zu trinken geben wegen seines Vaters oder seiner Mutter. 8Du sollst auch in kein Hochzeitshaus gehen, um bei ihnen zu sitzen zum Essen und zum Trinken. 9Denn so spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Siehe, Jeremia 7,34 ich will an diesem Ort vor euren Augen und zu euren Lebzeiten ein Ende machen dem Jubel der Freude und Wonne, der Stimme des Bräutigams und der Braut.

10Klagelieder 5,19 Und wenn du das alles diesem Volk gesagt hast und sie zu dir sprechen werden: „Warum kündigt uns der HERR all dies große Unheil an? Was ist die Missetat und Sünde, womit wir wider den HERRN, unsern Gott, gesündigt haben?“, 11so sollst du ihnen sagen: Weil eure Väter mich verlassen haben, spricht der HERR, und andern Göttern nachgelaufen sind, ihnen gedient und sie angebetet, mich aber verlassen und mein Gesetz nicht gehalten haben, 12ihr aber noch ärger tut als eure Väter; denn siehe, Jeremia 7,26 ein jeder lebt nach seinem verstockten und bösen Herzen, so daß er mir nicht gehorcht. 13Darum will ich euch aus diesem Lande verstoßen in ein Land, von dem weder ihr noch eure Väter gewußt haben. 5.Mose 28,64 Dort sollt ihr andern Göttern dienen Tag und Nacht, weil ich euch keine Gnade mehr erweisen will.

Heil und Gericht für Israel und für die Völker
14Jeremia 23,7 Darum siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, daß man nicht mehr sagen wird: „So wahr der HERR lebt, der die Israeliten aus Ägyptenland geführt hat“, 15sondern: „So wahr der HERR lebt, der die Israeliten geführt hat aus dem Lande des Nordens und aus allen Ländern, wohin er sie verstoßen hatte.“ Denn ich will sie zurückbringen in das Land, das ich ihren Vätern gegeben habe.

16Siehe, ich will viele Fischer aussenden, spricht der HERR, die sollen sie fischen; und danach will ich viele Jäger aussenden, die sollen sie fangen auf allen Bergen und auf allen Hügeln und in allen Felsklüften. 17Denn Hiob 34,21 meine Augen sehen auf alle ihre Wege, daß sie sich nicht vor mir verstecken können, und ihre Missetat ist vor meinen Augen nicht verborgen. 18Aber zuvor will ich ihre Missetat und Sünde Jesaja 40,2 zwiefach vergelten, weil sie mein Land mit ihren toten Götzen unrein gemacht und mein Erbland mit ihren Greueln angefüllt haben.

19HERR, du bist meine Stärke und Kraft und meine Zuflucht in der Not! Die Heiden werden zu dir kommen von den Enden der Erde und sagen: Nur Lüge haben unsere Väter gehabt, nichtige Götter, die nicht helfen können. 20Wie kann ein Mensch sich Götter machen? Das sind doch keine Götter! 21Darum siehe, diesmal will ich sie lehren und meine Kraft und Gewalt ihnen kundtun, daß sie erfahren sollen: 2.Mose 3,15 Ich heiße der HERR.

1712.Könige 23,4 Die Sünde Judas ist geschrieben mit eisernem Griffel und mit diamantener Spitze gegraben auf die Tafel ihres Herzens und auf die Hörner an ihren Altären; 2denn ihre Söhne denken an ihre Altäre und Ascherabilder unter den grünen Bäumen und auf den hohen Hügeln. 3Aber ich will deine Opferhöhen auf Bergen und Feldern samt deiner Habe und allen deinen Schätzen zum Raube geben um der Sünde willen, die in deinem ganzen Gebiet begangen ist. Jeremia 15,13 4Und du sollst aus deinem Erbe verstoßen werden, das ich dir gegeben habe, und ich will dich zum Knecht deiner Feinde machen in einem Lande, das du nicht kennst; denn ihr habt ein Feuer meines Zorns angezündet, das ewiglich brennen wird.

5So spricht der HERR: Verflucht ist der Mann, der Psalm 118,8Psalm 146,3 sich auf Menschen verläßt und 2.Chronik 32,8 hält Fleisch für seinen Arm und weicht mit seinem Herzen vom HERRN. 6Der wird sein wie ein Jeremia 48,6 Dornstrauch in der Wüste und wird nicht sehen das Gute, das kommt, sondern er wird bleiben in der Dürre der Wüste, im unfruchtbaren Lande, wo niemand wohnt. 7Gesegnet aber ist der Mann, Psalm 146,5 der sich auf den HERRN verläßt und dessen Zuversicht der HERR ist. 8Der ist Psalm 1,3 wie ein Baum, am Wasser gepflanzt, der seine Wurzeln zum Bach hin streckt. Denn obgleich die Hitze kommt, fürchtet er sich doch nicht, sondern seine Blätter bleiben grün; und er sorgt sich nicht, wenn ein dürres Jahr kommt, sondern bringt ohne Aufhören Früchte.

9Es ist das Herz ein trotzig und verzagt Ding; wer kann es ergründen? 10Ich, der HERR, 1.Samuel 16,7Psalm 7,10Sprüche 15,11 kann das Herz ergründen und die Nieren prüfen und Römer 2,6 gebe einem jeden nach seinem Tun, nach den Früchten seiner Werke. 11Wie ein Vogel, der sich über Eier setzt, die er nicht gelegt hat, so ist, wer unrecht Gut sammelt; denn Lukas 12,20 er muß davon, wenn er's am wenigsten denkt, und muß zuletzt noch Spott dazu haben. 12Aber die Stätte unseres Heiligtums ist der Jeremia 3,17 Thron der Herrlichkeit, erhaben von Anbeginn. 13Denn du, HERR, bist die Hoffnung Israels. Alle, die dich verlassen, müssen zuschanden werden, und die Abtrünnigen müssen auf die Erde geschrieben werden; denn sie verlassen den HERRN, Jeremia 2,13 die Quelle des lebendigen Wassers. 142.Mose 15,26Psalm 6,3 Heile du mich, HERR, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir geholfen; denn du bist mein Ruhm. 15Siehe, sie sprechen zu mir: „Wo ist denn des HERRN Wort? Jesaja 5,19 Laß es doch kommen!“ 16Aber ich habe dich nie gedrängt, Unheil kommen zu lassen; auch hab ich den bösen Tag nicht herbeigewünscht, das weißt du. Was ich gepredigt habe, das liegt offen vor dir. 17Sei du mir nur nicht schrecklich, meine Zuversicht in der Not! 18Psalm 35,4 Laß die zuschanden werden, die mich verfolgen, und nicht mich; laß sie erschrecken, und nicht mich. Laß den Tag des Unheils über sie kommen und zerschlage sie zwiefach!

Die Heiligung des Sabbats
19Nehemia 13,15 So sprach der HERR zu mir: Geh hin und tritt ins Tor des Volks, durch das die Könige von Juda aus- und eingehen, und in alle Tore Jerusalems 20und sprich zu ihnen: Höret des HERRN Wort, ihr Könige Judas und ganz Juda und alle Einwohner Jerusalems, die durch diese Tore gehen! 212.Mose 20,8 So spricht der HERR: Hütet euch und tragt keine Last am Sabbattag durch die Tore Jerusalems 22und tragt keine Last am Sabbattag aus euren Häusern und tut keine Arbeit, sondern Jesaja 56,2 heiligt den Sabbattag, wie ich euren Vätern geboten habe. 23Aber Jeremia 11,8 sie hörten nicht und kehrten mir ihre Ohren nicht zu, sondern blieben halsstarrig, daß sie ja nicht auf mich hörten noch Zucht annähmen. 24Wenn ihr nun auf mich hören werdet, spricht der HERR, daß ihr am Sabbattag keine Last durch die Tore dieser Stadt tragt, sondern ihn heiligt, daß ihr an diesem Tage keine Arbeit tut, 25so Jeremia 22,4 sollen auch durch die Tore dieser Stadt aus- und eingehen Könige, die auf dem Thron Davids sitzen und die mit Roß und Wagen fahren, sie und ihre Großen samt allen, die in Juda und Jerusalem wohnen; und es soll diese Stadt immerdar bewohnt werden. 26Und sie sollen kommen aus den Städten Judas und aus der Gegend von Jerusalem und aus dem Lande Benjamin, aus dem Hügelland und vom Gebirge und vom Südland, die da bringen Brandopfer, Schlachtopfer, Speisopfer und Weihrauch und die da Dankopfer bringen zum Hause des HERRN. 27Werdet ihr aber nicht auf mein Gebot hören, Hesekiel 20,12 den Sabbattag zu heiligen und keine Last am Sabbattag zu tragen durch die Tore Jerusalems, so will ich ein Feuer in ihren Toren anzünden, das die festen Häuser Jerusalems verzehrt und nicht gelöscht werden kann.

18Das Gleichnis vom Töpfer
1Dies ist das Wort, das geschah vom HERRN zu Jeremia: 2Mach dich auf und geh hinab in des Töpfers Haus; dort will ich dich meine Worte hören lassen. 3Und ich ging hinab in des Töpfers Haus, und siehe, er arbeitete eben auf der Scheibe. 4Und der Topf, den er aus dem Ton machte, mißriet ihm unter den Händen. Da machte er einen andern Topf daraus, wie es ihm gefiel.

5Da geschah des HERRN Wort zu mir: 6Kann ich nicht ebenso mit euch umgehen, ihr vom Hause Israel, wie dieser Töpfer? spricht der HERR. Siehe, Jesaja 45,9Römer 9,21 wie der Ton in des Töpfers Hand, so seid auch ihr vom Hause Israel in meiner Hand. 7Jeremia 1,10 Bald rede ich über ein Volk und Königreich, daß ich es ausreißen, einreißen und zerstören will; 8wenn es sich aber bekehrt von seiner Bosheit, gegen die ich rede, so Jeremia 26,3Hesekiel 33,11Jona 3,10 reut mich auch das Unheil, das ich ihm gedachte zu tun. 9Und bald rede ich über ein Volk und Königreich, daß ich es bauen und pflanzen will; 10wenn es aber tut, was mir mißfällt, daß es meiner Stimme nicht gehorcht, so reut mich auch das Gute, das ich ihm verheißen hatte zu tun.

11Und nun sprich zu den Leuten in Juda und zu den Bürgern Jerusalems: So spricht der HERR: Siehe, ich bereite euch Unheil und habe gegen euch etwas im Sinn. So bekehrt euch doch, ein jeder von seinen bösen Wegen, und Jeremia 7,3 bessert euern Wandel und euer Tun! 12Aber sie sprechen: Jeremia 6,16 Daraus wird nichts! Wir wollen nach unsern Gedanken wandeln, und ein jeder soll tun nach seinem Jeremia 11,8 verstockten und bösen Herzen.

13Darum spricht der HERR: Fragt doch unter den Heiden: Wer hat je dergleichen gehört? So greuliche Dinge tut die Jungfrau Israel! 14Bleibt doch der Schnee länger auf den Steinen im Felde, wenn's vom Libanon herab schneit, und das Regenwasser verläuft sich nicht so schnell, 15wie mein Volk meiner vergißt. Sie opfern den nichtigen Göttern. Die haben sie zu Fall gebracht auf den alten Wegen und lassen sie nun gehen auf ungebahnten Straßen, 16auf daß ihr Land zur Wüste werde, ihnen zur ewigen Schande, daß, wer vorübergeht, sich entsetze und den Kopf schüttle. 17Denn ich will sie wie durch einen Ostwind zerstreuen vor ihren Feinden; Jeremia 2,27 ich will ihnen den Rücken und nicht das Antlitz zeigen am Tag ihres Verderbens.

Jeremias Gebet gegen seine Feinde
18Sie sprechen: „Kommt und laßt uns gegen Jeremia Böses planen; denn dem Priester wird's nicht fehlen an Weisung noch dem Weisen an Rat noch dem Propheten am Wort! Kommt, laßt uns ihn mit seinen eigenen Worten schlagen und nichts geben auf alle seine Reden!“ 19HERR, hab acht auf mich und höre die Stimme meiner Widersacher! 20Ist's recht, daß man Gutes mit Bösem vergilt? Denn sie haben mir eine Grube gegraben! Gedenke doch, wie ich vor dir gestanden bin, um für sie zum besten zu reden und deinen Grimm von ihnen abzuwenden! 21So strafe nun ihre Kinder mit Hunger und gib sie dem Schwerte preis, daß ihre Frauen kinderlos und Witwen seien und ihre Männer vom Tode getroffen und ihre junge Mannschaft im Krieg durchs Schwert getötet werden; 22daß Geschrei aus ihren Häusern gehört werde, wenn du plötzlich Kriegsvolk über sie kommen läßt. Denn sie haben eine Grube gegraben, mich zu fangen, und meinen Füßen Fallen gestellt. 23Aber du, HERR, kennst alle ihre Anschläge gegen mich, daß sie mich töten wollen. So Matthäus 6,15 vergib ihnen ihre Missetat nicht und tilge ihre Sünde nicht aus vor dir! Laß sie vor dir zu Fall kommen und handle an ihnen zur Zeit deines Zorns!b

191So sprach der HERR: Geh hin und kaufe dir einen irdenen Krug vom Töpfer und nimm mit etliche von den Ältesten des Volks und von den Ältesten der Priester 2und geh hinaus ins Tal Jeremia 7,31 Ben-Hinnom, das vor dem Scherbentor liegt, und predige dort die Worte, die ich dir sage, 3und sprich: Höret des HERRN Wort, ihr Könige von Juda und ihr Bürger Jerusalems! So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: 2.Könige 21,12 Siehe, ich will ein solches Unheil über diese Stätte bringen, daß jedem, der es hören wird, die Ohren gellen sollen, 4weil sie mich verlassen und diese Stätte einem fremden Gott gegeben und dort andern Göttern geopfert haben, die weder sie noch ihre Väter noch die Könige von Juda kannten, und weil sie die Stätte voll unschuldigen Blutes gemacht 5Jeremia 7,313.Mose 18,21 und dem Baal Höhen gebaut haben, um ihre Kinder dem Baal als Brandopfer zu verbrennen, was ich weder geboten noch geredet habe und was mir nie in den Sinn gekommen ist.

6Darum siehe, es wird die Zeit kommen, spricht der HERR, daß man diese Stätte nicht mehr „Tofet“ und „Tal Ben- Hinnom“, sondern „Würgetal“ nennen wird. 7Und ich will den Gottesdienst Judas und Jerusalems an diesem Ort zunichte machen und will sie durchs Schwert fallen lassen vor ihren Feinden und durch die Hand derer, die ihnen nach dem Leben trachten, und will ihre Leichname den Vögeln des Himmels und den Tieren auf dem Felde zum Fraße geben. 8Und ich will diese Stadt zum Entsetzen und zum Spott machen, daß alle, die vorübergehen, sich entsetzen und spotten über alle ihre Plagen. 9Ich will sie 3.Mose 26,295.Mose 28,53 ihrer Söhne und Töchter Fleisch essen lassen, und einer soll des andern Fleisch essen in der Not und Angst, mit der ihre Feinde und die, die ihnen nach dem Leben trachten, sie bedrängen werden.

10Und du sollst den Krug zerbrechen vor den Augen der Männer, die mit dir gegangen sind, 11und zu ihnen sagen: So spricht der HERR Zebaoth: Jesaja 30,12 Wie man eines Töpfers Gefäß zerbricht, daß es nicht wieder ganz werden kann, so will ich dies Volk und diese Stadt zerbrechen. Und man wird im Jeremia 7,32 Tofet begraben, weil sonst kein Raum dafür da sein wird. 12So will ich's mit dieser Stätte und ihren Bewohnern machen, spricht der HERR, daß diese Stadt wie das Tofet werden soll. 13Und die Häuser Jerusalems und die Häuser der Könige von Juda sollen ebenso unrein werden wie die Stätte Tofet, alle Häuser, wo sie Jeremia 32,292.Könige 23,12Zefanja 1,5 auf den Dächern dem ganzen Heer des Himmels geopfert und andern Göttern Trankopfer dargebracht haben.

Die Mißhandlung Jeremias durch Paschhur
14Und als Jeremia vom Tofet zurückkam, wohin ihn der HERR gesandt hatte, um zu weissagen, trat er in den Vorhof am Hause des HERRN und sprach zu allem Volk: 15So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Siehe, ich will über diese Stadt und über alle ihre Ortschaften all das Unheil kommen lassen, das ich gegen sie geredet habe, weil sie halsstarrig sind und meine Worte nicht hören wollen.

201Als aber Paschhur, ein Sohn Immers, der Priester, der zum Vorsteher im Hause des HERRN bestellt war, hörte, wie Jeremia solche Worte weissagte, 2schlug er den Propheten Jeremia und Apostelgeschichte 16,24 schloß ihn in den Block am oberen Benjamintor, das am Hause des HERRN ist. 3Und am andern Morgen ließ Paschhur den Jeremia aus dem Block los. Da sprach Jeremia zu ihm: Der HERR nennt dich nicht Paschhur, sondern Jeremia 20,10Jeremia 6,25Jeremia 46,5Jeremia 49,29Psalm 31,14 „Schrecken um und um“; 4denn so spricht der HERR: Siehe, ich will dich zum Schrecken machen für dich selbst und alle deine Freunde; sie sollen fallen durchs Schwert ihrer Feinde, und du sollst es mit eigenen Augen sehen. Und ich will ganz Juda in die Hand des Königs von Babel geben; der soll sie wegführen nach Babel und mit dem Schwert töten. 5Auch will ich alle Güter dieser Stadt und allen Ertrag ihrer Arbeit und alle Kleinode und alle Schätze der Könige von Juda in die Hand ihrer Feinde geben; die Jesaja 39,6 werden sie rauben, mitnehmen und nach Babel bringen. 6Und du, Paschhur, sollst mit allen deinen Hausgenossen gefangen weggeführt werden und nach Babel kommen. Dort sollst du sterben und begraben werden samt allen deinen Freunden, denen du Lügen gepredigt hast.

Die Last des Prophetenamts
7HERR, Jeremia 1,5 du hast mich überredet, und ich habe mich überreden lassen. Du bist mir zu stark gewesen und hast gewonnen; aber ich bin darüber zum Spott geworden täglich, und jedermann verlacht mich. 8Denn sooft ich rede, muß ich schreien; „Frevel und Gewalt!“ muß ich rufen. Denn des HERRN Wort ist mir zu Hohn und Spott geworden täglich. 9Da dachte ich: Ich will nicht mehr an ihn denken und nicht mehr in seinem Namen predigen. Aber es ward in meinem Herzen wie ein brennendes Feuer, in meinen Gebeinen verschlossen, daß ich's nicht ertragen konnte; ich wäre schier vergangen. 1.Korinther 9,16 10Denn ich höre, wie viele heimlich reden: Jeremia 20,3 „Schrecken ist um und um!“ „Verklagt ihn!“ „Wir wollen ihn verklagen!“ Jeremia 18,18 Alle meine Freunde und Gesellen lauern, ob ich nicht falle: „Vielleicht läßt er sich überlisten, daß wir ihm beikommen können und uns an ihm rächen.“ 11Aber Jeremia 1,8 der HERR ist bei mir wie ein starker Held, darum werden meine Verfolger fallen und nicht gewinnen. Sie müssen ganz zuschanden werden, weil es ihnen nicht gelingt. Ewig wird ihre Schande sein und nie vergessen werden.

12Und nun, HERR Zebaoth, der du die Gerechten prüfst, Nieren und Herz durchschaust: Jeremia 11,20 Laß mich deine Vergeltung an ihnen sehen; denn ich habe dir meine Sache befohlen. 13Singet dem HERRN, rühmet den HERRN, der des Armen Leben aus den Händen der Boshaften errettet!

14Verflucht sei der Tag, an dem ich geboren bin; der Tag soll ungesegnet sein, an dem mich meine Mutter geboren hat!a 15Verflucht sei, der meinem Vater gute Botschaft brachte und sprach: „Du hast einen Sohn“, so daß er ihn fröhlich machte! 16Der Tag soll sein 1.Mose 19,24 wie die Städte, die der HERR vernichtet hat ohne Erbarmen. Am Morgen soll er Wehklage hören und am Mittag Kriegsgeschrei, 17weil er mich nicht getötet hat im Mutterleibe, so daß meine Mutter mein Grab geworden und ihr Leib ewig schwanger geblieben wäre! 18Warum bin ich doch aus dem Mutterleib hervorgekommen, wenn ich nur Jammer und Herzeleid sehen muß und meine Tage in Schmach zubringe!

21Jeremia kündigt Zedekia die Zerstörung Jerusalems an
1Dies ist das Wort, das vom HERRN geschah zu Jeremia, als der König Jeremia 39,1 Zedekia zu ihm sandte Paschhur, den Sohn Malkias, und Jeremia 29,25Jeremia 37,3Jeremia 52,24 Zefanja, den Sohn Maasejas, den Priester, und ihm sagen ließ: 2Befrage doch den HERRN für uns; denn Nebukadnezar, der König von Babel, führt Krieg gegen uns. Vielleicht wird der HERR doch an uns sein Wunder tun wie so manches Mal, damit jener von uns abzieht. 3Jeremia sprach zu ihnen: So sagt zu Zedekia: 4Das spricht der HERR, der Gott Israels: Siehe, ich will euch zum Rückzug zwingen samt euren Waffen, die ihr in euren Händen habt und mit denen ihr kämpft gegen den König von Babel und gegen die Chaldäer, die euch draußen vor der Mauer belagern, und will euch versammeln mitten in dieser Stadt. 5Und ich selbst will wider euch streiten mit ausgestreckter Hand, mit starkem Arm, mit Zorn und Grimm und ohne Erbarmen 6und will die Bürger dieser Stadt schlagen, Menschen und Tiere, daß sie sterben sollen durch eine große Pest. 7Und danach, spricht der HERR, will ich Zedekia, den König von Juda, samt seinen Großen und dem Volk, das in dieser Stadt von Pest, Schwert und Hunger übriggelassen wird, in die Hände Nebukadnezars, des Königs von Babel, geben und in die Hände ihrer Feinde und in die Hände derer, die ihnen nach dem Leben trachten. Er wird sie mit der Schärfe des Schwerts schlagen schonungslos, ohne Gnade und Erbarmen.

8Und zu diesem Volk sage: So spricht der HERR: Siehe, 5.Mose 30,15 ich lege euch vor den Weg zum Leben und den Weg zum Tode. 9Wer in dieser Stadt bleibt, der wird sterben müssen durch Schwert, Hunger und Pest; wer sich aber hinausbegibt und überläuft zu den Chaldäern, die euch belagern, der soll am Leben bleiben und soll sein Leben als Beute behalten. Jeremia 38,2 10Denn ich habe mein Angesicht gegen diese Stadt gerichtet zum Unheil und nicht zum Heil, spricht der HERR. Jeremia 34,2 Sie soll dem König von Babel übergeben werden, daß er sie mit Feuer verbrenne.

11Und zum Hause des Königs von Juda sage: Höret des HERRN Wort, 12ihr vom Hause David! So spricht der HERR: Jeremia 22,3 Haltet alle Morgen gerechtes Gericht und errettet den Bedrückten aus des Frevlers Hand, auf daß nicht Jeremia 7,20 mein Grimm ausfahre wie Feuer und brenne, ohne daß jemand löschen kann, um eurer bösen Taten willen.

13Siehe, spricht der HERR, ich will an dich, du Stadt, die du wohnst auf dem Felsen im Tal und sprichst: Wer will uns überfallen, und wer will in unsere Feste kommen? 14Ich Galater 6,7 will euch heimsuchen, spricht der HERR, nach der Frucht eures Tuns; Hesekiel 21,3 ich will ein Feuer in ihrem Wald anzünden, das soll alles umher verzehren.

221So sprach der HERR: Geh hinab in das Haus des Königs von Juda und rede dort dies Wort 2und sprich: Höre des HERRN Wort, du König von Juda, der du auf dem Thron Davids sitzest, du und deine Großen und dein Volk, die durch diese Tore hineingehen. 3So spricht der HERR: Jeremia 21,12 Schaffet Recht und Gerechtigkeit und errettet den Bedrückten von des Frevlers Hand und bedränget nicht die Fremdlinge, Waisen und Witwen und tut niemand Gewalt an und vergießt nicht unschuldiges Blut an dieser Stätte. 4Werdet ihr das tun, so Jeremia 17,25 sollen durch die Tore dieses Hauses einziehen Könige, die auf Davids Thron sitzen, und fahren mit Wagen und Rossen samt ihren Großen und ihrem Volk. 5Werdet ihr aber diesen Worten nicht gehorchen, so habe ich bei mir selbst geschworen, spricht der HERR: 1.Könige 9,8 dies Haus soll zerstört werden.

6Denn so spricht der HERR von dem Hause des Königs von Juda: Ein Gilead warst du mir, ein Gipfel im Libanon, - was gilt's? Ich will dich zur Wüste, zur Stadt ohne Einwohner machen! 7Denn ich habe Verderber wider dich bestellt, einen jeden mit seinen Waffen; die sollen deine auserwählten Zedern umhauen und ins Feuer werfen. 8Da werden viele Völker an dieser Stadt vorüberziehen und zueinander sagen: Warum hat der HERR an dieser großen Stadt so gehandelt? 9Und man wird antworten: Weil sie den Bund des HERRN, ihres Gottes, verlassen und andere Götter angebetet und ihnen gedient haben.

102.Könige 23,29 Weinet nicht über den Toten und grämt euch nicht um ihn; weint aber über den, der fortgezogen ist; denn er wird nicht mehr wiederkommen und sein Vaterland nicht wiedersehen. 11Denn so spricht der HERR über 1.Chronik 3,15 Schallum, den Sohn 2.Chronik 36,1 Josias, des Königs von Juda, der König wurde an seines Vaters Josia Statt: Der von dieser Stätte fortgezogen ist, wird nicht wieder herkommen, 12sondern muß sterben an dem Ort, wohin er gefangen geführt ist, und wird dies Land nicht mehr sehen.

132.Könige 24,1 Weh dem, der Micha 3,10 sein Haus mit Sünden baut und seine Gemächer mit Unrecht, der seinen Nächsten umsonst arbeiten läßt und 3.Mose 19,13Jakobus 5,4 gibt ihm seinen Lohn nicht 14und denkt: „Wohlan, ich will mir ein großes Haus bauen und weite Gemächer“ und läßt sich Fenster ausbrechen und mit Zedern täfeln und rot malen. 15Meinst du, du seiest König, weil du mit Zedern prangst? Hat dein Vater nicht auch gegessen und getrunken und hielt dennoch auf Recht und Gerechtigkeit, und es ging ihm gut? 16Er half dem Elenden und Armen zum Recht, und es ging ihm gut. Heißt dies nicht, mich recht erkennen? spricht der HERR. 17Aber deine Augen und dein Herz sind auf nichts anderes aus als auf unrechten Gewinn und darauf, unschuldig Blut zu vergießen, zu freveln und zu unterdrücken.

18Darum spricht der HERR über Jojakim, den Sohn Josias, den König von Juda: Man wird ihn nicht beklagen: „Ach, Bruder! Ach, Schwester!“ Man wird ihn nicht beklagen: „Ach, Herr! Ach, Edler!“ 19Er soll wie ein Esel begraben werden, fortgeschleift und Jeremia 36,30 hinausgeworfen vor die Tore Jerusalems.

20Geh hinauf auf den Libanon und schreie und laß deine Klage hören in Baschan und schreie vom Abarim her; denn alle deine Liebhaber sind zunichte gemacht! 21Ich habe dir's vorher gesagt, als es noch gut um dich stand; aber du sprachst: „Ich will nicht hören.“ So hast du es dein Lebtag getan, daß du meiner Stimme nicht gehorchtest. 22Alle deine Hirten weidet der Sturmwind, und deine Liebhaber müssen gefangen fort. Ja, nun bist du zu Spott und zuschanden geworden um aller deiner Bosheit willen. 23Die du jetzt auf dem Libanon wohnst und in Zedern nistest, wie wirst du stöhnen, wenn dir Schmerzen und Wehen kommen werden wie einer in Kindsnöten!

242.Könige 24,8 So wahr ich lebe, spricht der HERR: Wenn Jeremia 24,1 Konja, der Sohn Jojakims, der König von Juda, ein Siegelring wäre an meiner rechten Hand, so wollte ich dich doch abreißen 25und in die Hände derer geben, die dir nach dem Leben trachten und vor denen du dich fürchtest: in die Hände Nebukadnezars, des Königs von Babel, und der Chaldäer. 26Und ich will dich und deine Mutter, die dich geboren hat, in ein anderes Land treiben, das nicht euer Vaterland ist; dort sollt ihr sterben. 27Aber in das Land, wohin sie von Herzen gern wieder kämen, sollen sie nicht zurückkehren.

28Ist denn Konja ein elender, verachteter, verstoßener Mann, ein Gefäß, das niemand haben will? Ach, wie ist er doch samt seinem Geschlecht vertrieben und in ein unbekanntes Land geworfen! 29O Land, Land, Land, höre des HERRN Wort! 30So spricht der HERR: Schreibt diesen Mann auf als einen, der 1.Chronik 3,17 ohne Kinder ist, einen Mann, dem sein Leben lang nichts gelingt! Denn keiner seiner Nachkommen wird das Glück haben, daß er auf dem Thron Davids sitze und in Juda herrsche.

231Weh euch Jeremia 10,21Sacharia 11,5 Hirten, die ihr die Herde meiner Weide umkommen laßt und zerstreut! spricht der HERR. 2Darum spricht der HERR, der Gott Israels, von den Hirten, die mein Volk weiden: Ihr habt meine Herde zerstreut und verstoßen und nicht nach ihr gesehen. Siehe, ich will euch heimsuchen um eures bösen Tuns willen, spricht der HERR. 3Und ich will die Übriggebliebenen meiner Herde sammeln aus allen Ländern, wohin ich sie verstoßen habe, und will sie wiederbringen zu ihren Weideplätzen, daß sie sollen wachsen und viel werden. 4Und Jeremia 3,15 ich will Hirten über sie setzen, die sie weiden sollen, daß sie sich nicht mehr fürchten noch erschrecken noch heimgesucht werden, spricht der HERR. 5Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, daß ich dem David einen gerechten Sacharia 3,8 Sproß erwecken will. Der soll Jesaja 32,1 ein König sein, der wohl regieren und Recht und Gerechtigkeit im Lande üben wird. 6Zu seiner Zeit soll Juda geholfen werden und 5.Mose 33,1 Israel sicher wohnen. Und dies wird sein Name sein, mit dem man ihn nennen wird: Jeremia 33,16Jesaja 45,24 „Der HERR unsere Gerechtigkeit“.

7Jeremia 16,14 Darum siehe, es wird die Zeit kommen, spricht der HERR, daß man nicht mehr sagen wird: „So wahr der HERR lebt, der die Israeliten aus Ägyptenland geführt hat!“, 8sondern: „So wahr der HERR lebt, der die Nachkommen des Hauses Israel herausgeführt und hergebracht hat aus dem Lande des Nordens und aus allen Landen, wohin er sie verstoßen hatte.“ Und sie sollen in ihrem Lande wohnen.

Worte über die falschen Propheten
9Wider die Propheten. Mein Herz will mir in meinem Leibe brechen, alle meine Gebeine zittern; mir ist wie einem trunkenen Mann und wie einem, der vom Wein taumelt, vor dem HERRN und vor seinen heiligen Worten. 10Denn das Land ist voller Ehebrecher, und wegen des Fluches Jeremia 12,4 vertrocknet das Land und die Weideplätze in der Steppe verdorren. Böse ist, wonach sie streben, und ihre Stärke ist Unrecht. 11Denn Jeremia 5,31 Propheten wie Priester sind ruchlos; auch in meinem Hause finde ich ihre Bosheit, spricht der HERR. 12Darum ist ihr Weg Jeremia 13,16Psalm 35,6 wie ein glatter Weg, auf dem sie im Finstern gleiten und fallen; denn ich will Unheil über sie kommen lassen, das Jahr ihrer Heimsuchung, spricht der HERR. 13Auch bei den Propheten zu Samaria sah ich Anstößiges, daß sie weissagten im Namen des Baal und mein Volk Israel verführten; 14aber bei den Propheten zu Jerusalem sehe ich Greuel, wie sie ehebrechen und mit Lügen umgehen und die Boshaften stärken, auf daß sich ja niemand bekehre von seiner Bosheit. Sie sind alle vor mir gleichwie Sodom und die Bürger Jerusalems wie Gomorra. 15Darum spricht der HERR Zebaoth über die Propheten: Siehe, Jeremia 9,14 ich will sie mit Wermut speisen und mit Gift tränken; denn von den Propheten Jerusalems geht das ruchlose Wesen aus ins ganze Land.

16So spricht der HERR Zebaoth: Hört nicht auf die Worte der Propheten, die euch weissagen! Jeremia 6,13 Sie betrügen euch; denn Jeremia 14,14 sie verkünden euch Gesichte aus ihrem Herzen und nicht aus dem Mund des HERRN. 17Sie sagen denen, die des HERRN Wort verachten: Es wird euch wohlgehen -, und allen, Jeremia 7,24 die nach ihrem verstockten Herzen wandeln, sagen sie: Es wird kein Unheil über euch kommen. 18Aber wer hat Jesaja 40,13 im Rat des HERRN gestanden, daß er sein Wort gesehen und gehört hätte? Wer hat sein Wort vernommen und gehört? 19Jeremia 30,23 Siehe, es wird ein Wetter des HERRN kommen voll Grimm und ein schreckliches Ungewitter auf den Kopf der Gottlosen niedergehen. 20Und des HERRN Zorn wird nicht ablassen, bis er tue und ausrichte, was er im Sinn hat; zur letzten Zeit werdet ihr es klar erkennen.

21Ich sandte die Propheten nicht, und doch laufen sie; ich redete nicht zu ihnen, und doch weissagen sie. Jeremia 14,14 22Denn wenn sie in meinem Rat gestanden hätten, so hätten sie meine Worte meinem Volk gepredigt, um es von seinem bösen Wandel und von seinem bösen Tun zu bekehren.

23Bin ich nur ein Gott, der nahe ist, spricht der HERR, und nicht auch ein Gott, der ferne ist? 24Meinst du, daß Psalm 139,7 sich jemand so heimlich verbergen könne, daß ich ihn nicht sehe? spricht der HERR. Bin ich es nicht, der Himmel und Erde erfüllt? spricht der HERR.

25Ich höre es wohl, was die Propheten reden, die Lüge weissagen in meinem Namen und sprechen: Mir hat geträumt, mir hat geträumt. 26Wann wollen doch die Propheten aufhören, die Lüge weissagen und ihres Herzens Trug weissagen 27und wollen, daß mein Volk meinen Namen vergesse über ihren Träumen, die einer dem andern erzählt, Richter 3,7 wie auch ihre Väter meinen Namen vergaßen über dem Baal? 28Ein Prophet, der Träume hat, der erzähle Träume; wer aber mein Wort hat, der predige mein Wort recht. Wie reimen sich Stroh und Weizen zusammen? spricht der HERR. 29Ist mein Wort nicht wie ein Feuer, spricht der HERR, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmeißt?a

30Darum siehe, ich will an die Propheten, spricht der HERR, die mein Wort stehlen einer vom andern. 31Siehe, ich will an die Propheten, spricht der HERR, die ihr eigenes Wort führen und sprechen: „Er hat's gesagt.“ 32Siehe, ich will an die Propheten, spricht der HERR, die falsche Träume erzählen und Jeremia 14,14 verführen mein Volk mit ihren Lügen und losem Geschwätz, obgleich ich sie nicht gesandt und ihnen nichts befohlen habe und sie auch diesem Volk nichts nütze sind, spricht der HERR.

332.Könige 9,25Jesaja 13,1 Wenn dich dies Volk oder ein Prophet oder ein Priester fragen wird und sagt: Was ist die Last, die der HERR jetzt ankündigt?, sollst du zu ihnen sagen: Ihr seid die Last, ich will euch wegwerfen, spricht der HERR. - (33-40) 2. Kön 9,25; Jes 13,1 34Und wenn ein Prophet oder Priester oder die Leute sagen werden: „Das ist die Last des HERRN“, den will ich heimsuchen und sein Haus dazu. 35Vielmehr sollt ihr einer mit dem andern reden und zueinander sagen: „Was antwortet der HERR?“ und: „Was sagt der HERR?“ 36Aber sagt nicht mehr „Last des HERRN“; denn einem jeden wird sein eigenes Wort zur Last werden, weil ihr so die Worte des lebendigen Gottes, des HERRN Zebaoth, unseres Gottes, verdreht. 37Darum sollt ihr zum Propheten sagen: „Was antwortet dir der HERR?“ und: „Was sagt der HERR?“ 38Wenn ihr aber sagt: „Last des HERRN“, so spricht der HERR: Weil ihr dies Wort Last des HERRN nennt, obgleich ich zu euch gesandt habe und euch sagen ließ, ihr sollt nicht „Last des HERRN“ sagen, - 39siehe, so will ich euch aufheben wie eine Last und euch samt der Stadt, die ich euch und euren Vätern gegeben habe, von meinem Angesicht wegwerfen 40und will euch Jeremia 20,11 ewige Schande und ewige Schmach zufügen, die nie vergessen werden soll.

24Die zwei Feigenkörbe
1Siehe, der HERR zeigte mir zwei Feigenkörbe, aufgestellt vor dem Tempel des HERRN, 2.Könige 24,14 nachdem Nebukadnezar, der König von Babel, den Jechonja*, den Sohn Jojakims, den König von Juda, weggeführt hatte samt den Großen Judas und den Zimmerleuten und Schmieden und sie von Jerusalem nach Babel gebracht hatte. 2In dem einen Korbe waren sehr gute Feigen, wie die ersten reifen Feigen sind; im andern Korbe waren sehr schlechte Feigen, daß man sie nicht essen konnte, so schlecht waren sie. 3Und der HERR sprach zu mir: Jeremia, was siehst du? Ich sprach: Feigen; die guten Feigen sind sehr gut, und die schlechten sind sehr schlecht, daß man sie nicht essen kann, so schlecht sind sie.

4Hesekiel 11,14 Da geschah des HERRN Wort zu mir: 5So spricht der HERR, der Gott Israels: Wie auf diese guten Feigen, so will ich blicken auf die Weggeführten aus Juda, die ich von dieser Stätte habe fortziehen lassen in der Chaldäer Land. 6Ich will sie gnädig ansehen und sie wieder in dies Land bringen und Jeremia 1,10Jeremia 31,28 will sie bauen und nicht verderben, ich will sie pflanzen und nicht ausreißen. 7Und ich will ihnen ein Herz geben, Jeremia 31,33 daß sie mich erkennen sollen, daß ich der HERR bin. Und Jeremia 7,23 sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein; von ganzem Herzen werden sie sich zu mir bekehren.

8Aber wie die schlechten Feigen, die so schlecht sind, daß man sie nicht essen kann, spricht der HERR, so will ich dahingeben Zedekia, den König von Juda, samt seinen Großen und allen, die übriggeblieben sind in Jerusalem und in diesem Lande und die in Ägyptenland wohnen. 9Ich will sie zum Bild des Entsetzens, ja des Unglücks, machen für alle Königreiche auf Erden, 1.Könige 9,7 zum Spott und zum Sprichwort, zum Hohn und zum Fluch an allen Orten, wohin ich sie verstoßen werde, 10und will Schwert, Hunger und Pest unter sie schicken, bis sie ganz vertilgt sind aus dem Lande, das ich ihnen und ihren Vätern gegeben habe.

25Die siebzigjährige Gefangenschaft bis zum Untergang Babels
1Dies ist das Wort, das zu Jeremia geschah über das ganze Volk von Juda Jeremia 36,1 im vierten Jahr Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs von Juda; das ist das erste Jahr Nebukadnezars, des Königs von Babel. 2Und der Prophet Jeremia sprach zu dem ganzen Volk von Juda und zu allen Bürgern Jerusalems: 3Vom Jeremia 1,2Jeremia 36,2 dreizehnten Jahr des Josia an, des Sohnes Amons, des Königs von Juda, ist des HERRN Wort zu mir geschehen bis auf diesen Tag, und ich habe zu euch nun dreiundzwanzig Jahre lang immer wieder gepredigt, aber ihr habt nie hören wollen. 4Und der HERR hat zu euch Jeremia 7,25Jeremia 11,7Jeremia 26,5Jeremia 28,8Jeremia 29,19Jeremia 44,42.Chronik 36,15 immer wieder alle seine Knechte, die Propheten, gesandt; aber ihr habt nie hören wollen und eure Ohren mir nicht zugekehrt und mir nicht gehorcht, 5wenn er sprach: Jeremia 7,3 Bekehret euch, ein jeder von seinem bösen Wege und von euren bösen Werken, so sollt ihr in dem Lande, das der HERR euch und euren Vätern gegeben hat, für immer und ewig bleiben. 6Folgt nicht andern Göttern, ihnen zu dienen und sie anzubeten, und erzürnt mich nicht durch eurer Hände Werk, damit ich euch nicht Unheil zufügen muß. 7Aber ihr wolltet mir nicht gehorchen, spricht der HERR, auf daß ihr mich ja erzürntet durch eurer Hände Werk zu eurem eigenen Unheil. 8Darum spricht der HERR Zebaoth: Weil ihr denn meine Worte nicht hören wollt, 9siehe, so will ich ausschicken und kommen lassen alle Völker des Nordens, spricht der HERR, auch meinen Knecht Daniel 3,31 Nebukadnezar, den König von Babel, und will sie bringen über dies Land und über seine Bewohner und über alle diese Völker ringsum und will an ihnen den Bann vollstrecken und sie zum Bild des Entsetzens und zum Spott und zur ewigen Wüste machen 10und Jeremia 7,34 will wegnehmen allen fröhlichen Gesang, die Stimme des Bräutigams und der Braut, das Geräusch der Mühle und das Licht der Lampe, 11so 2.Chronik 36,21 daß dies ganze Land wüst und zerstört liegen soll. Und Jeremia 29,10Esra 1,1 diese Völker sollen dem König von Babel dienen siebzig Jahre. 12Wenn aber die siebzig Jahre um sind, will ich heimsuchen den König von Babel und jenes Volk, spricht der HERR, um ihrer Missetat willen, dazu das Land der Chaldäer und will es zur ewigen Wüste machen. 13So lasse ich an diesem Lande, gegen das ich geredet habe, alle meine Worte in Erfüllung gehen, nämlich alles, was in diesem Buch geschrieben steht, was Jeremia geweissagt hat über alle Völker. 14Und Jeremia 27,7 auch sie sollen großen Völkern und großen Königen dienen. So will ich ihnen vergelten nach ihrem Verdienst und nach den Werken ihrer Hände.

Der Zornbecher für alle Völker
15Denn so sprach zu mir der HERR, der Gott Israels: Nimm diesen Jeremia 51,7Jesaja 51,17Offenbarung 14,10 Becher mit dem Wein meines Zorns aus meiner Hand und laß daraus trinken alle Völker, zu denen ich dich sende, 16daß sie trinken, taumeln und toll werden vor dem Schwert, das ich unter sie schicken will. - 17Und ich nahm den Becher aus der Hand des HERRN und ließ daraus trinken alle Völker, zu denen mich der HERR sandte, 18nämlich Jerusalem, die Städte Judas, ihre Könige und Fürsten, daß sie wüst und zerstört liegen und ein Spott und Fluch sein sollten - wie es denn heutigentages steht -, 19auch den Pharao, den König von Ägypten, mit seinen Großen und mit seinen Fürsten, mit seinem ganzen Volk 20und allem Mischvolk, alle Könige im Lande Uz, alle Könige in der Philister Lande mit Aschkelon, Gaza, Ekron und denen, die übriggeblieben sind in Aschdod; 21die von Edom, die von Moab, die Ammoniter; 22alle Könige von Tyrus, alle Könige von Sidon, die Könige auf den Inseln jenseits des Meeres; 23die von Dedan, die von Tema, die von Bus und alle, die Jeremia 9,25 das Haar rundherum abscheren; 24alle Könige Arabiens und die der Mischvölker, die in der Wüste wohnen; 25alle Könige in Simri, alle Könige in Elam, alle Könige in Medien; 26alle Könige des Nordens, die in der Nähe und die in der Ferne, einen wie den andern, alle Königreiche der Welt, soviel ihrer auf Erden sind. Und der König von Jeremia 51,41 Scheschach* soll nach ihnen trinken. 27Und sprich zu ihnen: So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Trinkt, daß ihr trunken werdet und speit, daß ihr niederfallt und nicht aufstehen könnt vor dem Schwert, das ich unter euch schicken will. 28Und wenn sie den Becher von deiner Hand nicht nehmen und nicht trinken wollen, so sprich zu ihnen: So spricht der HERR Zebaoth: Ihr müßt trinken! 29Denn siehe, Hesekiel 9,61.Petrus 4,17 bei der Stadt, die nach meinem Namen genannt ist, fange ich an mit dem Unheil, und ihr solltet ungestraft bleiben? Jeremia 49,12 Ihr sollt nicht ungestraft bleiben, denn ich rufe das Schwert über alle herbei, die auf Erden wohnen, spricht der HERR Zebaoth.

30Und du sollst ihnen alle diese Worte weissagen und zu ihnen sprechen: Der HERR Hosea 11,10Joel 4,16Amos 1,2 wird brüllen aus der Höhe und seinen Donner hören lassen aus seiner heiligen Wohnung. Er wird brüllen über seine Fluren hin; wie einer, der die Kelter tritt, wird er seinen Ruf erschallen lassen über alle Bewohner der Erde hin, 31und sein Schall wird dringen bis an die Enden der Erde. Der HERR will mit den Völkern rechten und mit allem Fleisch Gericht halten; die Schuldigen wird er dem Schwert übergeben, spricht der HERR.

32So spricht der HERR Zebaoth: Siehe, es wird eine Plage kommen von einem Volk zum andern, und ein großes Wetter wird sich erheben von den Enden der Erde. 33Zu der Zeit werden die vom HERRN Erschlagenen liegen von einem Ende der Erde bis ans andere Ende; sie werden nicht beklagt noch aufgehoben noch begraben werden, sondern müssen auf dem Felde liegen und Jeremia 9,21 zu Dung werden. 34Heulet, ihr Jeremia 23,1 Hirten, und schreit, wälzt euch in der Asche, ihr Herren der Herde; denn die Zeit ist erfüllt, daß ihr geschlachtet und zerstreut werdet und zerbrechen müßt wie ein kostbares Gefäß. 35Und die Hirten werden nicht fliehen können, und die Herren der Herde werden nicht entrinnen können. 36Da werden die Hirten schreien, und die Herren der Herde werden heulen, daß der HERR ihre Weide so verwüstet hat 37und ihre Auen, die so schön standen, vernichtet sind von dem grimmigen Zorn des HERRN. 38Er hat sein Versteck verlassen wie ein junger Jeremia 4,7 Löwe, und ihr Land ist verheert von seinem gewaltigen Schwert und von seinem grimmigen Zorn.

26Jeremias Tempelrede, seine Gefangennahme und Freilassung(vgl. Kap 7)
1Im Anfang der Herrschaft Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs von Juda, geschah dies Wort vom HERRN: 2So spricht der HERR: Tritt in den Vorhof am Hause des HERRN und predige denen, die aus allen Städten Judas hereinkommen, um anzubeten im Hause des HERRN, alle Worte, die ich dir befohlen habe, ihnen zu sagen, und tu nichts davon weg, 3ob sie vielleicht hören wollen und Jeremia 18,8Jeremia 36,3 sich bekehren, ein jeder von seinem bösen Wege, damit mich auch reuen könne das Übel, das ich gedenke, ihnen anzutun um ihrer bösen Taten willen. 4Und sprich zu ihnen: So spricht der HERR: Werdet ihr mir nicht gehorchen und nicht nach meinem Gesetz wandeln, das ich euch vorgelegt habe, 5und nicht hören auf die Worte meiner Knechte, der Propheten, die ich Jeremia 25,4 immer wieder zu euch sende und auf die ihr doch nicht hören wollt, 6so 2.Könige 25,9 will ich's mit diesem Hause machen wie mit Jeremia 7,12 Silo und diese Stadt zum Fluchwort für alle Völker auf Erden machen.

7Als aber die Priester, Propheten und alles Volk Jeremia hörten, daß er solche Worte redete im Hause des HERRN, 8und Jeremia nun alles gesagt hatte, was ihm der HERR befohlen hatte, allem Volk zu sagen, ergriffen ihn die Priester, Propheten und das ganze Volk und sprachen: Du mußt sterben! 9Warum weissagst du im Namen des HERRN: „Es wird diesem Hause gehen wie Silo, und diese Stadt soll so wüst werden, daß niemand mehr darin wohnt“? Und das ganze Volk sammelte sich im Hause des HERRN wider Jeremia. 10Als das die Oberen von Juda hörten, gingen sie aus des Königs Hause hinauf ins Haus des HERRN und setzten sich zum Gericht vor das neue Tor am Hause des HERRN. 11Und die Priester und Propheten sprachen vor den Oberen und allem Volk: Dieser Mann ist des Todes schuldig; denn Apostelgeschichte 6,13 er hat geweissagt gegen diese Stadt, wie ihr mit eigenen Ohren gehört habt. 12Aber Jeremia sprach zu allen Oberen und zu allem Volk: Der HERR hat mich gesandt, daß ich dies alles, was ihr gehört habt, weissagen sollte gegen dies Haus und gegen diese Stadt. 13So Jeremia 7,3 bessert nun eure Wege und euer Tun und gehorcht der Stimme des HERRN, eures Gottes, dann wird den HERRN auch gereuen das Übel, das er gegen euch geredet hat. 14Siehe, ich bin in euren Händen, ihr könnt mit mir machen, wie es euch recht und gut dünkt. 15Doch sollt ihr wissen: wenn ihr mich tötet, so 2.Mose 23,7Matthäus 27,4 werdet ihr unschuldig Blut auf euch laden, auf diese Stadt und ihre Einwohner. Denn wahrlich, der HERR hat mich zu euch gesandt, daß ich dies alles vor euren Ohren reden soll. 16Da sprachen die Oberen und das ganze Volk zu den Priestern und Propheten: Dieser Mann ist des Todes nicht schuldig; denn er hat zu uns geredet im Namen des HERRN, unseres Gottes. 17Und es standen auf etliche von den Ältesten des Landes und sprachen zu dem versammelten Volk: 18Zur Zeit Hiskias, des Königs von Juda, war ein Prophet, Micha 1,1 Micha von Moreschet; der sprach zum ganzen Volk Juda: „So spricht der HERR Zebaoth: Micha 3,12 Zion wird wie ein Acker gepflügt werden, und Jeremia 9,10 Jerusalem wird zu Steinhaufen werden und der Berg des Tempels zu einer Höhe wilden Gestrüpps.“ 19Doch ließ ihn Hiskia, der König von Juda, und das ganze Juda deswegen nicht töten, vielmehr fürchteten sie den HERRN und flehten zu ihm. Da Jeremia 18,8 reute auch den HERRN das Übel, das er gegen sie geredet hatte. Wir aber würden großes Unheil über uns bringen. 20Da war noch einer, der im Namen des HERRN weissagte, Uria, der Sohn Schemajas, von Josua 15,9 Kirjat-Jearim. Der weissagte gegen diese Stadt und gegen dies Land ganz wie Jeremia. 21Als aber der König Jojakim und alle seine Gewaltigen und die Oberen seine Worte hörten, wollte ihn der König töten lassen. Und Uria erfuhr das, fürchtete sich und floh und kam nach Ägypten. 22Aber der König Jojakim schickte Leute nach Ägypten, Elnatan, den Sohn Achbors, und andere mit ihm. 23Die holten ihn aus Ägypten und brachten ihn zum König Jojakim. Der ließ ihn mit dem Schwert töten und ließ seinen Leichnam unter dem niederen Volk begraben.

24Aber mit Jeremia war die Hand Ahikams, des Sohnes Schafans, so daß man ihn nicht dem Volk in die Hände gab, das ihn getötet hätte.

27Jeremias Predigt vom Joch Nebukadnezars
1Im Anfang der Herrschaft 2.Könige 24,17 Zedekias, des Sohnes Josias, des Königs von Juda, geschah dies Wort vom HERRN zu Jeremia: 2So spricht der HERR zu mir: Mache dir ein Joch und lege es auf deinen Nacken 3und schicke Botschaft zum Jeremia 25,21 König von Edom, zum König von Moab, zum König der Ammoniter, zum König von Tyrus und zum König von Sidon durch die Boten, die zu Zedekia, dem König von Juda, nach Jerusalem gekommen sind, 4und befiehl ihnen, daß sie ihren Herren sagen: So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: So sollt ihr euren Herren sagen: 5Ich Jeremia 32,17 habe die Erde gemacht und Menschen und Tiere, die auf Erden sind, durch meine große Kraft und meinen ausgereckten Arm und gebe sie, wem ich will. 6Jeremia 25,9Jesaja 45,1Hesekiel 26,7Daniel 2,38 Nun aber habe ich alle diese Länder in die Hand meines Knechts Nebukadnezar, des Königs von Babel, gegeben und auch die Tiere auf dem Felde, daß sie ihm untertan sein sollen. 7Und es sollen alle Völker ihm dienen und seinem Sohn und seines Sohnes Sohn, bis auch für sein Land die Zeit kommt, daß es vielen Völkern und großen Königen untertan sein muß. 8Das Volk aber und das Königreich, das dem König von Babel, Nebukadnezar, nicht untertan sein will und das seinen Nacken nicht unter das Joch des Königs von Babel beugt, das will ich heimsuchen mit Schwert, Hunger und Pest, spricht der HERR, bis ich sie durch seine Hand umbringe. 9So Jeremia 14,13 hört doch nicht auf eure Propheten, Wahrsager, Traumdeuter, Zeichendeuter und Zauberer, die euch sagen: Ihr werdet nicht untertan sein müssen dem König von Babel. 10Denn sie weissagen euch Lüge, auf daß sie euch aus eurem Lande fortbringen und ich euch verstoße und ihr umkommt. 11Aber das Volk, das seinen Nacken unter das Joch des Königs von Babel beugt und ihm untertan ist, das will ich in seinem Lande lassen, daß es dasselbe bebaue und bewohne, spricht der HERR.

12Und ich redete alle diese Worte zu Zedekia, dem König von Juda, und sprach: Beugt euren Nacken unter das Joch des Königs von Babel und seid ihm und seinem Volk untertan, so sollt ihr am Leben bleiben. 13Warum wollt ihr sterben, du und dein Volk, durch Schwert, Hunger und Pest, wie der HERR geredet hat über das Volk, das dem König von Babel nicht untertan sein will? 14Darum hört nicht auf die Worte der Propheten, die euch sagen: „Ihr werdet nicht untertan sein müssen dem König von Babel!“ Denn Jeremia 14,14 sie weissagen euch Lüge, 15und ich habe sie nicht gesandt, spricht der HERR, sondern sie weissagen Lüge in meinem Namen, auf daß ich euch verstoße und ihr umkommt samt den Propheten, die euch weissagen. 16Und zu den Priestern und zu diesem ganzen Volk redete ich und sprach: So spricht der HERR: Höret nicht auf die Worte eurer Propheten, die euch weissagen und sprechen: „Siehe, Jeremia 28,32.Chronik 36,10 die Geräte aus dem Hause des HERRN werden nun bald von Babel wieder herkommen!“ Denn sie weissagen euch Lüge. 17Höret nicht auf sie, sondern seid dem König von Babel untertan, so werdet ihr am Leben bleiben. Warum soll diese Stadt zur Wüstenei werden? 18Sind sie aber Propheten und haben sie des HERRN Wort, so laßt sie den HERRN Zebaoth bitten, daß die Geräte, die übriggeblieben sind im Hause des HERRN und im Hause des Königs von Juda und zu Jerusalem, nicht auch nach Babel geführt werden. 19Denn so spricht der HERR Zebaoth von 1.Könige 7,152.Könige 25,13 den Säulen und vom Meer und von den Gestellen und von den Geräten, die noch übriggeblieben sind in dieser Stadt, 20die Nebukadnezar, der König von Babel, nicht mitnahm, als er Jechonja, den Sohn Jojakims, den König von Juda, von Jerusalem wegführte nach Babel samt allen Vornehmen in Juda und Jerusalem, - 21so spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels, von den Geräten, die übriggeblieben sind im Hause des HERRN und im Hause des Königs von Juda und zu Jerusalem: 22sie sollen nach Babel geführt werden und dort bleiben bis auf den Tag, an dem ich nach ihnen sehe, spricht der HERR, und Esra 1,1 ich sie wieder zurückbringen lasse an diesen Ort.

281In demselben Jahr, im Anfang der Herrschaft Zedekias, des Königs von Juda, im fünften Monat des vierten Jahrs, sprach Hananja, der Sohn Asurs, ein Prophet von 2.Chronik 1,3 Gibeon, zu mir im Hause des HERRN in Gegenwart der Priester und des ganzen Volks: 2So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Ich habe das Joch des Königs von Babel zerbrochen, 3und ehe zwei Jahre um sind, Jeremia 27,16 will ich alle Geräte des Hauses des HERRN, die Nebukadnezar, der König von Babel, von diesem Ort weggenommen und nach Babel geführt hat, wieder an diesen Ort bringen; 4auch Jechonja, den Sohn Jojakims, den König von Juda, samt allen Weggeführten aus Juda, die nach Babel gekommen sind, will ich wieder an diesen Ort bringen, spricht der HERR, denn ich will das Joch des Königs von Babel zerbrechen. 5Da sprach der Prophet Jeremia zu dem Propheten Hananja in Gegenwart der Priester und des ganzen Volks, die im Hause des HERRN standen, 6und sagte: Amen! Der HERR tue so; der HERR bestätige dein Wort, das du geweissagt hast, daß er die Geräte aus dem Hause des HERRN von Babel wiederbringe an diesen Ort und alle Weggeführten. 7Doch höre dies Wort, das ich vor deinen Ohren rede und vor den Ohren des ganzen Volks: 8Die Propheten, die vor mir und vor dir gewesen sind von alters her, die haben gegen viele Länder und große Königreiche geweissagt von Krieg, von Unheil und Pest. 9Wenn aber ein Prophet von Heil weissagt - 5.Mose 18,21 ob ihn der HERR wahrhaftig gesandt hat, wird man daran erkennen, daß sein Wort erfüllt wird.

10Da nahm der Prophet Hananja das Joch vom Nacken des Propheten Jeremia und zerbrach es. 11Und Hananja sprach in Gegenwart des ganzen Volks: So spricht der HERR: Ebenso Jeremia 29,10 will ich zerbrechen das Joch Nebukadnezars, des Königs von Babel, ehe zwei Jahre um sind, und es vom Nacken aller Völker nehmen. Und der Prophet Jeremia ging seines Weges.

12Aber des HERRN Wort geschah zu Jeremia, nachdem der Prophet Hananja das Joch auf dem Nacken des Propheten Jeremia zerbrochen hatte: 13Geh hin und sage Hananja: So spricht der HERR: Du hast das hölzerne Joch zerbrochen, aber du hast nun ein eisernes Joch an seine Stelle gesetzt. 14Denn so spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: 5.Mose 28,48 Ein eisernes Joch habe ich allen diesen Völkern auf den Nacken gelegt, daß sie Jeremia 27,6 untertan sein sollen Nebukadnezar, dem König von Babel, und ihm dienen, und auch die Tiere habe ich ihm gegeben. 15Und der Prophet Jeremia sprach zum Propheten Hananja: Höre doch, Hananja! Der HERR hat dich nicht gesandt; aber du machst, daß dies Volk sich auf Lügen verläßt. 16Darum spricht der HERR: Siehe, ich will dich vom Erdboden nehmen; dies Jahr sollst du sterben, denn du hast sie mit deiner Rede vom HERRN abgewendet. 17Und der Prophet Hananja starb im selben Jahr im siebenten Monat.

29Jeremias Brief an die Weggeführten in Babel
1Dies sind die Worte des Briefes, den der Prophet Jeremia von Jerusalem sandte an den Rest der Ältesten, die weggeführt waren, an die Priester und Propheten und an das ganze Volk, das Nebukadnezar von Jerusalem nach Babel weggeführt hatte 2- nachdem der König Jechonja und die Königinmutter mit den Kämmerern und Oberen in Juda und Jerusalem samt den Zimmerleuten und Schmieden aus Jerusalem weggeführt warena -, 3durch Elasa, den Sohn Schafans, und Gemarja, den Sohn Hilkijas, die Zedekia, der König von Juda, nach Babel sandte zu Nebukadnezar, dem König von Babel:

4So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels, zu den Weggeführten, die ich von Jerusalem nach Babel habe wegführen lassen: 5Baut Häuser und wohnt darin; pflanzt Gärten und eßt ihre Früchte; 6nehmt euch Frauen und zeugt Söhne und Töchter, nehmt für eure Söhne Frauen, und gebt eure Töchter Männern, daß sie Söhne und Töchter gebären; mehret euch dort, daß ihr nicht weniger werdet. 7Suchet der Stadt Bestes, dahin ich euch habe wegführen lassen, und betet für sie zum HERRN; denn wenn's ihr wohlgeht, so geht's auch euch wohl.

8Jeremia 14,14 Denn so spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Laßt euch durch die Propheten, die bei euch sind, und durch die Wahrsager nicht betrügen, und hört nicht auf die Träume, die sie träumen! 9Denn sie weissagen euch Lüge in meinem Namen. Ich habe sie nicht gesandt, spricht der HERR. 10Denn so spricht der HERR: Jeremia 25,11 Wenn für Babel siebzig Jahre voll sind, so will ich euch heimsuchen und will mein gnädiges Wort an euch erfüllen, daß ich euch wieder an diesen Ort bringe. 11Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, daß ich euch gebe das Ende, des ihr wartet.* *Wörtlich: daß ich euch gebe Zukunft und Hoffnung. 12Und ihr werdet mich anrufen und hingehen und mich bitten, und ich will euch erhören. 13Jeremia 30,35.Mose 4,29Jesaja 55,6 Ihr werdet mich suchen und finden; denn wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, 14so will ich mich von euch finden lassen, spricht der HERR, und will eure Gefangenschaft wenden und euch sammeln aus allen Völkern und von allen Orten, wohin ich euch verstoßen habe, spricht der HERR, und will euch wieder an diesen Ort bringen, von wo ich euch habe wegführen lassen.

15Zwar meint ihr, der HERR habe euch auch in Babel Propheten erstehen lassen. - 16Fürwahr, so spricht der HERR über den König, der auf Davids Thron sitzt, und über das ganze Volk, das in dieser Stadt wohnt, über eure Brüder, die nicht mit euch in die Gefangenschaft gezogen sind, 17Jeremia 24,8 ja, so spricht der HERR Zebaoth: Siehe, ich will Schwert, Hunger und Pest unter sie schicken und will sie machen wie die schlechten Feigen, davor einem ekelt zu essen, 18und will hinter ihnen her sein mit Schwert, Hunger und Pest und 5.Mose 28,37 will sie zum Bild des Entsetzens machen für alle Königreiche auf Erden, zum Fluch, zum Grauen, zum Hohn und zum Spott unter allen Völkern, wohin ich sie verstoßen werde, 19weil sie meinen Worten nicht gehorchten, spricht der HERR, der ich meine Knechte, die Propheten, Jeremia 25,4 immer wieder zu euch gesandt habe; aber ihr wolltet nicht hören, spricht der HERR. - 20Aber ihr alle, die ihr gefangen weggeführt seid, die ich von Jerusalem habe nach Babel ziehen lassen, höret des HERRN Wort! 21So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels, wider Ahab, den Sohn Kolajas, und wider Zedekia, den Sohn Maasejas, die euch Lügen weissagen in meinem Namen: Siehe, ich will sie geben in die Hände Nebukadnezars, des Königs von Babel. Der soll sie totschlagen lassen vor euren Augen, 22so daß man ihre Namen zum Fluchwort machen wird unter allen Weggeführten aus Juda, die in Babel sind, und sagen: Der HERR tue an dir wie an Zedekia und Ahab, die der König von Babel im Feuer rösten ließ, 23weil sie eine Schandtat in Israel begingen und Ehebruch trieben mit den Frauen ihrer Nächsten und in meinem Namen Lüge predigten, was ich ihnen nicht befohlen hatte. Solches weiß ich und bezeuge es, spricht der HERR.

Jeremia und Schemaja
24Und wider Schemaja von Nehelam sollst du sagen: 25So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Weil du unter deinem Namen Briefe gesandt hast an alles Volk, das in Jerusalem ist, an den Priester Jeremia 21,1 Zefanja, den Sohn Maasejas, und an alle Priester und gesagt: 26Der HERR hat dich zum Priester bestellt anstatt des Priesters Jojada, daß du Aufseher sein sollst im Hause des HERRN Hosea 9,7 über alle Wahnsinnigen und Weissager, daß du sie Jeremia 20,2 in Block und Eisen legst, - 27nun, warum strafst du dann nicht Jeremia von Anatot, der euch weissagt? 28Hat er doch zu uns nach Babel geschickt und sagen lassen: Es wird noch lange währen; baut Häuser und wohnt darin, pflanzt Gärten und eßt ihre Früchte. 29- Es hatte nämlich der Priester Zefanja den Brief vorgelesen vor den Ohren des Propheten Jeremia. - 30Da geschah des HERRN Wort zu Jeremia: 31Sende hin zu allen Weggeführten und laß ihnen sagen: So spricht der HERR wider Schemaja von Nehelam: Weil euch Schemaja weissagt - und ich habe ihn doch nicht gesandt - und macht, daß ihr auf Lügen vertraut, 32darum spricht der HERR: Siehe, ich will Schemaja von Nehelam heimsuchen samt seinen Nachkommen, daß keiner von den Seinen unter diesem Volk bleiben soll. Und er soll das Gute nicht sehen, das ich meinem Volk tun will, spricht der HERR; denn er hat es mit seiner Rede vom HERRN abgewendet.

30Israels Befreiung aus der Gefangenschaft
1Dies ist das Wort, das vom HERRN geschah zu Jeremia: 2So spricht der HERR, der Gott Israels: Schreib dir alle Worte, die ich zu dir geredet habe, in ein Buch. 3Denn siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, daß ich das Geschick meines Volks Israel und Juda wenden will, spricht der HERR; und Jeremia 29,14 ich will sie wiederbringen in das Land, das ich ihren Vätern gegeben habe, daß sie es besitzen sollen.

4Und dies sind die Worte, die der HERR redete über Israel und Juda. 5So spricht der HERR: Wir hören ein Geschrei des Schreckens; nur Furcht ist da und kein Friede. 6Forschet doch und sehet, ob dort Männer gebären! Wie kommt es denn, daß ich sehe, wie alle Männer ihre Hände an die Hüften halten wie Frauen in Kindsnöten und alle Angesichter so bleich sind? 7Wehe, es ist Joel 2,11Zefanja 1,14 ein gewaltiger Tag, und seinesgleichen ist nicht gewesen, und es ist eine Zeit der Angst für Jakob; doch soll ihm daraus geholfen werden. 8Jeremia 23,5Jeremia 27,12Hesekiel 34,23Hosea 3,5 Es soll aber geschehen zu dieser Zeit, spricht der HERR Zebaoth, daß ich das Joch auf deinem Nacken zerbrechen will und deine Bande zerreißen. Sie werden nicht mehr Fremden dienen, 9sondern dem HERRN, ihrem Gott, und ihrem König David, den ich ihnen erwecken will.

10Darum fürchte du dich nicht, mein Knecht Jakob, spricht der HERR, und entsetze dich nicht, Israel. Denn siehe, ich will dich erretten aus fernen Landen und deine Nachkommen aus dem Lande ihrer Gefangenschaft, daß Jakob zurückkehren soll und in Frieden und Sicherheit leben, und niemand soll ihn schrecken. Jeremia 46,27Jesaja 43,5 11Denn ich bin bei dir, spricht der HERR, daß ich dir helfe. Denn ich will mit allen Völkern ein Ende machen, unter die ich dich zerstreut habe; aber mit dir will ich nicht ein Ende machen. Jeremia 10,245.Mose 8,5 Ich will dich mit Maßen züchtigen, doch ungestraft kann ich dich nicht lassen.

12Denn so spricht der HERR: Dein Schaden ist verzweifelt böse, und Jeremia 15,18 deine Wunden sind unheilbar. 13Deine Sache führt niemand; da ist keiner, der dich verbindet, es kann dich niemand heilen. 14Alle deine Liebhaber vergessen dich, fragen nichts nach dir. Ich habe dich geschlagen wie einen Feind mit unbarmherziger Züchtigung um deiner großen Schuld und um deiner vielen Sünden willen. 15Was schreist du über deinen Schaden und über dein verzweifelt böses Leiden? Habe ich dir doch solches getan um deiner großen Schuld und um deiner vielen Sünden willen.

16Doch alle, die dich gefressen haben, sollen gefressen werden, und alle, die dich geängstigt haben, sollen alle gefangen weggeführt werden; und Jesaja 33,1Hesekiel 39,10 die dich beraubt haben, sollen beraubt werden, und alle, die dich geplündert haben, sollen geplündert werden. 17Aber dich will ich Jeremia 33,6Jesaja 57,18 wieder gesund machen und deine Wunden heilen, spricht der HERR, weil man dich nennt: „die Verstoßene“ und: „Zion, nach der niemand fragt“.

18So spricht der HERR: Siehe, ich will das Geschick der Hütten Jakobs wenden und mich über seine Wohnungen erbarmen, und die Stadt soll wieder auf ihre Hügel gebaut werden, und die Burg soll stehen an ihrem rechten Platz. 19Und es soll aus ihr erschallen Lob- und Freudengesang; denn ich will sie mehren und nicht mindern, ich will sie herrlich machen und nicht geringer. 20Ihre Söhne sollen sein wie früher, und ihre Gemeinde soll vor mir fest gegründet stehen; denn ich will heimsuchen alle, die sie bedrängen. 21Und Jeremia 30,9 ihr Fürst soll aus ihrer Mitte kommen und ihr Herrscher von ihnen ausgehen; und er soll zu mir nahen, denn wer dürfte sonst sein Leben wagen und mir nahen? spricht der HERR. 22Und ihr sollt mein Volk sein, und ich will euer Gott sein. Jeremia 7,23

23Jeremia 23,19 Siehe, es wird ein Wetter des HERRN kommen voll Grimm, ein schreckliches Ungewitter wird auf den Kopf der Gottlosen niedergehen. 24Des HERRN grimmiger Zorn wird nicht ablassen, bis er tue und ausrichte, was er im Sinn hat; zur letzten Zeit werdet ihr es erkennen.

31Die Verheißung des neuen Bundes
1Zu derselben Zeit, spricht der HERR, Jeremia 7,23 will ich der Gott aller Geschlechter Israels sein, und sie sollen mein Volk sein.

2So spricht der HERR: Das Volk, das dem Schwert entronnen ist, hat Gnade gefunden in der Wüste; Israel zieht hin zu seiner Ruhe. 3Der HERR ist mir erschienen von ferne: Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte. 4Wohlan, ich will dich wiederum bauen, daß du gebaut sein sollst, du Jungfrau Israel; du sollst dich wieder schmücken, Pauken schlagen und herausgehen zum Tanz. 5Du sollst wiederum Weinberge pflanzen an den Bergen Samarias; pflanzen wird man sie und ihre Früchte genießen. 6Denn es wird die Zeit kommen, daß die Wächter auf dem Gebirge Ephraim rufen: Wohlauf, laßt uns hinaufziehen nach Zion zum HERRN, unserm Gott!

7Denn so spricht der HERR: Jubelt über Jakob mit Freuden und jauchzet über das Haupt unter den Völkern. Ruft laut, rühmt und sprecht: Der HERR hat seinem Volk geholfen, dem Rest Israels! 8Siehe, ich will sie aus dem Lande des Nordens bringen und Jesaja 35,8Hesekiel 34,16 will sie sammeln von den Enden der Erde, auch Blinde und Lahme, Schwangere und junge Mütter, daß sie als große Gemeinde wieder hierher kommen sollen. 9Sie werden weinend kommen, aber ich will sie trösten und leiten. Ich will sie zu Wasserbächen führen auf ebenem Wege, daß sie nicht zu Fall kommen; denn 2.Mose 4,222.Korinther 6,18 ich bin Israels Vater, und Ephraim ist mein erstgeborener Sohn.

10Höret, ihr Völker, des HERRN Wort und verkündet's fern auf den Inseln und sprecht: Der Israel zerstreut hat, der wird's auch wieder sammeln und Jesaja 40,11 wird es hüten wie ein Hirte seine Herde; 11denn der HERR wird Jakob erlösen und von der Hand des Mächtigen erretten. 12Sie werden kommen und auf der Höhe des Zion jauchzen und sich freuen über die Gaben des HERRN, über Getreide, Wein, Öl und junge Schafe und Rinder, daß ihre Seele sein wird Jesaja 58,11 wie ein wasserreicher Garten und sie nicht mehr bekümmert sein sollen. 13Alsdann werden die Jungfrauen fröhlich beim Reigen sein, die junge Mannschaft und die Alten miteinander; denn ich will ihr Trauern in Freude verwandeln und sie trösten und sie erfreuen nach ihrer Betrübnis. 14Und ich will der Priester Herz voller Freude machen, und mein Volk soll meiner Gaben die Fülle haben, spricht der HERR.

15So spricht der HERR: Man hört Klagegeschrei und bittres Weinen in Rama: 1.Mose 35,161.Samuel 10,2Matthäus 2,18 Rahel weint über ihre Kinder und will sich nicht trösten lassen über ihre Kinder; denn es ist aus mit ihnen. 16Aber so spricht der HERR: Laß dein Schreien und Weinen und die Tränen deiner Augen; denn deine Mühe wird noch belohnt werden, spricht der HERR. Sie sollen wiederkommen aus dem Lande des Feindes, 17und deine Nachkommen haben viel Gutes zu erwarten, spricht der HERR, denn deine Söhne sollen wieder in ihre Heimat kommen.

18Ich habe wohl gehört, wie Ephraim klagt: „Du hast mich hart erzogen, und ich ließ mich erziehen wie ein junger Stier, der noch nicht gelernt hat zu ziehen. Bekehre du mich, so will ich mich bekehren; denn du, HERR, bist mein Gott! 19Nachdem ich bekehrt war, tat ich Buße, und als ich zur Einsicht kam, schlug ich an meine Brust. Ich bin zuschanden geworden und stehe schamrot da; denn ich muß büßen die Schande meiner Jugend.“ 20Ist nicht Ephraim mein teurer Sohn und mein liebes Kind? Denn Jesaja 49,15 sooft ich ihm auch drohe, muß ich doch seiner gedenken; darum Hosea 11,8 bricht mir mein Herz, daß ich mich seiner erbarmen muß, spricht der HERR.

21Richte dir Wegzeichen auf, setze dir Steinmale und richte deinen Sinn auf die Straße, auf der du gezogen bist! Kehr zurück, Jungfrau Israel, kehr zurück zu diesen deinen Städten! 22Wie lang willst du in der Irre gehen, du abtrünnige Tochter? Denn der HERR wird ein Neues im Lande schaffen: Das Weib wird den Mann umgeben.

23So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: „Man wird dies Wort wieder sagen im Lande Juda und in seinen Städten, wenn ich ihr Geschick wenden werde: Der HERR segne dich, du Sacharia 8,3 Wohnung der Gerechtigkeit, du heiliger Berg! 24Auch Juda samt allen seinen Städten soll darin wohnen, die Ackerleute und die mit Herden umherziehen; 25denn ich will die Müden erquicken und die Verschmachtenden sättigen.“ 26Darüber bin ich aufgewacht und sah auf und hatte so sanft geschlafen. 27Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, daß ich das Haus Israel und das Haus Juda besäen will mit Menschen und mit Vieh. 28Und gleichwie ich über sie gewacht habe, Jeremia 1,10 auszureißen und einzureißen, zu verderben und zu zerstören und zu plagen, so will ich über sie wachen, zu bauen und zu pflanzen, spricht der HERR. 29Hesekiel 18,22.Mose 20,5Klagelieder 5,7 Zu derselben Zeit wird man nicht mehr sagen: „Die Väter haben saure Trauben gegessen, und den Kindern sind die Zähne stumpf geworden“, 30sondern ein jeder wird um seiner Schuld willen sterben, und wer saure Trauben gegessen hat, dem sollen seine Zähne stumpf werden.

31Hebräer 8,8 Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen, 32nicht wie der 5.Mose 6,4 Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern schloß, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus Ägyptenland zu führen, ein Bund, den sie nicht gehalten haben, ob ich gleich ihr Herr war, spricht der HERR; 33sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel schließen will nach dieser Zeit, spricht der HERR: Hesekiel 11,19Hebräer 10,16 Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und Jeremia 7,23 sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein. 34Und es wird keiner den andern noch ein Bruder den andern lehren und sagen: „Erkenne den HERRN“, sondern sie sollen mich alle erkennen, beide, klein und groß, spricht der HERR; denn Jeremia 33,8Jesaja 43,25Römer 11,26 ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken.

35So spricht der HERR, der die Sonne dem Tage zum Licht gibt und den Mond und die Sterne der Nacht zum Licht bestellt; der das Meer bewegt, daß seine Wellen brausen - HERR Zebaoth ist sein Name - : 36Wenn jemals diese Ordnungen vor mir ins Wanken kämen, spricht der HERR, so müßte auch das Geschlecht Israels aufhören, ein Volk zu sein vor mir ewiglich. Jeremia 33,25Römer 11,1

37So spricht der HERR: Wenn man den Himmel oben messen könnte und den Grund der Erde unten erforschen, dann würde ich auch verwerfen das ganze Geschlecht Israels für all das, was sie getan haben, spricht der HERR.

38Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, daß die Stadt des HERRN gebaut werden wird vom Turm Hananel an bis ans Ecktor; 39und die Meßschnur wird weiter geradeaus gehen bis an den Hügel Gareb und sich nach Goa hin wenden. 40Und das ganze Tal der Leichen und der Asche und die Hänge bis zum Bach Kidron, bis zu der Ecke am Roßtor im Osten, wird dem HERRN heilig sein. Und die Stadt wird niemals mehr eingerissen und abgebrochen werden.

32Der Ackerkauf
1Dies ist das Wort, das vom HERRN geschah zu Jeremia im zehnten Jahr Zedekias, des Königs von Juda, das ist das achtzehnte Jahr Nebukadnezars. 2Damals 2.Könige 25,1 belagerte das Heer des Königs von Babel Jerusalem. Und der Prophet Jeremia lag gefangen im Wachthof am Hause des Königs von Juda, 3Jeremia 21,7Jeremia 34,2 wo Zedekia, der König von Juda, ihn hatte gefangen setzen lassen, indem er sagte: Warum weissagst du und sprichst: So spricht der HERR: Siehe, ich gebe diese Stadt in die Hände des Königs von Babel, und er soll sie erobern, 4und Zedekia, der König von Juda, soll den Chaldäern nicht entrinnen, sondern ich will ihn dem König von Babel in die Hände geben, daß er von Mund zu Mund mit ihm reden und mit eigenen Augen ihn sehen soll? 5Und Jeremia 52,11 er wird Zedekia nach Babel führen; da soll er auch bleiben, bis ich ihn heimsuche, spricht der HERR, denn wenn ihr auch gegen die Chaldäer kämpft, soll euch doch nichts gelingen.

6Und Jeremia sprach: Es ist des HERRN Wort zu mir geschehen: 7Siehe, Hanamel, der Sohn Schallums, deines Oheims, wird zu dir kommen und sagen: 3.Mose 25,25Rut 4,3 Kaufe du meinen Acker in Anatot; denn dir kommt es als Erstem zu, ihn einzulösen und zu kaufen. 8Da kam Hanamel, meines Oheims Sohn, wie der HERR gesagt hatte, zu mir in den Wachthof und sprach zu mir: Kaufe doch meinen Acker in Anatot, der im Lande Benjamin liegt; denn dir kommt es zu, ihn zu erwerben und einzulösen; kaufe du ihn! Da merkte ich, daß es des HERRN Wort war, 9und kaufte den Acker von Hanamel, meines Oheims Sohn, in Anatot, und wog ihm das Geld dar, siebzehn Lot Silber. 10Und ich schrieb einen Kaufbrief und versiegelte ihn und nahm Zeugen dazu und wog das Geld dar auf der Waage nach Recht und Gewohnheit. 11Und ich nahm den versiegelten Kaufbrief und die offene Abschrift 12und gab beides Baruch, dem Sohn Nerijas, des Sohnes Machsejas, in Gegenwart Hanamels, meines Vetters, und der Zeugen, die unter dem Kaufbrief geschrieben standen, und aller Judäer, die im Wachthof sich aufhielten, 13und befahl Baruch vor ihren Augen: 14So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Nimm diese Briefe, den versiegelten Kaufbrief samt dieser offenen Abschrift, und lege sie in ein irdenes Gefäß, daß sie lange erhalten bleiben. 15Denn so spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Man wird wieder Häuser, Äcker und Weinberge kaufen in diesem Lande.

16Und als ich den Kaufbrief Baruch, dem Sohn Nerijas, gegeben hatte, betete ich zum HERRN und sprach: 17Ach, Herr HERR, siehe, du hast Himmel und Jeremia 27,5 Erde gemacht durch deine große Kraft und durch deinen ausgereckten Arm, und 1.Mose 18,14Lukas 1,37 es ist kein Ding vor dir unmöglich; 18der du 2.Mose 20,5 Gnade erweist vielen Tausenden und die Schuld der Väter kommen läßt auf das Haupt ihrer Kinder, du großer und starker Gott - HERR Zebaoth ist dein Name -, 19groß von Rat und mächtig von Tat, und deine Augen stehen offen über allen Wegen der Menschenkinder, Römer 2,6 einem jeden zu geben nach seinen Wegen und nach der Frucht seines Tuns; 20der du in Ägyptenland hast Zeichen und Wunder getan bis auf diesen Tag an Israel und an den Menschen und hast dir einen Namen gemacht, wie es heute am Tage ist, 21und hast dein Volk Israel aus Ägyptenland geführt durch Zeichen und Wunder, mit mächtiger Hand, mit ausgerecktem Arm und mit großem Schrecken, 5.Mose 26,8 22und hast ihnen dies Land gegeben, wie du ihren Vätern geschworen hattest, daß du es ihnen geben wolltest, ein Land, darin Milch und Honig fließt; 23aber als sie hineinkamen und es in Besitz nahmen, gehorchten sie deiner Stimme nicht, wandelten auch nicht nach deinem Gesetz, und alles, was du ihnen gebotest, daß sie es tun sollten, taten sie nicht; darum ließest du ihnen auch all dies Unheil widerfahren: 24Siehe, die Wälle reichen schon bis an die Stadt, daß sie erobert werde, und sie muß wegen Schwert, Hunger und Pest in die Hände der Chaldäer gegeben werden, die sie belagern; und wie du geredet hast, so ist's geschehen; du siehst es ja selbst. 25Aber du, Herr HERR, sprichst zu mir: „Kaufe dir einen Acker um Geld und nimm Zeugen dazu“, obwohl doch die Stadt in die Hände der Chaldäer gegeben wird?

26Und des HERRN Wort geschah zu Jeremia: 27Siehe, ich, der HERR, 4.Mose 16,22 bin der Gott alles Fleisches, Jeremia 32,17 sollte mir etwas unmöglich sein? 28Darum so spricht der HERR: Siehe, ich gebe diese Stadt in die Hände der Chaldäer und in die Hand Nebukadnezars, des Königs von Babel, und er soll sie erobern. 29Und die Chaldäer, die diese Stadt belagern, werden hereinkommen und sie in Brand stecken und verbrennen samt den Häusern, wo man Jeremia 19,13 auf den Dächern dem Baal Räucheropfer gespendet und andern Göttern Trankopfer dargebracht hat, um mich zu erzürnen. 30Denn Israel und Juda haben von ihrer Jugend auf getan, was mir mißfällt: ja, die Israeliten haben mich erzürnt durch ihrer Hände Werk, spricht der HERR. 31Denn seit diese Stadt gebaut ist, hat sie mich zornig und grimmig gemacht bis auf diesen Tag, daß ich sie von meinem Angesicht wegtun muß 32wegen all der Bosheit Israels und Judas, die sie getan haben, um mich zu erzürnen. Sie, ihre Könige, Oberen, Priester und Propheten und die in Juda und Jerusalem wohnten, 33haben mir Jeremia 2,27 den Rücken und nicht das Angesicht zugekehrt, und obwohl ich sie stets lehren ließ, wollten sie nicht hören noch sich bessern. 34Dazu haben sie ihre greulichen Götzen in das Haus gesetzt, das nach meinem Namen genannt ist, daß sie es unrein machten, Jeremia 7,30 35und haben Jeremia 7,31Jeremia 19,5Hesekiel 20,25 die Höhen des Baal gebaut im Tal Ben-Hinnom, um ihre Söhne und Töchter für den Moloch durchs Feuer gehen zu lassen, was ich ihnen nicht befohlen habe, und es ist mir nie in den Sinn gekommen, daß sie solchen Greuel tun sollten, um Juda in Sünde zu bringen.

36Nun aber, so spricht der HERR, der Gott Israels, von dieser Stadt, von der ihr sagt, daß sie durch Schwert, Hunger und Pest in die Hände des Königs von Babel gegeben werde: 37Siehe, ich will sie 5.Mose 30,3 sammeln aus allen Ländern, wohin ich sie verstoßen in meinem Zorn, Grimm und großem Unmut, und will sie wieder an diesen Ort bringen, daß sie sicher wohnen sollen. 38Sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein. Jeremia 7,23 39Und ich will ihnen Hesekiel 36,27 einerlei Sinn und einerlei Wandel geben, daß sie mich fürchten ihr Leben lang, auf daß es ihnen wohlgehe und ihren Kindern nach ihnen. 40Und ich will Jeremia 31,31 einen ewigen Bund mit ihnen schließen, daß ich nicht ablassen will, ihnen Gutes zu tun, und will ihnen Furcht vor mir ins Herz geben, daß sie nicht von mir weichen. 41Es 5.Mose 28,63 soll meine Freude sein, ihnen Gutes zu tun, und Amos 9,15 ich will sie in diesem Lande einpflanzen, ganz gewiß, von ganzem Herzen und von ganzer Seele.

42Denn so spricht der HERR: Gleichwie ich über dies Volk all dies große Unheil habe kommen lassen, so will ich auch alles Gute über sie kommen lassen, das ich ihnen zugesagt habe. 43Und es sollen Äcker gekauft werden in diesem Lande, von dem ihr sagt: „Eine Wüste ist's ohne Menschen und Vieh; es ist in der Chaldäer Hände gegeben.“ 44Man wird Äcker um Geld kaufen und verbriefen, versiegeln und Zeugen dazu nehmen im Lande Benjamin und um Jerusalem her und in den Städten Judas, in den Städten auf dem Gebirge, in den Städten des Hügellandes und in den Städten des Südlandes; denn Jeremia 29,14Jeremia 30,3 ich will ihr Geschick wenden, spricht der HERR.

331Und des HERRN Wort geschah zu Jeremia zum zweitenmal, als er noch Jeremia 32,2 im Wachthof gefangen war: 2So spricht der HERR, der alles macht, schafft und ausrichtet - HERR ist sein Name -: 3Rufe mich an, so will ich dir antworten und will dir kundtun große und unfaßbare Dinge, von denen du nichts weißt. 4Denn so spricht der HERR, der Gott Israels, von den Jesaja 22,10 Häusern dieser Stadt und von den Häusern der Könige Judas, die abgebrochen wurden, um Bollwerke zu machen zur Abwehr 5im Kampf gegen die Chaldäer und um sie zu füllen mit den Leichnamen der Menschen, die ich in meinem Zorn und Grimm erschlagen habe, als ich mein Angesicht vor dieser Stadt verbarg um all ihrer Bosheit willen: 6Siehe, ich will sie Jeremia 30,17 heilen und gesund machen und will ihnen dauernden Frieden gewähren. 7Denn Jeremia 29,14 ich will das Geschick Judas und das Geschick Israels wenden und Jeremia 24,6 will sie bauen wie im Anfang 8und will sie reinigen von aller Missetat, womit sie wider mich gesündigt haben; und Jeremia 31,34Jeremia 50,20 will ihnen vergeben alle Missetaten, womit sie wider mich gesündigt und gefrevelt haben. 9Und das soll mein Ruhm und meine Wonne, mein Preis und meine Ehre sein unter allen Völkern auf Erden, wenn sie all das Gute hören, das ich Jerusalem tue. Und sie werden sich verwundern und entsetzen über all das Gute und über all das Heil, das ich der Stadt geben will.

10So spricht der HERR: An diesem Ort, von dem ihr sagt: Jeremia 32,43 „Er ist wüst, ohne Menschen und Vieh“, in den Städten Judas und auf den Gassen Jerusalems, die so verwüstet sind, daß niemand mehr darin ist, weder Menschen noch Vieh, 11wird man dennoch wieder hören Jeremia 7,34 den Jubel der Freude und Wonne, die Stimme des Bräutigams und der Braut und die Stimme derer, die da sagen: Esra 3,11Psalm 106,1 „Danket dem HERRN Zebaoth; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich“, wenn sie Dankopfer bringen zum Hause des HERRN. Denn ich will das Geschick des Landes wenden, daß es werde, wie es im Anfang war, spricht der HERR.

12So spricht der HERR Zebaoth: An diesem Ort, der so wüst ist, daß weder Menschen noch Vieh darin sind, und in allen ihren Städten werden dennoch wieder Auen sein für die Hirten, die da Herden weiden. 13In den Jeremia 32,44 Städten auf dem Gebirge und in den Städten des Hügellandes und in den Städten des Südlandes, im Lande Benjamin und um Jerusalem her und in den Städten Judas sollen dennoch wieder die Herden gezählt aus- und einziehen, spricht der HERR. 14Jeremia 23,5Sacharia 3,8 Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, daß ich das gnädige Wort erfüllen will, das ich zum Hause Israel und zum Hause Juda geredet habe. 15In jenen Tagen und zu jener Zeit will ich dem David einen gerechten Sproß aufgehen lassen; der soll Recht und Gerechtigkeit schaffen im Lande. 16Zu derselben Zeit soll Juda geholfen werden und Jerusalem 5.Mose 33,28 sicher wohnen, und man wird es nennen „Der HERR unsere Gerechtigkeit“.

17Denn so spricht der HERR: Es soll David niemals fehlen an einem, der 2.Samuel 7,121.Könige 9,5Psalm 89,30 auf dem Thron des Hauses Israel sitzt. 18Und den levitischen Priestern soll's niemals fehlen an einem, der täglich vor meinem Angesicht Brandopfer darbringt und Speisopfer in Rauch aufgehen läßt und Opfer schlachtet. 4.Mose 25,12Nehemia 13,29

19Und des HERRN Wort geschah zu Jeremia: 20Jeremia 31,351.Mose 8,22 So spricht der HERR: Wenn mein Bund mit Tag und Nacht aufhörte, daß nicht mehr Tag und Nacht sind zu ihrer Zeit, 21so würde auch mein Bund aufhören mit meinem Knecht David, daß er keinen Sohn mehr hat zum König auf seinem Thron, und mit den Leviten, den 4.Mose 25,12Hebräer 9,11 Priestern, meinen Dienern. 22Wie man 1.Mose 15,5 des Himmels Heer nicht zählen noch den Sand am Meer messen kann, so will ich mehren das Geschlecht Davids, meines Knechts, und die Leviten, die mir dienen.

23Und des HERRN Wort geschah zu Jeremia: 24Hast du nicht gemerkt, was diese Leute reden: „Die beiden Geschlechter, die der HERR auserwählt hatte, hat er verworfen“, und sie verachten mein Volk und lassen es nicht mehr ein Volk sein in ihren Augen. 25So spricht der HERR: Wenn ich jemals meinen Bund nicht hielte mit Tag und Nacht noch die Ordnungen des Himmels und der Erde, 26so wollte ich auch verwerfen das Geschlecht Jakobs und Davids, meines Knechts, daß ich nicht mehr aus ihrem Geschlecht Herrscher nehme über die Nachkommen Abrahams, Isaaks und Jakobs. Denn ich will ihr Geschick wenden und mich über sie erbarmen.

34Zedekia vor der Entscheidung
1Dies ist das Wort, das vom HERRN geschah zu Jeremia, als Jeremia 52,42.Könige 25,1 Nebukadnezar, der König von Babel, mit seinem ganzen Heer und allen Königreichen auf Erden, die unter seiner Gewalt waren, und allen Völkern Jerusalem und alle seine Städte belagerte. 2So spricht der HERR, der Gott Israels: Geh hin und sprich mit Zedekia, dem König von Juda, und sage zu ihm: So spricht der HERR: Siehe, Jeremia 21,10 ich will diese Stadt in die Hände des Königs von Babel geben, und er soll sie mit Feuer verbrennen. 3Und auch du sollst seiner Hand nicht entrinnen, sondern ergriffen und in seine Hand gegeben werden. Du wirst ihn Jeremia 32,4 mit eigenen Augen sehen und von Mund zu Mund mit ihm reden und nach Babel kommen.

4Jeremia 52,11 Höre doch auf des HERRN Wort, Zedekia, du König von Juda! So spricht der HERR über dich: Du sollst nicht durchs Schwert sterben, 5sondern du sollst im Frieden sterben. Und wie deinen Vätern, den früheren Königen, die vor dir gewesen sind, so wird man auch dir zu Ehren 2.Chronik 16,14 einen Brand anzünden und dich Jeremia 22,18 beklagen: „Ach, Herr!“; denn ich habe es geredet, spricht der HERR.

6Und der Prophet Jeremia sagte alle diese Worte zu Zedekia, dem König von Juda, in Jerusalem, 7als das Heer des Königs von Babel schon Jerusalem und alle Städte Judas belagerte, die übriggeblieben waren, nämlich Lachisch und Aseka; denn diese waren noch übriggeblieben von den festen Städten Judas.

Der Wortbruch an den freigelassenen Sklaven
8Dies ist das Wort, das vom HERRN geschah zu Jeremia, nachdem der König Zedekia einen Bund geschlossen hatte mit dem ganzen Volk zu Jerusalem, eine Jeremia 34,14 Freilassung auszurufen, 9daß ein jeder seinen Sklaven und ein jeder seine Sklavin, die Hebräer und Hebräerinnen waren, freilassen sollte, so daß kein Judäer den andern als Sklaven hielte. 10Da hatten alle Oberen und alles Volk gehorcht, die diesen Bund eingegangen waren, daß ein jeder seinen Sklaven und seine Sklavin freilassen und sie nicht mehr als Sklaven halten sollte, und hatten sie losgegeben. 11Aber danach hatten sie die Sklaven und Sklavinnen wieder zurückgefordert, die sie freigegeben hatten, und sie gezwungen, daß sie wieder Sklaven und Sklavinnen sein mußten. 12Da geschah des HERRN Wort zu Jeremia: 13So spricht der HERR, der Gott Israels: Ich habe einen Bund geschlossen mit euren Vätern, als ich sie aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, führte und sprach: 142.Mose 21,23.Mose 25,395.Mose 15,12 Im siebenten Jahre soll ein jeder seinen Bruder, der ein Hebräer ist und sich ihm verkauft und sechs Jahre gedient hat, freilassen. Aber eure Väter gehorchten mir nicht und kehrten ihre Ohren mir nicht zu. 15Ihr aber hattet euch nun bekehrt und getan, was mir wohlgefiel, daß ihr 3.Mose 25,10 eine Freilassung ausrufen ließet, ein jeder für seinen Nächsten, und habt darüber einen Bund geschlossen vor mir in dem Hause, das nach meinem Namen genannt ist. 16Jetzt aber seid ihr umgeschlagen und habt meinen Namen entheiligt! Ein jeder fordert seinen Sklaven und seine Sklavin zurück, die ihr freigelassen hattet, so daß sie gehen konnten, wohin sie wollten, und zwingt sie jetzt, daß sie wieder eure Sklaven und Sklavinnen sein müssen.

17Darum spricht der HERR: Ihr gehorchtet mir nicht und riefet keine Freilassung aus, ein jeder für seinen Bruder und seinen Nächsten, - siehe, so rufe ich, spricht der HERR, über euch eine Freilassung aus für Schwert, für Pest, für Hunger und will euch zum Bild des Entsetzens machen für alle Königreiche auf Erden. 18Und ich will die Leute, die meinen Bund übertreten und die Worte des Bundes nicht halten, den sie vor mir geschlossen haben, so zurichten wie das Kalb, das sie in zwei Stücke geteilt haben und zwischen dessen Stücken sie hindurchgegangen sind, 19nämlich die Oberen von Juda und von Jerusalem, die Kämmerer, die Priester und das ganze Volk des Landes, alle, die zwischen den Stücken des Kalbes hindurchgegangen sind. 20Und ich will sie geben in die Hand ihrer Feinde und derer, die ihnen nach dem Leben trachten, und Jeremia 7,33 ihre Leichname sollen den Vögeln unter dem Himmel und den Tieren auf dem Felde zum Fraße werden. 21Auch Zedekia, den König von Juda, und seine Oberen will ich geben in die Hände ihrer Feinde und derer, die ihnen nach dem Leben trachten, und in die Hand des Heeres des Königs von Babel, Jeremia 37,5 das jetzt von euch abgezogen ist. 22Denn siehe, ich will ihnen befehlen, spricht der HERR, und will sie wieder vor diese Stadt bringen. Jeremia 37,8 Sie sollen sie belagern und erobern und mit Feuer verbrennen. Und ich will die Städte Judas verwüsten, daß niemand mehr darin wohnen soll.

351Dies ist das Wort, das vom HERRN geschah zu Jeremia zur Zeit Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs von Juda: 2Geh hin zu den 1.Chronik 2,55 Rechabitern, rede mit ihnen und führe sie in des HERRN Haus, in eine der Hallen, und schenke ihnen Wein ein. 3Da nahm ich Jaasanja, den Sohn Jirmejas, des Sohnes Habazzinjas, samt seinen Brüdern und allen seinen Söhnen, und das ganze Geschlecht der Rechabiter 4und führte sie in des HERRN Haus, in die Halle der Söhne Hanans, des Sohnes Jigdaljas, des Mannes Gottes, die neben der Halle der Oberen ist, über der Halle Maasejas, des Sohnes Schallums, des Torhüters. 5Und ich setzte den Männern vom Hause Rechab Krüge voll Wein und Schalen vor und sprach zu ihnen: Trinkt Wein! 6Sie aber antworteten: Wir trinken keinen Wein; denn unser Vater Jonadab, der Sohn Rechabs, hat uns geboten: Ihr und eure Nachkommen sollt niemals Wein trinken 7und kein Haus bauen, keinen Samen säen, keinen Weinberg pflanzen noch besitzen, sondern ihr sollt in Zelten wohnen euer Leben lang, auf daß ihr lange lebet in dem Lande, in dem ihr umherzieht. 8Also gehorchen wir der Stimme unseres Vaters Jonadab, des Sohnes Rechabs, in allem, was er uns geboten hat, daß wir keinen Wein trinken unser Leben lang, weder wir noch unsere Frauen noch unsere Söhne und Töchter; 9und wir bauen auch keine Häuser, darin zu wohnen, und haben weder Weinberge noch Äcker noch Samen, 10sondern wir wohnen in Zelten und gehorchen und tun in allem, wie es unser Vater Jonadab geboten hat. 11Als aber Nebukadnezar, der König von Babel, gegen das Land heraufzog, sprachen wir: Kommt, laßt uns nach Jerusalem ziehen vor dem Heer der Chaldäer und der Aramäer! Und so sind wir in Jerusalem geblieben.

12Da geschah des HERRN Wort zu Jeremia: 13So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Geh hin und sprich zu den Männern von Juda und zu den Bürgern von Jerusalem: Wollt ihr euch denn nicht bessern und meinen Worten gehorchen? spricht der HERR. 14Die Worte Jonadabs, des Sohnes Rechabs, der seinen Nachkommen geboten hat, daß sie keinen Wein trinken sollen, werden gehalten, und sie trinken keinen Wein bis auf diesen Tag; denn sie gehorchen ihres Vaters Gebot. Ich aber habe euch Jeremia 25,4 immer wieder predigen lassen, doch gehorchtet ihr mir nicht. 15Ich habe auch immer wieder alle meine Knechte, die Propheten, zu euch gesandt und sagen lassen: Kehrt um, ein jeder von seinem bösen Wege, und bessert euer Tun und folgt nicht andern Göttern nach, ihnen zu dienen, so sollt ihr in dem Lande bleiben, das ich euch und euren Vätern gegeben habe. Aber Matthäus 23,37 ihr wolltet eure Ohren nicht zu mir kehren und mir nicht gehorchen. 16Ja, die Nachkommen Jonadabs, des Sohnes Rechabs, haben ihres Vaters Gebot gehalten, das er ihnen geboten hat. Aber dies Volk gehorcht mir nicht!

17Darum spricht der HERR, der Gott Zebaoth, der Gott Israels: Siehe, ich will über Juda und über alle Bürger Jerusalems kommen lassen all das Unheil, das ich gegen sie geredet habe, Jeremia 7,13 weil ich zu ihnen redete und sie nicht hören wollten, weil ich rief und sie mir nicht antworten wollten. 18Aber zu den Rechabitern sprach Jeremia: So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Weil ihr dem Gebot eures Vaters Jonadab gehorcht habt und alle seine Gebote gehalten und alles getan, was er euch geboten hat, 19darum spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Es soll dem Jonadab, dem Sohn Rechabs, niemals an einem Manne fehlen, der vor mir steht.

36Die Schriftrolle Baruchs
1Im Jeremia 25,1 vierten Jahr Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs von Juda, geschah dies Wort zu Jeremia vom HERRN: 2Nimm eine Schriftrolle und schreibe darauf alle Worte, die ich zu dir geredet habe über Israel, über Juda und alle Völker von der Zeit an, da ich zu dir geredet habe, nämlich Jeremia 25,3 von der Zeit Josias an bis auf diesen Tag. 3Vielleicht wird das Haus Juda, wenn sie hören von all dem Unheil, das ich ihnen zu tun gedenke, sich bekehren, ein jeder von seinem bösen Wege, damit ich ihnen ihre Schuld und Sünde vergeben kann. Jeremia 26,3

4Da rief Jeremia Jeremia 32,12Jeremia 45,1 Baruch, den Sohn Nerijas. Und Baruch schrieb auf eine Schriftrolle alle Worte des HERRN, die er zu Jeremia geredet hatte, wie Jeremia sie ihm sagte. 5Und Jeremia gebot Baruch und sprach: Mir ist's verwehrt, ich kann nicht in des HERRN Haus gehen. 6Du aber geh hin und lies die Schriftrolle, auf die du des HERRN Worte, wie ich sie dir gesagt habe, geschrieben hast, dem Volk vor im Hause des HERRN am Fasttage, und du sollst sie auch lesen vor den Ohren aller Judäer, die aus ihren Städten hereinkommen. 7Vielleicht werden sie sich mit Beten vor dem HERRN demütigen und sich bekehren, ein jeder von seinem bösen Wege; denn der Zorn und Grimm ist groß, den der HERR diesem Volk angedroht hat. 8Und Baruch, der Sohn Nerijas, tat alles, wie ihm der Prophet Jeremia befohlen hatte, daß er die Worte des HERRN aus der Schriftrolle vorläse im Hause des HERRN.

9Es begab sich aber im fünften Jahr Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs von Juda, im neunten Monat, daß man ein Fasten ausrief vor dem HERRN für alles Volk zu Jerusalem und für alles Volk, das aus den Städten Judas nach Jerusalem kam. 10Und Baruch las aus der Schriftrolle die Worte Jeremias vor im Hause des HERRN, in der Halle Gemarjas, des Sohnes 2.Könige 22,3 Schafans, des Schreibers, im oberen Vorhof bei dem neuen Tor am Hause des HERRN, vor dem ganzen Volk. 11Als nun Michaja, der Sohn Gemarjas, des Sohnes Schafans, alle Worte des HERRN gehört hatte aus der Schriftrolle, 12ging er hinab in des Königs Haus in die Kanzlei. Und siehe, dort saßen alle Oberen: Elischama, der Schreiber, Delaja, der Sohn Schemajas, Jeremia 26,22 Elnatan, der Sohn Achbors, Gemarja, der Sohn Schafans, und Zedekia, der Sohn Hananjas, samt allen andern Oberen. 13Und Michaja berichtete ihnen alle Worte, die er gehört hatte, als Baruch aus der Schriftrolle vor den Ohren des Volks vorlas.

14Da sandten alle Oberen Jehudi, den Sohn Netanjas, des Sohnes Schelemjas, des Sohnes Kuschis, zu Baruch und ließen ihm sagen: Nimm die Schriftrolle, aus der du dem Volk vorgelesen hast, mit dir und komm! Und Baruch, der Sohn Nerijas, nahm die Schriftrolle mit sich und kam zu ihnen. 15Und sie sprachen zu ihm: Setze dich und lies, daß wir's hören! Und Baruch las vor ihren Ohren. 16Und als sie alle die Worte hörten, entsetzten sie sich untereinander und sprachen zu Baruch: Wir müssen alle diese Worte dem König mitteilen. 17Und sie fragten den Baruch: Sage uns, wie hast du alle diese Worte aufgeschrieben? 18Baruch sprach zu ihnen: Jeremia hat mir alle diese Worte vorgesagt, und ich schrieb sie mit Tinte auf die Schriftrolle. 19Da sprachen die Oberen zu Baruch: Geh hin und verbirg dich mit Jeremia, daß niemand wisse, wo ihr seid! 20Sie aber gingen hinein zum König in den Vorhof und ließen die Schriftrolle verwahren in der Halle Elischamas, des Schreibers, und teilten dem König alle diese Worte mit. 21Da sandte der König den Jehudi, die Schriftrolle zu holen. Der nahm sie aus der Halle Elischamas, des Schreibers. Und Jehudi las dem König vor und allen Oberen, die bei dem König standen. 22Der König aber saß im Winterhause vor dem Kohlenbecken; denn es war im neunten Monat. 23Wenn aber Jehudi drei oder vier Spalten gelesen hatte, schnitt er sie ab mit einem Schreibmesser und warf sie ins Feuer, das im Kohlenbecken war, bis die Schriftrolle ganz verbrannt war im Feuer. 24Und niemand entsetzte sich und 2.Könige 22,11 zerriß seine Kleider, weder der König noch seine Großen, die doch alle diese Worte gehört hatten. 25Und obwohl Elnatan, Delaja und Gemarja den König baten, er möge die Schriftrolle nicht verbrennen, hörte er nicht auf sie. 26Dazu gebot der König Jerachmeel, dem Königssohn, und Seraja, dem Sohn Asrïls, und Schelemja, dem Sohn Abdeels, sie sollten Baruch, den Schreiber, und Jeremia, den Propheten, ergreifen. Aber der HERR hatte sie verborgen. 27Nachdem der König die Schriftrolle verbrannt hatte, auf die Baruch die Worte geschrieben hatte, wie Jeremia sie ihm sagte, geschah des HERRN Wort zu Jeremia: 28Nimm dir eine neue Schriftrolle und schreibe auf sie alle vorigen Worte, die auf der ersten Schriftrolle standen, die Jojakim, der König von Juda, verbrannt hat. Ü 29ber Jojakim aber, den König von Juda, sollst du sagen: So spricht der HERR: Du hast diese Schriftrolle verbrannt und gesagt: Warum hast du darauf geschrieben, daß Jeremia 25,8 der König von Babel kommen und dies Land verderben werde, so daß Jeremia 7,20Jeremia 9,9 weder Menschen noch Vieh mehr darin sein werden? 30Darum spricht der HERR über Jojakim, den König von Juda: Jeremia 22,30 Es soll keiner von den Seinen auf dem Thron Davids sitzen, und Jeremia 22,19 sein Leichnam soll hingeworfen liegen, am Tag in der Hitze und nachts im Frost. 31Und ich will ihn und seine Nachkommen und seine Großen heimsuchen um ihrer Schuld willen, und ich will über sie und über die Bürger Jerusalems und über die in Juda kommen lassen all das Unheil, von dem ich zu ihnen geredet habe, und sie gehorchten doch nicht. 32Da nahm Jeremia eine andere Schriftrolle und gab sie Baruch, dem Sohn Nerijas, dem Schreiber. Der schrieb darauf, so wie ihm Jeremia vorsagte, alle Worte, die auf der Schriftrolle gestanden hatten, die Jojakim, der König von Juda, im Feuer hatte verbrennen lassen; und es wurden zu ihnen noch viele ähnliche Worte hinzugetan.

37Jeremia warnt den König Zedekia
1Und 2.Könige 24,17 Zedekia, der Sohn Josias, wurde König anstatt Konjas,* des Sohnes Jojakims; denn Nebukadnezar, der König von Babel, machte ihn zum König im Lande Juda. 2Aber er und seine Großen und das Volk des Landes gehorchten nicht den Worten des HERRN, die er durch den Propheten Jeremia redete. 3Dennoch sandte der König Zedekia Juchal, den Sohn Schelemjas, und den Priester Zefanja, den Sohn Maasejas, zum Propheten Jeremia und ließ ihm sagen: Jeremia 7,16Jeremia 42,2 Bitte den HERRN, unsern Gott, für uns! 4Denn Jeremia ging noch unter dem Volk aus und ein, und man hatte ihn noch nicht ins Gefängnis geworfen. 5Es war aber das Heer des Pharao aus Ägypten aufgebrochen, und als die Chaldäer, die vor Jerusalem lagen, davon hörten, waren sie von Jerusalem abgezogen.

6Und des HERRN Wort geschah zum Propheten Jeremia: 7So spricht der HERR, der Gott Israels: Sagt dem König von Juda, der euch zu mir gesandt hat, mich zu befragen: Siehe, das Heer des Pharao, das euch zu Hilfe ausgezogen ist, wird wieder heim nach Ägypten ziehen, 8und die Chaldäer werden wiederkommen und Jeremia 34,22 diese Stadt belagern und sie erobern und mit Feuer verbrennen. 9Darum spricht der HERR: Betrügt euch nicht damit, daß ihr denkt: „Die Chaldäer werden von uns abziehen.“ Sie werden nicht abziehen. 10Und wenn ihr auch das ganze Heer der Chaldäer schlüget, die gegen euch kämpfen, und es blieben von ihnen nur etliche Verwundete übrig, so würde doch ein jeder in seinem Zelt aufstehen und diese Stadt mit Feuer verbrennen.

Jeremia wird gefangengesetzt
11Als nun der Chaldäer Heer von Jerusalem abgezogen war vor dem Heere des Pharao, 12wollte Jeremia aus Jerusalem herausgehen ins Land Benjamin, Jeremia 32,8 um mit seinen Verwandten ein Erbe zu teilen. 13Und als er zum Benjamintor kam, war dort ein Wachhabender mit Namen Jirija, der Sohn Schelemjas, des Sohnes Hananjas; der hielt den Propheten Jeremia an und sprach: Du willst zu den Chaldäern überlaufen. 14Jeremia sprach: Das ist nicht wahr, ich will nicht zu den Chaldäern überlaufen. Aber Jirija wollte ihn nicht hören, sondern ergriff Jeremia und brachte ihn zu den Oberen. 15Und die Oberen wurden zornig über Jeremia und Jeremia 20,2 ließen ihn schlagen und warfen ihn ins Gefängnis im Hause Jonatans, des Schreibers; denn das hatten sie zum Kerker gemacht. 16So kam Jeremia in den überwölbten Raum einer Zisterne und blieb dort lange Zeit.

Zedekia befragt heimlich den Propheten
17Aber Zedekia, der König, sandte hin und ließ ihn holen und fragte ihn heimlich in seinem Haus und sprach: Ist wohl ein Wort vom HERRN vorhanden? Jeremia sprach: Ja! Jeremia 34,21 Du wirst dem König von Babel in die Hände gegeben werden. 18Und Jeremia sprach zum König Zedekia: Was hab ich gegen dich, gegen deine Großen und gegen dies Volk gesündigt, daß sie mich in den Kerker geworfen haben? 19Wo sind nun eure Propheten, die euch weissagten und sprachen: Der König von Babel wird nicht über euch noch über dies Land kommen? 20Und nun, mein Herr und König, höre mich und laß meine Bitte vor dir gelten! Laß mich nicht wieder in Jonatans, des Schreibers, Haus bringen, daß ich dort nicht sterbe. 21Da befahl der König Zedekia, daß man Jeremia Jeremia 32,2 im Wachthof behalten sollte, und ließ ihm täglich aus der Bäckergasse einen Laib Brot geben, bis alles Brot in der Stadt aufgezehrt war. So blieb Jeremia im Wachthof.

38Jeremia in der Zisterne
1Es hörten aber Schefatja, der Sohn Mattans, und Gedalja, der Sohn Paschhurs, und Juchal, der Sohn Schelemjas, und Jeremia 21,1 Paschhur, der Sohn Malkijas, die Worte, die Jeremia zu allem Volk redete. 2So spricht der HERR: Wer in dieser Stadt bleibt, der wird durch Schwert, Hunger und Pest sterben müssen; wer aber hinausgeht zu den Chaldäern, der soll am Leben bleiben und wird sein Leben wie eine Beute davonbringen. Jeremia 21,9 3Denn so spricht der HERR: Diese Stadt soll übergeben werden dem Heer des Königs von Babel, und es soll sie einnehmen. 4Da sprachen die Oberen zum König: Laß doch diesen Mann töten; denn auf diese Weise nimmt er den Kriegsleuten, die noch übrig sind in dieser Stadt, den Mut, desgleichen dem ganzen Volk, weil er solche Worte zu ihnen sagt. Denn Amos 7,10 der Mann sucht nicht, was diesem Volk zum Heil, sondern was zum Unheil dient. 5Der König Zedekia sprach: Siehe, er ist in euren Händen; denn der König vermag nichts wider euch. 6Da nahmen sie Jeremia und warfen ihn in die Zisterne Malkijas, des Königssohnes, die im Wachthof war, und ließen ihn an Seilen hinab. In der Zisterne aber war kein Wasser, sondern Schlamm, und Jeremia sank in den Schlamm.

7Als aber Jeremia 39,15 Ebed-Melech, der Mohr, ein Kämmerer in des Königs Haus, hörte, daß man Jeremia in die Zisterne geworfen hatte, und der König gerade im Benjamintor saß, 8da ging Ebed-Melech aus des Königs Haus und redete mit dem König und sprach: 9Mein Herr und König, diese Männer handeln übel an dem Propheten Jeremia, daß sie ihn in die Zisterne geworfen haben; dort muß er vor Hunger sterben; denn es ist kein Brot mehr in der Stadt. 10Da befahl der König Ebed-Melech, dem Mohren: Nimm von hier drei Männer mit dir und zieh den Propheten Jeremia aus der Zisterne, ehe er stirbt. 11Und Ebed-Melech nahm die Männer mit sich und ging in des Königs Haus in die Kleiderkammer und nahm dort zerrissene, alte Lumpen und ließ sie an einem Seil hinab zu Jeremia in die Zisterne. 12Und Ebed-Melech, der Mohr, sprach zu Jeremia: Lege diese zerrissenen, alten Lumpen unter deine Achseln um das Seil; und Jeremia tat es. 13Und sie zogen Jeremia herauf aus der Zisterne an den Stricken. Und so blieb Jeremia im Wachthof.

Letztes Gespräch zwischen Zedekia und Jeremia
14Und der König Zedekia sandte hin und ließ den Propheten Jeremia zu sich holen unter den dritten Eingang am Hause des HERRN. Und der König sprach zu Jeremia: Ich will dich etwas fragen; verbirg mir nichts! 15Jeremia sprach zu Zedekia: Sage ich dir etwas, so tötest du mich doch; gebe ich dir aber einen Rat, so gehorchst du mir nicht. 16Da schwor der König Zedekia dem Jeremia heimlich und sprach: So wahr der HERR lebt, der uns dies Leben gegeben hat: Jeremia 38,4 ich will dich nicht töten noch den Männern in die Hände geben, die dir nach dem Leben trachten. 17Und Jeremia sprach zu Zedekia: So spricht der HERR, der Gott Zebaoth, der Gott Israels: Wirst du hinausgehen zu den Obersten des Königs von Babel, so sollst du am Leben bleiben, und diese Stadt soll nicht verbrannt werden, sondern du und dein Haus sollen am Leben bleiben; 18wirst du aber nicht hinausgehen zu den Obersten des Königs von Babel, so wird diese Stadt den Chaldäern in die Hände gegeben, und sie werden sie mit Feuer verbrennen, und auch du wirst ihren Händen nicht entrinnen. 19Der König Zedekia sprach zu Jeremia: Ich habe aber die Sorge, daß ich den Judäern, die zu den Chaldäern übergelaufen sind, übergeben werden könnte, daß sie mir übel mitspielen. 20Jeremia sprach: Man wird dich nicht übergeben. Gehorche doch der Stimme des HERRN, die ich dir verkünde, so wird dir's wohlgehen, und du wirst am Leben bleiben. 21Wirst du aber nicht hinausgehen, so ist dies das Wort, das mir der HERR gezeigt hat: 22Siehe, alle Frauen, die noch vorhanden sind im Haus des Königs von Juda, werden zu den Obersten des Königs von Babel hinaus müssen, und sie werden dann sagen: „Ach, deine guten Freunde haben dich überredet und in ihre Gewalt gebracht und in den Sumpf geführt und lassen dich nun stecken.“ 23Ja, alle deine Frauen und Kinder werden hinaus müssen zu den Chaldäern, und Jeremia 32,4Jeremia 34,3 du selbst wirst ihren Händen nicht entgehen, sondern du wirst vom König von Babel ergriffen, und diese Stadt wird mit Feuer verbrannt werden.

24Und Zedekia sprach zu Jeremia: Sieh zu, daß niemand diese Worte erfahre, so wirst du nicht sterben. 25Und wenn's die Oberen erfahren sollten, daß ich mit dir geredet habe, und zu dir kommen und sprechen: „Sag an, was hast du mit dem König geredet; verbirg es uns nicht, so wollen wir dich nicht töten. Was hat der König mit dir geredet?“, 26so sprich: Ich habe den König gebeten, daß er mich nicht wieder in Jonatans Haus führen lasse, ich müßte sonst dort sterben. 27Da kamen alle Oberen zu Jeremia und fragten ihn, und er antwortete ihnen, wie ihm der König befohlen hatte. Da ließen sie von ihm, weil sie nichts erfahren konnten. 28Und Jeremia Jeremia 52,42.Könige 25,1 blieb im Wachthof bis auf den Tag, da Jerusalem eingenommen wurde.

391Denn im neunten Jahr Zedekias, des Königs von Juda, im zehnten Monat kam Nebukadnezar, der König von Babel, und sein ganzes Heer vor Jerusalem und belagerten es. 2Und im elften Jahr Zedekias, am neunten Tage des vierten Monats, brach man in die Stadt ein. 3Und alle Obersten des Königs von Babel zogen hinein und hielten unter dem Mitteltor, nämlich Nergal-Sarezer, der Fürst von Sin-Magir, der Oberhofmeister, und Nebuschasban, der Oberkämmerer, und alle andern Obersten des Königs von Babel. 4Als nun Zedekia, der König von Juda, und seine Kriegsleute das sahen, flohen sie bei Nacht zur Stadt hinaus auf dem Wege zu des Königs Garten durchs Tor zwischen den beiden Mauern und entwichen zum Jordantal hin. 5Aber die Kriegsleute der Chaldäer jagten ihnen nach und holten Zedekia ein im Jordantal von Jericho und nahmen ihn gefangen und brachten ihn zu Nebukadnezar, dem König von Babel, nach Ribla, das im Lande Hamat liegt. Der sprach das Urteil über ihn. 6Und der König von Babel ließ die Söhne Zedekias vor seinen Augen töten in Ribla und tötete auch alle Vornehmen Judas. 7Aber Zedekia ließ er die Augen ausstechen und ihn in Ketten legen, um ihn nach Babel zu führen. 8Und die Chaldäer verbrannten das Haus des Königs und die Häuser der Bürger und rissen die Mauern Jerusalems nieder. 9Was aber noch an Volk in der Stadt war, und wer sonst zu ihnen übergelaufen war, die führte Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, alle miteinander gefangen nach Babel. 10Aber von dem niederen Volk, das nichts hatte, ließ zur selben Zeit Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, etliche im Lande Juda zurück und gab ihnen Weinberge und Felder.

11Aber Nebukadnezar, der König von Babel, hatte Nebusaradan, dem Obersten der Leibwache, Befehl gegeben wegen Jeremia und gesagt: 12Nimm ihn und laß ihn dir befohlen sein und tu ihm kein Leid, sondern Jeremia 40,4 wie er's von dir begehrt, so mach's mit ihm. 13Da sandten hin Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, und Nebuschasban, der Oberkämmerer, Nergal-Sarezer, der Oberhofmeister, und alle Obersten des Königs von Babel 14und Jeremia 38,28 ließen Jeremia aus dem Wachthof holen und übergaben ihn Jeremia 40,5 Gedalja, dem Sohn Ahikams, des Sohnes Schafans, daß er ihn nach Hause gehen ließe. Und so blieb er unter dem Volk.

15Jeremia 38,7 Es war auch des HERRN Wort geschehen zu Jeremia, als er noch im Wachthof lag: 16Geh hin und sage Ebed-Melech, dem Mohren: So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Siehe, ich will meine Worte kommen lassen über diese Stadt zum Unheil und nicht zum Heil, und du sollst es sehen zur selben Zeit. 17Aber dich will ich erretten zur selben Zeit, spricht der HERR, und du sollst den Leuten nicht ausgeliefert werden, vor denen du dich fürchtest. 18Denn ich will dich entkommen lassen, daß du nicht durchs Schwert fallest, sondern du sollst dein Leben wie eine Beute davonbringen, weil du mir vertraut hast, spricht der HERR.

40Jeremia bleibt im Lande. Gedaljas Statthalterschaft
1Dies ist das Wort, das vom HERRN geschah zu Jeremia, Jeremia 39,11 als ihn Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, losließ in Rama, wo er ihn gefunden hatte; denn er war auch, mit Fesseln gebunden, unter allen Gefangenen aus Jerusalem und Juda, die nach Babel weggeführt werden sollten. 2Als nun der Oberste der Leibwache Jeremia hatte zu sich holen lassen, sprach er zu ihm: Der HERR, dein Gott, hat dies Unglück über diese Stätte vorhergesagt 3und hat's auch kommen lassen und getan, wie er geredet hat; denn ihr habt gesündigt wider den HERRN und seiner Stimme nicht gehorcht; darum ist euch solches widerfahren. 4Und nun siehe, ich mache dich heute los von den Fesseln, mit denen deine Hände gebunden waren. Jeremia 39,12 Gefällt dir's, mit mir nach Babel zu ziehen, so komm, du sollst mir befohlen sein. Gefällt dir's aber nicht, mit mir nach Babel zu ziehen, so laß es sein. Siehe, du hast das ganze Land vor dir; wo dich's gut dünkt und dir's gefällt, da zieh hin. 5Jeremia 39,14 Denn weiter hinaus wird kein Wiederkehren möglich sein. Darum magst du umkehren zu Gedalja, dem Sohne Ahikams, des Sohnes Schafans, den der König von Babel über die Städte in Juda gesetzt hat, und bei ihm bleiben unter dem Volk; oder geh, wohin dir's gefällt. Und der Oberste der Leibwache gab ihm Wegzehrung und Geschenke und ließ ihn gehen. 6So kam Jeremia zu Gedalja, dem Sohne Ahikams, nach Mizpa und blieb bei ihm unter dem Volk, das im Lande noch übriggeblieben war.

7Als nun die Hauptleute, die noch im Lande verstreut waren, samt ihren Leuten erfuhren, daß der König von Babel 2.Könige 25,22 Gedalja, den Sohn Ahikams, über das Land gesetzt hatte und über die Männer, Frauen und Kinder und über die Geringen im Lande, die nicht nach Babel weggeführt waren, 8kamen sie zu Gedalja nach Mizpa, nämlich Jismael, der Sohn Netanjas, Johanan und Jonatan, die Söhne Kareachs, und Seraja, der Sohn Tanhumets, und die Söhne Efais von Netofa und Jaasanja, der Sohn eines Maachatiters, samt ihren Leuten. 9Und Gedalja, der Sohn Ahikams, des Sohnes Schafans, schwor ihnen und ihren Leuten einen Eid und sprach: Fürchtet euch nicht, den Chaldäern untertan zu sein; bleibt im Lande und seid dem König von Babel untertan, so wird's euch wohlgehen. 10Siehe, ich bleibe hier in Mizpa und habe die Verantwortung vor den Chaldäern, die zu uns kommen; ihr aber sollt Wein und Feigen und Öl ernten und in eure Gefäße tun und sollt in euren Städten wohnen, die ihr wieder in Besitz genommen habt. 11Und als die Judäer, die im Lande Moab und Ammon und in Edom und in allen Ländern waren, hörten, daß der König von Babel einen Rest in Juda übriggelassen und über sie Gedalja gesetzt hatte, den Sohn Ahikams, des Sohnes Schafans, 12da kamen auch sie alle zurück aus allen Orten, wohin sie verstreut waren, in das Land Juda zu Gedalja nach Mizpa und ernteten sehr viel Wein und Sommerfrüchte. 13Aber Johanan, der Sohn Kareachs, und alle Hauptleute, die im Lande verstreut gewesen waren, kamen zu Gedalja nach Mizpa 14und sprachen zu ihm: Weißt du auch, daß Baalis, der König der Ammoniter, Jismael, den Sohn Netanjas, gesandt hat, daß er dich erschlagen soll? Das wollte ihnen aber Gedalja, der Sohn Ahikams, nicht glauben. 15Da sprach Johanan, der Sohn Kareachs, zu Gedalja heimlich in Mizpa: Ich will hingehen und Jismael, den Sohn Netanjas, erschlagen, daß es niemand erfahren soll. Warum soll er dich erschlagen, so daß alle Judäer, die bei dir versammelt sind, zerstreut werden und, die noch aus Juda übriggeblieben sind, umkommen? 16Aber Gedalja, der Sohn Ahikams, sprach zu Johanan, dem Sohn Kareachs: Du sollst das nicht tun; es ist nicht wahr, was du von Jismael sagst.

41Gedaljas Ermordung durch Jismael(vgl. 2. Kön 25,25)
1Aber im siebenten Monat kam Jismael, der Sohn Netanjas, des Sohnes Elischamas, aus königlichem Stamm, einer von den Obersten des Königs, und zehn Männer mit ihm zu Gedalja, dem Sohn Ahikams, nach Mizpa, und sie aßen dort in Mizpa miteinander. 2Und Jismael, der Sohn Netanjas, erhob sich samt den zehn Männern, die bei ihm waren, und sie erschlugen Jeremia 40,5 Gedalja, den Sohn Ahikams, des Sohnes Schafans, mit dem Schwert, weil ihn der König von Babel über das Land gesetzt hatte. 3Auch erschlug Jismael alle Judäer, die bei Gedalja waren in Mizpa, und die Chaldäer, die dort waren, sämtliche Kriegsleute. 4Am andern Tage, nachdem Gedalja erschlagen war und es noch niemand wußte, 5kamen achtzig Männer von Sichem, von Silo und von Samaria und hatten die Bärte abgeschoren und ihre Kleider zerrissen und Jeremia 16,6 sich wund geritzt und trugen Speisopfer und Weihrauch mit, um es zum Hause des HERRN zu bringen. 6Und Jismael, der Sohn Netanjas, ging heraus von Mizpa ihnen entgegen, ging und weinte. Als er nun an sie herankam, sprach er zu ihnen: Ihr sollt zu Gedalja, dem Sohn Ahikams, kommen. 7Als sie aber mitten in die Stadt kamen, ermordete sie Jismael, der Sohn Netanjas, er und die Männer, die bei ihm waren, und warfen sie in die Zisterne. 8Aber es waren zehn Männer darunter, die sprachen zu Jismael: Töte uns nicht; wir haben Vorrat im Acker verborgen liegen an Weizen, Gerste, Öl und Honig. Da ließ er ab und tötete sie nicht mit den andern. 9Die Zisterne aber, in die Jismael die Leichname der Männer warf, die er erschlagen hatte samt dem Gedalja, ist die, welche der König Asa hatte anlegen lassen im Krieg gegen Bascha, den König von Israel. Die füllte Jismael, der Sohn Netanjas, mit den Erschlagenen. 10Und Jismael, der Sohn Netanjas, führte das Volk, das in Mizpa übriggeblieben war, gefangen weg: die Königstöchter samt allem Volk, über das Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, Gedalja, den Sohn Ahikams, gesetzt hatte; und er zog hin und wollte hinüber zu den Ammonitern.

11Als aber Johanan, der Sohn Kareachs, und alle Hauptleute des Heeres, die bei ihm waren, von all dem Bösen erfuhren, das Jismael, der Sohn Netanjas, begangen hatte, 40,8.13-16 12nahmen sie zu sich alle Männer und zogen hin, um mit Jismael, dem Sohn Netanjas, zu kämpfen, und trafen ihn an dem 2.Samuel 2,13 großen Wasser bei Gibeon. 13Als nun alles Volk, das bei Jismael war, den Johanan, den Sohn Kareachs, erblickte samt allen Hauptleuten des Heeres, die bei ihm waren, da wurde es froh. 14Und das ganze Volk, das Jismael von Mizpa weggeführt hatte, wandte sich um und ging zu Johanan, dem Sohn Kareachs, über. 15Aber Jismael, der Sohn Netanjas, entrann mit acht Männern dem Johanan und zog zu den Ammonitern. 16Und Johanan, der Sohn Kareachs, samt allen Hauptleuten des Heeres, die bei ihm waren, nahm zu sich das übriggebliebene Volk, das Jismael, der Sohn Netanjas, aus Mizpa weggeführt hatte, nachdem er Gedalja, den Sohn Ahikams, erschlagen hatte, nämlich die Kriegsleute, die Frauen und Kinder und Hofleute, die er von Gibeon zurückgebracht hatte. 17Und sie zogen hin und kehrten ein in der Herberge 2.Samuel 19,38 Kimhams bei Bethlehem, um von dort Jeremia 43,7 nach Ägypten zu ziehen 18aus Furcht vor den Chaldäern. Denn sie fürchteten sich vor ihnen, weil Jismael, der Sohn Netanjas, Gedalja, den Sohn Ahikams, erschlagen hatte, den der König von Babel über das Land gesetzt hatte.

42Jeremia warnt vor der Auswanderung nach Ägypten
1Da traten herzu alle Hauptleute des Heeres, Johanan, der Sohn Kareachs, Asarja, der Sohn Hoschajas, samt dem ganzen Volk, klein und groß, 2und sprachen zum Propheten Jeremia: Laß doch unsere Bitte vor dir gelten und Jeremia 37,3 bete für uns zum HERRN, deinem Gott, für alle diese Übriggebliebenen - denn leider sind wir von vielen nur wenige übrig geblieben, wie du mit eigenen Augen siehst -, 3daß der HERR, dein Gott, uns kundtun wolle, wohin wir ziehen und was wir tun sollen. 4Und der Prophet Jeremia sprach zu ihnen: Wohlan, ich will gehorchen. Siehe, ich will zum HERRN, eurem Gott, beten, wie ihr gesagt habt, und alles, was euch der HERR antworten wird, das will ich euch kundtun und will euch nichts vorenthalten. 5Und sie sprachen zu Jeremia: Der HERR sei ein zuverlässiger und wahrhaftiger Zeuge wider uns, wenn wir nicht alles tun werden, was uns der HERR, dein Gott, durch dich befehlen wird. 6Es sei Gutes oder Böses, so wollen wir gehorchen der Stimme des HERRN, unseres Gottes, zu dem wir dich senden, auf daß es uns wohlgehe, wenn wir der Stimme des HERRN, unseres Gottes, gehorchen.

7Und nach zehn Tagen geschah des HERRN Wort zu Jeremia. 8Da rief er Johanan, den Sohn Kareachs, und alle Hauptleute des Heeres, die bei ihm waren, und alles Volk, klein und groß, 9und sprach zu ihnen: So spricht der HERR, der Gott Israels, zu dem ihr mich gesandt habt, daß ich euer Gebet vor ihn bringen sollte: 10Werdet ihr in diesem Lande bleiben, so will ich euch Jeremia 1,10 bauen und nicht einreißen; ich will euch pflanzen und nicht ausreißen; denn es hat mich gereut das Unheil, das ich euch angetan habe. 11Ihr sollt euch nicht fürchten vor dem König von Babel, vor dem ihr euch fürchtet, spricht der HERR; ihr sollt euch vor ihm nicht fürchten, denn ich will bei euch sein, daß ich euch helfe und von seiner Hand errette. 12Ich will euch Barmherzigkeit erweisen und mich über euch erbarmen und euch wieder auf eure Äcker bringen. 13Jeremia 29,17 Werdet ihr aber sagen: „Wir wollen nicht in diesem Lande bleiben“ und so der Stimme des HERRN, eures Gottes, nicht gehorchen 14und werdet ihr sagen: „Nein, wir wollen nach Ägyptenland ziehen, daß wir weder Krieg sehen noch den Schall der Posaune hören noch Hunger nach Brot leiden müssen; dort wollen wir bleiben“ - 15nun, so höret des HERRN Wort, ihr Übriggebliebenen von Juda! So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Werdet ihr euer Angesicht nach Ägyptenland richten, um dorthin zu ziehen und dort zu wohnen, 16so soll euch das Schwert, vor dem ihr euch fürchtet, in Ägyptenland treffen, und der Hunger, vor dem ihr euch sorgt, soll stets hinter euch her sein in Ägypten, und ihr sollt dort sterben. 17Denn sie seien, wer sie wollen: Wer sein Angesicht nach Ägypten richtet, um dorthin zu ziehen und dort zu wohnen, der soll sterben durch Schwert, Hunger und Pest, und es soll keiner übrigbleiben noch dem Unheil entrinnen, das ich über sie kommen lassen will.

18Denn so spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Gleichwie mein Zorn und Grimm über die Einwohner Jerusalems ausgeschüttet wurde, so soll er auch über euch ausgeschüttet werden, wenn ihr nach Ägypten zieht; und Jeremia 25,9 ihr sollt zum Fluch, zum Bild des Entsetzens, zur Verwünschung und zur Schande werden und diese Stätte nicht mehr sehen. 19Das ist das Wort des HERRN an euch, die ihr übriggeblieben seid von Juda, daß ihr nicht nach Ägypten zieht. Darum erkennt, daß ich euch heute gewarnt habe; 20denn ihr selbst habt euer Leben in Gefahr gebracht, weil ihr mich gesandt habt zum HERRN, eurem Gott, und gesagt: Bete zum HERRN, unserm Gott, für uns, und alles, was der HERR, unser Gott, sagen wird, tu uns kund, so wollen wir danach tun. 21Das habe ich euch heute wissen lassen; aber ihr wollt der Stimme des HERRN, eures Gottes, nicht gehorchen noch allem, was er euch durch mich befohlen hat. 22So sollt ihr denn wissen, daß ihr durch Schwert, Hunger und Pest sterben müßt an dem Ort, wohin ihr zu ziehen gedenkt, um dort zu wohnen.

43Jeremia wird nach Ägypten verschleppt
1Als Jeremia dem ganzen Volk alle Worte des HERRN, ihres Gottes, ausgerichtet hatte, wie ihm der HERR, ihr Gott, alle diese Worte an sie befohlen hatte, 2sprachen Asarja, der Sohn Hoschajas, und Johanan, der Sohn Kareachs, und alle aufsässigen Männer zu Jeremia: Du lügst! Der HERR, unser Gott, hat dich nicht zu uns gesandt und gesagt: „Ihr sollt nicht nach Ägypten ziehen, um dort zu wohnen“, 3sondern Jeremia 36,32 Baruch, der Sohn Nerijas, beredet dich zu unserm Schaden, damit wir den Chaldäern übergeben werden und sie uns töten oder nach Babel wegführen. 4Da gehorchten Johanan, der Sohn Kareachs, und alle Hauptleute des Heeres samt dem ganzen Volk der Stimme des HERRN nicht, daß sie im Lande Juda geblieben wären, 5sondern Johanan, der Sohn Kareachs, und alle Hauptleute des Heeres nahmen zu sich alle Übriggebliebenen von Juda, die von allen Völkern, wohin sie geflohen, zurückgekommen waren, um im Lande Juda zu wohnen, 6nämlich Männer, Frauen und Kinder, dazu die Königstöchter und alle übrigen, die Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, bei Gedalja, dem Sohn Ahikams, des Sohnes Schafans, gelassen hatte, und auch den Propheten Jeremia und Baruch, den Sohn Nerijas. 7Und sie Jeremia 42,142.Könige 25,26 zogen nach Ägyptenland, denn sie wollten der Stimme des HERRN nicht gehorchen, und kamen nach Tachpanhes. 8Aber des HERRN Wort geschah zu Jeremia in Tachpanhes: 9Nimm große Steine und vergrabe sie in dem Boden am Eingang des Hauses des Pharao in Tachpanhes, so daß die Männer aus Juda es sehen, 10und sprich zu ihnen: So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Siehe, ich will hinsenden und Jeremia 25,9 meinen Knecht Nebukadnezar, den König von Babel, holen lassen und will seinen Thron oben auf diese Steine setzen, die ich eingraben ließ; und er soll seinen Thronhimmel darüber ausspannen. 11Er soll kommen und Ägyptenland schlagen und Jeremia 15,2 töten, wen es trifft, gefangen führen, wen es trifft, mit dem Schwert erschlagen, wen es trifft. 12Und ich will Jeremia 46,25 die Tempel Ägyptens in Brand stecken und niederbrennen und ihre Götter wegführen. Und er soll Ägyptenland lausen, wie ein Hirt sein Kleid laust, und mit Frieden von dannen ziehen. 13Er soll die Steinmale von Bet-Schemesch in Ägyptenland zerbrechen und die Götzentempel in Ägypten mit Feuer verbrennen.

44Jeremia warnt vor der erneuten Verehrung der Himmelskönigin
1Dies ist das Wort, das zu Jeremia geschah an alle Judäer, die in Ägyptenland wohnten, nämlich in Migdol, Jeremia 43,7 Tachpanhes und Memfis, und die im Lande Patros wohnten. 2So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Ihr habt gesehen all das Unheil, das ich habe kommen lassen über Jerusalem und über alle Städte in Juda; siehe, heutigentags sind sie wüst, und niemand wohnt darin; 3und das um ihrer Bosheit willen, die sie taten, als sie mich erzürnten und hingingen und opferten und dienten andern Göttern, die weder sie noch ihr noch eure Väter kannten. 4Und ich sandte Jeremia 25,4 immer wieder zu euch alle meine Knechte, die Propheten, und ließ euch sagen: „Tut doch nicht solche Greuel, die ich hasse.“ 5Aber sie gehorchten nicht und kehrten auch ihre Ohren nicht zu mir, daß sie sich von ihrer Bosheit bekehrt und andern Göttern nicht geopfert hätten. 6Darum ergoß sich auch mein Zorn und Grimm und entbrannte über die Städte Judas und die Gassen Jerusalems, daß sie zur Wüste und Öde geworden sind, so wie es heute ist.

7Nun, so spricht der HERR, der Gott Zebaoth, der Gott Israels: Warum tut ihr euch selbst ein so großes Unheil an, daß bei euch ausgerottet werden aus Juda Mann und Frau, Kind und Säugling und nichts von euch übrigbleibt, Jeremia 42,22 8und erzürnet mich so durch eurer Hände Werke und opfert andern Göttern in Ägyptenland, wohin ihr gezogen seid, um dort zu wohnen, auf daß ihr ausgerottet und zum Fluch und zur Schmach werdet unter allen Völkern auf Erden? 9Habt ihr vergessen Jeremia 7,17 die Sünden eurer Väter, die Sünden der Könige von Juda, die Sünden ihrer Frauen, dazu eure eigenen Sünden und die Sünden eurer Frauen, die sie getan haben im Lande Juda und auf den Gassen Jerusalems? 10Sie haben sich bis auf diesen Tag nicht gedemütigt, fürchten sich auch nicht und wandeln nicht in meinem Gesetz und in den Rechtsordnungen, die ich euch und euren Vätern gegeben habe.

11Darum spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Siehe, Amos 9,4 ich will mein Angesicht wider euch richten zum Unheil, und ganz Juda soll ausgerottet werden. 12Und ich will wegraffen, die übriggeblieben sind von Juda, die ihr Angesicht nach Ägyptenland gerichtet haben, um dorthin zu ziehen und dort zu wohnen; es soll ein Ende mit ihnen allen werden in Ägyptenland. Durchs Schwert sollen sie fallen, und durch Hunger sollen sie umkommen, klein und groß; sie sollen durch Schwert und Hunger sterben und sollen zur Verwünschung, zum Entsetzen, zum Fluch und zur Schmach werden. Jeremia 42,14 13Ich will auch die Einwohner in Ägyptenland mit Schwert, Hunger und Pest heimsuchen, gleichwie ich an Jerusalem getan habe, 14so daß von denen, die übriggeblieben sind von Juda und die hierher gekommen sind nach Ägyptenland, um hier zu wohnen, keiner entrinnen und entkommen soll. Sie sollen nicht mehr ins Land Juda zurückkehren, wohin sie gerne wiederkämen und wohnten, sondern es soll keiner dahin zurückkommen außer einigen Entronnenen.

15Da antworteten dem Jeremia alle Männer, die sehr wohl wußten, daß ihre Frauen andern Göttern opferten, und alle Frauen, die dabeistanden, eine große Menge, samt allem Volk, das in Ägyptenland und in Jesaja 11,11 Patros wohnte, und sprachen: 16Den Worten, die du im Namen des HERRN uns sagst, wollen wir nicht gehorchen, 17sondern wir wollen all die Worte halten, die aus unserm eigenen Munde gekommen sind, und wollen der Jeremia 7,17 Himmelskönigin opfern und ihr Trankopfer darbringen, wie wir und unsere Väter, unsere Könige und Oberen getan haben in den Städten Judas und auf den Gassen Jerusalems. Da Hosea 2,7 hatten wir auch Brot genug, und es ging uns gut, und wir sahen kein Unglück. 18Seit der Zeit aber, da wir es unterlassen haben, der Himmelskönigin zu opfern und Trankopfer darzubringen, haben wir an allem Mangel gelitten und sind durch Schwert und Hunger umgekommen. 19Und wenn wir Frauen der Himmelskönigin opfern und Trankopfer darbringen, das 4.Mose 30,11 tun wir ja nicht ohne den Willen unserer Männer, wenn wir ihr Kuchen backen, um ein Bild von ihr zu machen, und ihr Trankopfer darbringen.

20Da sprach Jeremia zu dem ganzen Volk, den Männern und Frauen und allen Leuten, die ihm so geantwortet hatten: 21Nein, der HERR hat gedacht an das Opfern, das ihr in den Städten Judas und auf den Gassen Jerusalems getrieben habt samt euren Vätern, Königen, Oberen und allem Volk des Landes, und er hat's zu Herzen genommen, 22daß er nicht mehr leiden konnte euren bösen Wandel und die Greuel, die ihr tatet; daher ist auch euer Land zur Wüste, zum Entsetzen und zum Fluch geworden, daß niemand darin wohnt, so wie es heute ist. 23Weil ihr der Himmelskönigin geopfert habt und wider den HERRN sündigtet und der Stimme des HERRN nicht gehorchtet und in seinem Gesetze, seinen Rechten und Mahnungen nicht gewandelt seid, darum ist euch solches Unheil widerfahren, so wie es heute ist. 24Und Jeremia sprach zu allem Volk und zu allen Frauen: Höret des HERRN Wort, ihr alle aus Juda, die in Ägyptenland sind! 25So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Ihr und eure Frauen habt mit eurem Munde geredet und mit euren Händen vollbracht, was ihr sagt: „Wir wollen unsere Gelübde halten, die wir der Himmelskönigin gelobt haben, daß wir ihr opfern und Trankopfer darbringen.“ Wohlan, erfüllet doch eure Gelübde und haltet eure Gelübde! 26So höret nun des HERRN Wort, ihr alle aus Juda, die ihr in Ägyptenland wohnt: Siehe, ich schwöre bei meinem großen Namen, spricht der HERR, daß mein Name nicht mehr genannt werden soll durch irgendeines Menschen Mund aus Juda in ganz Ägyptenland, der da sagt: „So wahr Gott der HERR lebt!“ 27Siehe, Amos 9,4 ich will über sie wachen zum Unheil und nicht zum Heil, daß, wer aus Juda in Ägyptenland ist, durch Schwert und Hunger umkommen soll, bis es ein Ende mit ihnen hat. 28Die aber dem Schwert entrinnen, werden aus Ägyptenland ins Land Juda zurückkommen als ein geringes Häuflein. So werden dann alle, die übriggeblieben sind von Juda und die nach Ägyptenland gezogen waren, dort zu wohnen, erkennen, wessen Wort wahr geworden ist, meines oder ihres. 29Und dies sei das Zeichen, spricht der HERR: Ich will euch an diesem Ort heimsuchen, damit ihr wißt, daß mein Wort wahr werden soll über euch zum Unheil. 30So spricht der HERR: Siehe, ich will den Pharao Hofra, den König von Ägypten, übergeben in die Hände seiner Feinde und derer, die ihm nach dem Leben trachten, Hesekiel 29,19 gleichwie ich Zedekia, den König von Juda, übergeben habe in die Hand Nebukadnezars, des Königs von Babel, seines Feindes, der ihm nach dem Leben trachtete.

451Dies ist das Wort, das der Prophet Jeremia zu Baruch, dem Sohn Nerijas, redete, Jeremia 36,4 als er die Worte, wie Jeremia sie ihm sagte, auf eine Schriftrolle schrieb, im vierten Jahr Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs von Juda: 2So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels, über dich, Baruch: 3Du sprichst: Weh mir, wie hat mir der HERR Jammer zu meinem Schmerz hinzugefügt! Ich seufze mich müde und finde keine Ruhe. 4Sage ihm: So spricht der HERR: Siehe, was ich gebaut habe, das reiße ich ein, und was ich gepflanzt habe, das reiße ich aus, nämlich dies mein ganzes Land. 5Und du begehrst für dich große Dinge? Begehre es nicht! Denn siehe, ich will Unheil kommen lassen über alles Fleisch, spricht der HERR, aber Jeremia 39,18Jeremia 43,4 dein Leben sollst du wie eine Beute davonbringen, an welchen Ort du auch ziehst.

46GERICHTSWORTE GEGEN FREMDE VÖLKER(Kapitel 46 - 51)
1Dies ist das Wort des HERRN, das zu dem Propheten Jeremia geschehen ist wider alle Völker.

Weissagung gegen Ägypten
2Wider Ägypten. Wider das Heer des 2.Könige 23,29 Pharao Necho, des Königs von Ägypten, welches lagerte am Euphratstrom bei Karkemisch und das Nebukadnezar, der König von Babel, schlug im vierten Jahr Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs von Juda:

3Rüstet Rundschild und Langschild und zieht in den Streit! 4Spannet Rosse an und laßt Reiter aufsitzen, setzt die Helme auf und schärft die Spieße und ziehet Panzer an! 5Wie kommt's aber, daß ich sehe, daß sie verzagt sind und die Flucht ergreifen und ihre Helden erschlagen sind? Sie fliehen und wenden sich nicht mehr zurück. Jeremia 20,3 Schrecken um und um! spricht der HERR. 6Der Schnelle kann nicht entfliehen noch der Starke entrinnen. Im Norden am Euphratstrom sind sie gefallen und niedergestreckt.

7Wer ist's, der emporstieg wie der Nil, und seine Wasser wälzten sich dahin wie Ströme? Ä 8gypten stieg empor wie der Nil, und seine Wasser wälzten sich daher wie Ströme, und es sprach: „Ich will hinaufziehen, das Land bedecken und die Städte verderben samt denen, die darin wohnen.“ 9Wohlan, setzt euch auf die Rosse, rennet mit den Wagen, lasset die Helden ausziehen, die von Kusch und aus Put, die den Schild führen, und die Schützen aus Lud! 10Denn dies ist der Jesaja 2,12 Tag Gottes, des HERRN Zebaoth, ein Tag der Vergeltung, daß 5.Mose 32,41 er sich an seinen Feinden räche, wenn das Schwert fressen und von ihrem Blut voll und trunken werden wird. Denn sie müssen Gott, dem HERRN Zebaoth, ein Schlachtopfer werden im Lande des Nordens am Euphratstrom.

11Geh hinauf nach Gilead und hole Balsam, Jungfrau, Tochter Ägypten! Aber Jeremia 8,22 es ist umsonst, daß du viel Heilmittel gebrauchst; du wirst doch nicht heil. 12Deine Schande ist unter den Völkern erschollen, deines Heulens ist das Land voll; denn ein Held fällt über den andern und liegen beide miteinander danieder.

13Dies ist das Wort des HERRN, das er zu dem Propheten Jeremia redete, als Nebukadnezar, der König von Babel, heranzog, um Ägyptenland zu schlagen: 14Verkündigt's in Ägypten und sagt's an in Migdol, sagt's an in Memfis und Tachpanhes und sprecht: Setze dich zur Wehr! Denn das Schwert wird fressen, was um dich her ist. 15Wie geht's zu, daß deine Gewaltigen zu Boden fallen und können nicht standhalten? Der HERR hat sie so gestürzt. 16Er macht, daß ihrer viele fallen, daß einer mit dem andern daniederliegt. Da sprechen sie: Wohlauf, laßt uns wieder zu unserm Volk ziehen, in unser Vaterland vor dem mörderischen Schwert! 17Nennet den Namen des Pharao, des Königs von Ägypten: „Prahlhans, der die Zeit versäumt hat“. 18So wahr ich lebe, spricht der König, der HERR Zebaoth heißt: er wird daherziehen so hoch, wie der Berg Tabor unter den Bergen ist und wie der Karmel am Meer ist.

19Mache dir Fluchtgepäck, du Einwohnerin, Tochter Ägypten; denn Memfis wird wüst und verbrannt werden, daß niemand darin wohnen wird. Ä 20gypten ist wie eine schöne junge Kuh; aber es kommt von Norden der Schlächter. 21Auch die darin um Sold dienen, sind wie gemästete Kälber; aber sie müssen sich dennoch wenden und miteinander fliehen und werden nicht standhalten; denn der Tag ihres Unheils wird über sie kommen, die Zeit ihrer Heimsuchung.

22Man hört sie heranziehen wie eine zischende Schlange; ja, sie kommen mit Heeresmacht und bringen Äxte über sie wie die Holzhauer. 23Die werden ihren Wald umhauen, spricht der HERR, denn sie sind nicht zu zählen; ihrer sind mehr als Heuschrecken, die niemand zählen kann. 24Die Tochter Ägypten wird zuschanden; denn sie ist dem Volk aus dem Norden in die Hände gegeben.

25Jeremia 43,12Jesaja 24,21 Der HERR Zebaoth, der Gott Israels, spricht: Siehe, ich will heimsuchen den Amon zu No und den Pharao und Ägypten samt seinen Göttern und Königen, ja, den Pharao mit allen, die sich auf ihn verlassen, 26daß ich sie gebe in die Hände derer, die ihnen nach dem Leben trachten, und in die Hände Nebukadnezars, des Königs von Babel, und seiner Großen. Aber Hesekiel 29,14 danach soll das Land bewohnt werden wie vor alters, spricht der HERR.

27Aber du, Jeremia 30,10 mein Knecht Jakob, fürchte dich nicht, und du, Israel, verzage nicht! Denn siehe, ich will dir helfen aus fernen Landen und deinen Nachkommen aus dem Lande ihrer Gefangenschaft, daß Jakob zurückkommen soll und in Frieden sein und ohne Sorge, und niemand soll ihn schrecken. 28Darum fürchte dich nicht, du, Jakob, mein Knecht, spricht der HERR, denn ich bin bei dir! Mit allen Völkern, unter die ich dich verstoßen habe, will ich ein Ende machen; aber mit dir will ich nicht ein Ende machen. Jeremia 10,24Jeremia 30,11 Züchtigen will ich dich mit Maßen, doch ungestraft kann ich dich nicht lassen.

471Dies ist das Wort des HERRN, das zum Propheten Jeremia geschah wider die Philister, ehe der Pharao Gaza schlug. 2So spricht der HERR: Siehe, es kommen Wasser heran von Norden, die zum reißenden Strom werden und das Land überfluten und was darin ist, die Städte und die darin wohnen, daß die Leute schreien und alle Einwohner im Lande heulen. 3Vor dem Stampfen ihrer starken Rosse, die dahertraben, und vor dem Rasseln ihrer Wagen und dem Poltern ihrer Räder werden sich die Väter nicht umsehen nach den Kindern, so verzagt werden sie sein ü 4ber den Tag, der da kommt, um zu verderben alle Philister und auszurotten die letzten Helfer für Tyrus und Sidon. Denn der HERR wird die Philister verderben, den Rest derer, die gekommen sind von der Amos 9,7 Insel Kaftor. Ü 5ber Amos 1,6Zefanja 2,4Sacharia 9,5 Gaza wird Trauer kommen, und Aschkelon wird vernichtet, der Rest der Josua 11,22 Anakiter. Wie lange willst du dich Jeremia 16,6Jeremia 48,37 wund ritzen? 6O du Schwert des HERRN, wann willst du doch aufhören? Fahre in deine Scheide und ruhe und sei still! 7Aber wie kann es aufhören, da doch der HERR ihm Befehl gegeben hat wider Aschkelon und es wider das Ufer des Meeres bestellt hat?

48Weissagung gegen Moab(vgl. Jes 15; 16; Hes 25,8-11; Am 2,1-3; Zef 2,8-11)
1Wider Moab. So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Wehe der Stadt Nebo, denn sie ist zerstört! Geschändet ist Kirjatajim und eingenommen, die hohe Feste ist zuschanden geworden und zerbrochen. 2Der Stolz Moabs auf Heschbon ist dahin; denn man sinnt Böses gegen die Stadt: „Kommt, wir wollen sie ausrotten, daß sie ohne Volk sei.“ Und du, Madmen, mußt auch vernichtet werden; das Schwert wird hinter dir her sein. 3Man hört ein Geschrei in Horonajim von Verwüstung und großem Jammer. 4Moab ist zerschlagen. Man hört ihre Kleinen schreien; 5denn sie gehen mit Weinen die Steige von Luhit hinauf, und die Feinde hören ein Jammergeschrei den Weg von Horonajim herab: „ 6Fliehet und rettet euer Leben!“ Aber ihr werdet sein Jeremia 17,6 wie ein Strauch in der Wüste.

7Weil du dich auf deine Bauwerke verlässest und auf deine Schätze, sollst du auch erobert werden, und 4.Mose 21,29Richter 11,241.Könige 11,7 Kemosch muß gefangen wegziehen samt seinen Priestern und Fürsten. 8Denn der Verwüster wird über alle Städte kommen, daß nicht eine Stadt entrinnen wird. Es sollen die Täler verwüstet und die Ebenen verheert werden; denn der HERR hat's gesagt. 9Gebt Moab Flügel, denn es wird davon müssen, als flöge es, und seine Städte werden wüst liegen, daß niemand darin wohnen wird.

10Verflucht sei, wer des HERRN Werk lässig tut; verflucht sei, wer sein Schwert aufhält, daß es nicht Blut vergießt!

11Moab ist von seiner Jugend an ungestört gewesen und Zefanja 1,12 auf seinen Hefen still gelegen und ist nie aus einem Faß ins andre gegossen und ist nie in die Gefangenschaft gezogen; darum ist sein Geschmack ihm geblieben und sein Geruch nicht verändert worden. 12Darum siehe, spricht der HERR, es kommt die Zeit, daß ich ihnen Küfer schicken will, die sie ausschütten sollen und ihre Fässer ausleeren und ihre Krüge zerschmettern. 13Und Moab soll über dem Kemosch zuschanden werden, gleichwie das Haus Israel über Bethel zuschanden geworden ist, worauf sie sich verließen.

14Wie könnt ihr sagen: Wir sind Helden und rechte Kriegsleute? 15Moab wird verwüstet, und seine Städte werden erstiegen, und seine beste Mannschaft muß hinab zur Schlachtbank, spricht der König, welcher heißt der HERR Zebaoth. 16Denn der Untergang Moabs wird bald kommen, und sein Unglück eilt herbei.

17Habt doch Mitleid mit ihnen, alle, die ihr um sie her wohnt und ihren Namen kennt, und sprecht: „Wie ist das starke Zepter und der herrliche Stab so zerbrochen!“ 18Herunter von der Herrlichkeit, du Tochter Dibon, und setz dich in den Staub! Denn der Verwüster Moabs wird zu dir hinaufkommen und deine Bollwerke zerstören. 19Tritt an die Straße und schaue, du Einwohnerin von Aroër! Frage, die da fliehen und entrinnen, und sprich: „Was ist geschehen?“ 20Ach, Moab ist verwüstet und verheert! Heulet und schreiet; sagt's am Arnon, daß Moab vernichtet ist! 21Die Strafe ist über das ebene Land ergangen, nämlich über Holon, Jahaz, Mefaat, 22Dibon, Nebo, Bet-Diblatajim, 23Kirjatajim, Bet-Gamul, Bet-Meon, 24Kerijot, Bozra und über alle Städte im Lande Moab, sie seien fern oder nahe. 25Das Horn Moabs ist abgeschlagen, und sein Arm ist zerbrochen, spricht der HERR.

26Jeremia 25,15 Macht es trunken; denn es hat sich gegen den HERRN erhoben! Speien müsse Moab, auf daß es auch zum Gespött werde. 27Oder ist Israel dir nicht ein Gespött gewesen, als hätte man es unter den Dieben gefunden? Sooft du von ihm sprachst, hast du es verhöhnt. 28O ihr Bewohner von Moab, verlaßt die Städte und wohnt in den Felsen und tut wie die Tauben, die da nisten in den Löchern!

29Man hat immer gesagt von dem stolzen Moab, daß es sehr stolz sei, hoffärtig, hochmütig, trotzig und übermütig. 30Aber der HERR spricht: Ich kenne seinen Übermut wohl und sein böses Geschwätz; Böses haben sie getan. 31Darum muß ich über Moab heulen und über ganz Moab schreien und über die Leute von Kir-Heres klagen. 32Mehr als über Jaser muß ich über dich weinen, du Weinstock Sibma; denn deine Ranken reichten über das Meer und kamen bis nach Jaser. Der Verwüster ist über deine Ernte und Weinlese hergefallen. 33Freude und Wonne sind hinweggenommen aus dem Fruchtland und dem Lande Moab. Dem Wein in den Kufen mache ich ein Ende, der Kelterer wird nicht mehr keltern, der Winzer wird nicht mehr sein Lied singen. 34Das Geschrei von Heschbon wird gehört bis Elale, bis nach Jahaz, von Zoar an bis nach Horonajim, bis Eglat-Schelischija; denn auch die Wasser Nimrims sollen versiegen. 35Und ich will, spricht der HERR, in Moab damit ein Ende machen, daß sie auf den Höhen opfern und ihren Göttern Opfer darbringen.

36Darum klagt mein Herz über Moab wie Flötenklage, und über die Leute in Kir-Heres klagt mein Herz wie Flötenklage; denn Jesaja 15,7 das Gut, das sie gesammelt, ist zugrunde gegangen. 37Alle Köpfe werden Jeremia 16,6 kahl sein und alle Bärte abgeschoren, alle Hände wund geritzt, und jeder wird den Sack anziehen. 38Auf allen Dächern und Gassen, überall in Moab wird man klagen; denn ich habe Moab zerbrochen wie ein Gefäß, das niemand haben will, spricht der HERR. 39O wie ist es zerschlagen, wie heulen sie! Wie haben sie schimpflich den Rücken gewandt! Moab ist zum Spott und zum Bild des Schreckens geworden allen, die ringsum wohnen. 40Denn so spricht der HERR: Siehe, Jeremia 49,22 er fliegt daher wie ein Adler und breitet seine Flügel aus über Moab. 41Die Städte sind erobert, und die Festungen sind eingenommen, und das Herz der Helden in Moab wird an jenem Tage sein wie das Herz einer Frau in Kindsnöten. 42Denn Moab muß vertilgt werden, daß es kein Volk mehr sei, weil es sich gegen den HERRN erhoben hat. 43Jesaja 24,17 Schrecken, Grube und Schlinge über dich, du Volk von Moab! spricht der HERR. 44Wer dem Schrecken entflieht, der wird in die Grube fallen, und wer aus der Grube herauskommt, der wird in der Schlinge gefangen werden; denn ich will über Moab kommen lassen das Jahr seiner Heimsuchung, spricht der HERR. 45Erschöpft suchen die Entronnenen Zuflucht im Schatten von Heschbon; aber 4.Mose 21,28 es wird ein Feuer aus Heschbon und eine Flamme aus dem Hause Sihon ausgehen, welche die Schläfe Moabs verzehren wird und den Scheitel der kriegerischen Leute.

46Weh dir, Moab! Verloren ist das Volk des Kemosch; denn man hat deine Söhne und Töchter genommen und gefangen weggeführt. 47Aber in der letzten Zeit will ich das Geschick Moabs wenden, spricht der HERR. Das sei gesagt von der Strafe über Moab.

49Weissagung gegen Ammon(vgl. Hes 25,2-7; Am 1,13-15; Zef 2,8-11)
1Wider die Ammoniter. So spricht der HERR: Hat denn Israel keine Kinder, oder hat es keinen Erben? Warum besitzt denn 1.Könige 11,5 Milkom das Land Gad, und warum wohnt sein Volk in dessen Städten? 2Darum siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, daß ich will ein Kriegsgeschrei erschallen lassen über Rabba, die Stadt der Ammoniter, und es soll zu einem wüsten Schutthügel werden, und seine Tochterstädte sollen in Brand gesteckt werden. Aber Israel soll seine Besitzer besitzen, spricht der HERR. 3Heule, Heschbon! denn Ai ist verwüstet. Schreit, ihr Töchter von Rabba, und zieht den Sack an; klaget und lauft hin und her mit Ritzwunden! Denn Milkom wird gefangen weggeführt samt seinen Priestern und Fürsten. 4Was rühmst du dich deines Tales, deines wasserreichen Tales, du ungehorsame Tochter, die du dich auf deine Schätze verläßt und sprichst in deinem Herzen: Wer darf sich an mich machen? 5Siehe, spricht Gott, der HERR Zebaoth, ich will Schrecken über dich kommen lassen von allen, die um dich her wohnen; ihr sollt in alle Richtungen versprengt werden, und niemand wird die Flüchtigen sammeln. 6Aber danach Jeremia 48,47 will ich wieder wenden das Geschick Ammons, spricht der HERR. 7Wider Edom. So spricht der HERR Zebaoth: Ist denn keine Weisheit mehr in Teman? Ist denn kein Rat mehr bei den Klugen? Ist ihnen die Weisheit ausgegangen? 8Flieht, wendet euch und verkriecht euch tief, ihr Bürger von Dedan! Denn ich lasse Unheil über Esau kommen, die Zeit seiner Heimsuchung. 9Es sollen Winzer über dich kommen, die keine Nachlese übriglassen, und Diebe sollen des Nachts über dich kommen, die sollen nach Herzenslust verwüsten. 10Denn ich habe Esau entblößt und seine Verstecke aufgedeckt, daß er sich nicht verbergen kann. Seine Söhne, seine Brüder und seine Nachbarn sind vernichtet, daß keiner von ihnen mehr da ist. 11Verlaß nur deine Waisen, ich will sie am Leben erhalten, und deine Witwen sollen auf mich hoffen.

12Denn so spricht der HERR: Siehe, die es nicht verdient hatten, den Kelch zu trinken, müssen trinken, und du solltest ungestraft bleiben? Du sollst nicht ungestraft bleiben, sondern du mußt auch trinken. Jeremia 25,15Psalm 137,7 13Denn ich habe bei mir selbst geschworen, spricht der HERR, daß Bozra zum Entsetzen, zur Schmach, zur Wüste und zum Fluch werden soll und alle seine Städte zur ewigen Wüste.

14Ich hab eine Kunde vernommen vom HERRN, ein Bote ist unter die Völker gesandt: Sammelt euch und kommt her wider Edom; macht euch auf zum Kampf! 15Denn siehe, ich will dich gering machen unter den Völkern und verachtet unter den Menschen. 16Daß die andern dich fürchten, hat dich verführt, und dein Herz ist hochmütig, weil du in Felsenklüften wohnst und hohe Gebirge innehast. Wenn du auch dein Nest so hoch machtest wie der Adler, dennoch will ich dich von dort herunterstürzen, spricht der HERR. 17Also soll Edom wüst werden, daß alle, die vorübergehen, sich entsetzen und spotten über alle seine Plagen. 18Gleichwie Sodom und Gomorra samt ihren Nachbarn zerstört wurden, spricht der HERR, so soll auch dort niemand wohnen noch ein Mensch darin hausen. Jeremia 50,40Jesaja 1,9 19Jeremia 50,44 Siehe, er kommt herauf wie ein Löwe aus dem Dickicht des Jordans in die Auen; denn ich will sie eilends daraus wegtreiben und den, der erwählt ist, darüber setzen. Denn wer ist mir gleich, wer will mich meistern, und wer ist der Hirte, der mir widerstehen kann?

20So höret nun den Ratschluß des HERRN, den er über Edom gefaßt hat, und seine Gedanken, die er über die Einwohner von Teman hat. Was gilt's? Wird man sie nicht fortschleifen mit den geringsten ihrer Schafe, werden ihretwegen nicht ihre Auen veröden? 21Vom Krachen ihres Sturzes erbebt die Erde, und ihr Geschrei wird man am Schilfmeer hören. 22Siehe, Jeremia 48,40 er fliegt herauf wie ein Adler und breitet seine Flügel aus über Bozra. Zu der Zeit wird das Herz der Helden in Edom sein wie das Herz einer Frau in Kindsnöten.

Weissagung gegen Damaskus(vgl. Jes 17,1-3; Am 1,3-5)
23Wider Damaskus. Hamat und Arpad sind zuschanden geworden; sie sind verzagt, denn sie hören ein böses Gerücht. Ihr Herz bebt vor Sorge; sie sind so erschrocken, daß sie nicht Ruhe finden können. 24Damaskus ist verzagt und wendet sich zur Flucht; es zittert und ist in Ängsten und Schmerzen wie eine Frau in Kindsnöten. 25Wie ist sie nun verlassen, die berühmte und fröhliche Stadt! 26Darum wird ihre junge Mannschaft auf ihren Gassen fallen, und alle ihre Kriegsleute werden umkommen zur selben Zeit, spricht der HERR Zebaoth. 27Und ich will an die Mauern von Damaskus Feuer legen, daß es die Paläste Ben-Hadads verzehren soll.

Weissagungen gegen arabische Stämme
28Wider Jesaja 21,16 Kedar und die Königreiche von Josua 11,10 Hazor, die Nebukadnezar, der König von Babel, schlug. So spricht der HERR: Wohlauf, ziehet herauf gegen Kedar und vernichtet, die im Osten wohnen! 29Man wird ihnen ihre Zelte und Herden nehmen, ihre Zeltdecken, alle Geräte und Kamele wegführen und über sie rufen: Jeremia 20,3 Schrecken um und um!

30Fliehet, hebt euch eilends davon, verkriecht euch tief, ihr Einwohner von Hazor! spricht der HERR; denn Nebukadnezar, der König von Babel, hat etwas im Sinn wider euch und plant etwas gegen euch. 31Wohlauf, ziehet herauf wider ein Volk, das ruhig und sicher wohnt! spricht der HERR; sie haben weder Tür noch Riegel und wohnen allein. 32Ihre Kamele sollen geraubt und die Menge ihres Viehs genommen werden, und in alle Winde will ich die zerstreuen, die Jeremia 25,23 das Haar rundherum abscheren, und von allen Seiten her will ich ihr Unglück über sie kommen lassen, spricht der HERR; 33daß Hazor eine Wohnung der Schakale und eine ewige Wüste werden soll, so daß niemand dort wohne und kein Mensch darin hause. Jeremia 49,13

Weissagung gegen Elam
34Dies ist das Wort des HERRN, das geschah zu Jeremia, dem Propheten, wider Jeremia 25,25 Elam im Anfang der Herrschaft Zedekias, des Königs von Juda: 35So spricht der HERR Zebaoth: Siehe, ich will den Jesaja 22,6 Bogen Elams zerbrechen, seine stärkste Waffe, 36und will die vier Winde von den vier Enden des Himmels über sie kommen lassen und will sie in alle diese Winde zerstreuen, so daß es kein Volk geben soll, wohin nicht Vertriebene aus Elam kommen werden. 37Und ich will Elam verzagt machen vor seinen Feinden und vor denen, die ihnen nach dem Leben trachten, und will Unheil über sie kommen lassen in meinem grimmigen Zorn, spricht der HERR, und will das Schwert hinter ihnen her schicken, bis ich sie aufreibe. Hesekiel 32,24 38Meinen Thron will ich in Elam aufstellen und will dort den König und die Fürsten umbringen, spricht der HERR. 39Aber in der letzten Zeit will ich das Geschick Elams wieder wenden, spricht der HERR.

50Weissagung vom Untergang Babels und von der Erlösung Israels(vgl. Jes 13; 14)
1Jesaja 46,1 Dies ist das Wort, das der HERR durch den Propheten Jeremia geredet hat wider Babel und das Land der Chaldäer: 2Verkündet's unter den Völkern und laßt's erschallen, richtet das Banner auf! Laßt's erschallen und verbergt es nicht und sprecht: Babel ist genommen, Bel ist zuschanden, Merodach ist zerschmettert; ihre Götzen sind zuschanden, ihre Götterbilder sind zerschmettert! 3Denn es zieht von Norden ein Volk heran gegen sie, das ihr Land zur Wüste macht, so daß niemand darin wohnen wird, sondern Menschen und Vieh daraus fliehen werden.

4In jenen Tagen und zur selben Zeit, spricht der HERR, Jeremia 31,9 werden kommen die Leute von Israel samt den Leuten von Juda und weinend umherziehen und den HERRN, ihren Gott, suchen. 5Sie werden fragen nach dem Wege nach Zion und sich dorthin kehren: „Kommt, wir wollen uns dem HERRN zuwenden Jeremia 32,40 zu einem ewigen Bunde, der nimmermehr vergessen werden soll!“ 6Denn mein Volk ist wie Jeremia 23,1 eine verlorne Herde. Ihre Hirten haben sie verführt und auf den Bergen in die Irre gehen lassen, daß sie über Berge und Hügel gehen mußten und ihren Ruheplatz vergaßen. 7Es fraßen sie alle, die sie antrafen, und ihre Feinde sprachen: Wir tun nicht unrecht! Denn sie haben sich versündigt an dem HERRN, der rechten Weide, und an dem HERRN, der ihrer Väter Hoffnung war.

8Jeremia 51,6Jesaja 48,20 Fliehet aus Babel und zieht aus der Chaldäer Lande und macht's wie die Böcke vor der Herde! 9Denn siehe, ich will Völker in großen Scharen erwecken und aus dem Lande des Nordens gegen Babel heranführen; die sollen sich gegen die Stadt rüsten und sie auch einnehmen. Ihre Pfeile sind wie die eines guten Kriegers, der nicht mit leeren Händen zurückkehrt. 10Und das Chaldäerland soll ein Raub werden; alle, die es berauben, sollen satt werden, spricht der HERR. 11Wenn ihr euch auch freut und rühmt, daß ihr mein Erbteil geplündert habt, und hüpft wie die Kälber im Grase und wiehert wie die starken Rosse, 12so wird eure Mutter doch sehr zuschanden und, die euch geboren hat, zum Spott werden. Siehe, unter den Völkern soll sie die geringste sein, wüst, dürr und öde. 13Denn vor dem Zorn des HERRN wird sie unbewohnt und ganz wüst bleiben, so daß Jeremia 51,37 alle, die an Babel vorüberziehen, sich entsetzen werden und spotten über alle ihre Plagen. 14Stellt euch ringsum gegen Babel auf, all ihr Bogenschützen; schießt nach ihr, spart nicht an Pfeilen; denn sie hat wider den HERRN gesündigt. 15Erhebet das Kriegsgeschrei ringsum. Sie hat sich ergeben, ihre Pfeiler sind gefallen, ihre Mauern sind abgebrochen; denn so vergilt der HERR. Offenbarung 18,6 Übt Vergeltung an Babel, tut ihr, wie sie getan hat. 16Rottet aus von Babel den Sämann und den Schnitter in der Ernte! Vor dem mörderischen Schwert wird sich jeder zu seinem Volk wenden und in sein Land fliehen.

17Israel war eine zerstreute Herde, die die Löwen verscheucht haben. Zuerst fraß sie der König von Assyrien, danach nagte ihre Knochen ab Nebukadnezar, der König von Babel. 18Darum spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Siehe, ich will heimsuchen den König von Babel und sein Land, 2.Könige 19,35 gleichwie ich den König von Assyrien heimgesucht habe. 19Israel aber will ich wieder heim zu seiner Wohnung bringen, daß sie auf dem Karmel und in Baschan weiden und sich sättigen sollen auf dem Gebirge Ephraim und Gilead. 20Zur selben Zeit und in jenen Tagen wird man die Missetat Israels suchen, spricht der HERR, aber es wird keine da sein, und die Sünden Judas, aber es wird keine gefunden werden; denn Jeremia 33,7 ich will sie vergeben denen, die ich übrigbleiben lasse.

21Zieh heran gegen das Land Meratajim; zieh heran gegen die Einwohner von Pekod*; vertilge sie und vollziehe den Bann an ihren Nachkommen, spricht der HERR, und tu alles, was ich dir befohlen habe! *Meratajim bedeutet „Doppeltrotz“, Pekod „Heimsuchung“; gemeint ist Babel. 22Es ist ein Kriegsgeschrei im Lande und großer Jammer. 23Wie ist der Jeremia 51,20 Hammer der ganzen Welt zerbrochen und zerschlagen! Wie ist Babel zum Bild des Entsetzens geworden unter allen Völkern! 24Ich habe dir Fallen gestellt, Babel, und du hast dich darin gefangen, ehe du dich's versahst; du bist getroffen und ergriffen, denn du hast den HERRN herausgefordert. 25Der HERR hat sein Zeughaus aufgetan und die Waffen seines Zorns hervorgeholt; denn Gott, der HERR Zebaoth, hat etwas auszurichten in der Chaldäer Lande. 26Kommt her gegen dies Land von allen Enden, öffnet seine Kornhäuser, werft alles auf einen Haufen und vollzieht den Bann an ihm, daß nichts übrigbleibe! 27Tötet alle seine Stiere, führt sie hinab zur Schlachtbank! Weh ihnen, denn ihr Tag ist gekommen, die Zeit ihrer Heimsuchung! 28Man hört ein Geschrei der Flüchtigen und derer, die entronnen sind aus dem Lande Babel, daß sie verkünden zu Zion die Vergeltung des HERRN, unseres Gottes, die Vergeltung für seinen Tempel.

29Rufet viele wider Babel, belagert es ringsum, all ihr Bogenschützen, und laßt keinen davonkommen! Jeremia 50,15 Vergeltet Babel, wie es verdient hat; wie es getan hat, so tut ihm wieder! Denn es hat stolz gehandelt wider den HERRN, den Heiligen Israels. 30Darum soll seine junge Mannschaft fallen auf seinen Gassen, und alle seine Kriegsleute sollen umkommen an jenem Tage, spricht der HERR. 31Siehe, du Stolzer, ich will an dich, spricht Gott, der HERR Zebaoth; denn dein Tag ist gekommen, die Zeit deiner Heimsuchung. 32Da soll der Stolze stürzen und fallen, daß ihn niemand aufrichte. Ich will an seine Städte Feuer legen; das soll alles, was ringsumher ist, verzehren.

33So spricht der HERR Zebaoth: Siehe, die Leute von Israel samt den Leuten von Juda müssen Gewalt und Unrecht leiden; alle, die sie gefangen weggeführt haben, halten sie fest und wollen sie nicht loslassen. 34Aber ihr Erlöser ist stark, der heißt HERR Zebaoth; der wird ihre Sache so hinausführen, daß er das Land erbeben und die Einwohner von Babel erzittern läßt.

35Das Schwert soll kommen, spricht der HERR, über die Chaldäer und über die Einwohner von Babel und über ihre Fürsten und über ihre Weisen! 36Das Schwert soll kommen über ihre Wahrsager, daß sie zu Narren werden; das Schwert soll kommen über ihre Starken, daß sie verzagen! 37Das Schwert soll kommen über ihre Rosse und Wagen und über alles fremde Volk, das darin ist, daß sie Jeremia 51,30 zu Weibern werden! Das Schwert soll kommen über ihre Schätze, daß sie geplündert werden! 38Dürre soll kommen über ihre Wasser, daß sie versiegen! Denn es ist ein Götzenland, und an ihren schrecklichen Götzen sind sie toll geworden. 39Darum sollen Wüstentiere und wilde Hunde darin wohnen und die Strauße, und es soll nie mehr bewohnt werden und niemand darin hausen für und für. 40Gleichwie Gott Sodom und Gomorra samt ihren Nachbarn zerstört hat, spricht der HERR, soll niemand darin wohnen noch ein Mensch darin hausen. Jeremia 49,181.Mose 19,24

41Siehe, es kommt ein Volk Jeremia 1,14 von Norden her; viele Völker und viele Könige werden vom Ende der Erde sich aufmachen. 42Die haben Bogen und Speer; sie sind grausam und unbarmherzig; ihr Geschrei ist wie das Brausen des Meeres; sie reiten auf Rossen, gerüstet als Kriegsleute gegen dich, du Tochter Babel. Jeremia 6,23 43Wenn der König von Babel die Kunde von ihnen hören wird, so werden ihm die Hände niedersinken; ihm wird so angst und bange werden wie einer Frau in Kindsnöten.

44Jeremia 4,7 Siehe, er kommt herauf wie ein Löwe aus dem Dickicht des Jordans in die Auen; denn ich will sie eilends daraus wegtreiben und den, der erwählt ist, darüber setzen. Denn wer ist mir gleich, wer will mich meistern, und wer ist der Hirte, der mir widerstehen kann?

45So hört nun den Ratschluß des HERRN, den er über Babel gefaßt hat, und seine Gedanken, die er hat über die Einwohner im Lande der Chaldäer! Was gilt's? Wird man sie nicht fortschleifen mit den geringsten ihrer Schafe, werden ihretwegen nicht ihre Auen veröden? 46Und die Erde wird beben von dem Ruf: Babel ist genommen!, und sein Wehgeschrei wird unter den Völkern erschallen.

51Weitere Weissagung vom Untergang Babels und von der Erlösung Israels
1So spricht der HERR: Siehe, ich will einen Verderben bringenden Wind erwecken wider Babel und wider seine Bewohner, die sich gegen mich erhoben haben. 2Ich will Jeremia 15,7 Worfler nach Babel schicken, die sie worfeln sollen und ihr Land ausfegen, die von allen Seiten über sie kommen werden am Tage des Unheils. 3Ihre Schützen sollen nicht schießen, und ihre Geharnischten sollen sich nicht wehren können. Verschont nicht ihre junge Mannschaft, vollstreckt den Bann an ihrem ganzen Heer, 4daß die Erschlagenen daliegen im Lande der Chaldäer und die Erstochenen auf ihren Gassen! 5Aber Israel und Juda sollen nicht Jesaja 54,4 Witwen werden, verlassen von ihrem Gott, dem HERRN Zebaoth; denn das Land der Chaldäer hat sich sehr verschuldet Jeremia 50,29 am Heiligen Israels. 6Jeremia 50,8Offenbarung 18,4 Fliehet aus Babel, und rette ein jeder sein Leben, daß ihr nicht untergeht in seiner Schuld. Denn dies ist für den HERRN die Zeit der Rache, um ihm seine Taten zu vergelten.

7Ein Offenbarung 17,4 goldener Kelch, der alle Welt trunken gemacht hat, war Babel in der Hand des HERRN. Jeremia 25,15Offenbarung 18,3 Alle Völker haben von seinem Wein getrunken; darum sind die Völker so toll geworden. 8Wie plötzlich ist Jesaja 21,9 Babel gefallen und zerschmettert! Heulet über Babel, bringt Balsam für seine Wunden, ob es vielleicht geheilt werden könnte. 9Wir wollten Babel heilen; aber es wollte nicht geheilt werden. So laßt es fahren und laßt uns ein jeder in sein Land ziehen! Denn seine Strafe reicht bis an den Himmel und langt hinauf bis an die Wolken. 10Der HERR hat unsere Gerechtigkeit ans Licht gebracht. Kommt, laßt uns in Zion erzählen die Werke des HERRN, unseres Gottes!

11Ja, schärft nun die Pfeile und ergreift die Schilde! Jesaja 13,17 Der HERR hat den Mut der Könige von Medien erweckt; denn seine Gedanken stehen wider Babel, daß er es verderbe. Denn dies ist die Jeremia 50,28 Vergeltung des HERRN, die Vergeltung für seinen Tempel. 12Ja, erhebt nun das Banner gegen die Mauern von Babel, macht stark die Wachen, bestellt Wächter, legt einen Hinterhalt! Denn der HERR hat sich's vorgenommen und wird's auch tun, was er gegen die Einwohner von Babel geredet hat.

13Die du Offenbarung 17,1 an großen Wassern wohnst und große Schätze hast, dein Ende ist gekommen, dein Lebensfaden wird abgeschnitten! 14Der HERR Zebaoth hat bei sich geschworen: Wenn ich dich auch gefüllt habe mit Menschen wie mit Heuschrecken, so wird man doch über dich anstimmen den Ruf des Keltertreters.

15Jeremia 10,12 Er hat die Erde durch seine Kraft gemacht und den Erdkreis durch seine Weisheit bereitet und den Himmel ausgebreitet durch seinen Verstand. 16Wenn er donnert, so ist Wasser die Menge am Himmel. Psalm 135,7 Er läßt die Wolken heraufziehen vom Ende der Erde. Er macht die Blitze, daß es regnet, und läßt den Wind kommen aus seinen Vorratskammern. 17Alle Menschen aber sind Toren mit ihrer Kunst, und alle Goldschmiede stehen beschämt da mit ihren Bildern; denn ihre Götzen sind Trug und haben kein Leben. 18Sie sind nichts, ein Spottgebilde; sie müssen zugrunde gehen, wenn sie heimgesucht werden. 19Aber so ist der nicht, der Jakobs Reichtum ist, sondern er ist's, der alle Dinge schafft, und Israel ist sein Erbteil. Er heißt HERR Zebaoth.

20Du, Babel, warst Jeremia 50,23 mein Hammer, meine Kriegswaffe; durch dich habe ich Völker zerschmettert und Königreiche zerstört. 21Durch dich habe ich Rosse und Reiter zerschmettert, Wagen und Fahrer. 22Durch dich habe ich Männer und Frauen zerschmettert, Alte und Junge, Jünglinge und Jungfrauen. 23Durch dich habe ich Hirten und Herden zerschmettert, Bauern und Gespanne und Fürsten und Herren. 24Aber nun will ich Jeremia 50,29 Babel und allen Hiob 1,17 Bewohnern von Chaldäa vergelten alle ihre Bosheit, die sie an Zion begangen haben, vor euren Augen, spricht der HERR. 25Siehe, ich will an dich, du Berg des Verderbens, der du Verderben gebracht hast über alle Welt, spricht der HERR. Ich will meine Hand wider dich ausstrecken und dich von den Felsen herabwälzen und will einen verbrannten Berg aus dir machen, 26daß man weder Ecksteine noch Grundsteine aus dir nehmen kann, sondern eine ewige Wüste sollst du sein, spricht der HERR.

27Richtet auf das Banner auf Erden, blast die Posaune unter den Völkern! Jesaja 13,3 Heiligt die Völker zum Kampf gegen die Stadt Babel! Ruft wider sie die Königreiche Ararat, Minni und 1.Mose 10,3 Aschkenas! Sammelt Kriegsleute gegen sie, bringet Rosse herauf, zahlreich wie Heuschrecken! 28Heiligt die Völker zum Kampf gegen sie, die Könige von Medien samt allen ihren Fürsten und Herren und das ganze Land ihrer Herrschaft, 29daß das Land erbebt und erzittert; denn die Gedanken des HERRN wollen erfüllt werden wider Babel, daß er das Land Babel zur Wüste mache, in der niemand wohnt.

30Die Helden zu Babel werden nicht zu Felde ziehen, sondern in der Festung bleiben. Mit ihrer Stärke ist's aus, Jeremia 50,37 sie sind Weiber geworden; ihre Wohnungen sind in Brand gesteckt und ihre Riegel zerbrochen. 31Ein Läufer begegnet dem andern und ein Bote dem andern, um dem König von Babel anzusagen, daß seine Stadt genommen sei an allen Enden 32und die Furten besetzt seien und die Bollwerke verbrannt und die Kriegsleute verzagt. 33Denn so spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Die Tochter Babel ist wie eine Tenne, wenn man sie feststampft; es wird ihre Ernte gar bald kommen.

34„Nebukadnezar, der König von Babel, hat mich gefressen und umgebracht, er hat aus mir ein leeres Gefäß gemacht. Er hat mich verschlungen wie ein Drache, er hat seinen Bauch gefüllt mit meinen Kostbarkeiten; er hat mich vertrieben. 35Nun aber komme über Babel der Frevel, der an mir begangen ist und an meinem Fleische“, spricht die Einwohnerin von Zion, „und mein Blut komme über die Bewohner von Chaldäa“, spricht Jerusalem. 36Darum spricht der HERR: Siehe, ich will deine Sache führen und dich rächen. Ich will ihr Meer austrocknen und ihre Brunnen versiegen lassen. 37Und Babel soll zu Steinhaufen und zur Wohnung der Schakale werden, Jeremia 50,13 zum Bild des Entsetzens und zum Spott, daß niemand darin wohne. 38Sie sollen miteinander brüllen wie die Löwen und knurren wie die jungen Löwen. 39Wenn sie vor Gier brennen, will ich ihnen ein Mahl zurichten und will sie trunken machen, daß sie matt werden und zum ewigen Schlaf einschlafen, von dem sie nimmermehr aufwachen sollen, spricht der HERR. 40Ich will sie hinabführen wie Lämmer zur Schlachtbank, wie Widder und Böcke.

41Wie ist Jeremia 25,26 Scheschach gefallen und die in aller Welt Berühmte eingenommen! Wie ist Babel zum Bild des Entsetzens geworden unter den Heiden! 42Ein Meer ist über Babel gegangen, und mit der Menge seiner Wellen ist es bedeckt. 43Seine Städte sind zur Wüste und zu einem dürren, öden Lande geworden, zum Lande, darin niemand wohnt und das kein Mensch durchzieht. 44Ja, ich habe den Jeremia 50,2Jesaja 46,1 Bel zu Babel heimgesucht und habe aus seinem Rachen gerissen, was er verschlungen hatte. Und die Heiden sollen nicht mehr zu ihm laufen; denn es sind auch die Mauern von Babel zerfallen.

45Zieh aus von dort, mein Volk, und rette ein jeder sein Leben vor dem grimmigen Zorn des HERRN! 46Euer Herz könnte sonst weich werden und verzagen vor den Gerüchten, die man im Lande hören wird. Denn es wird in diesem Jahr ein Gerücht umgehen und danach im nächsten Jahr wieder ein Gerücht, und Gewalt wird im Lande sein und ein Herrscher wider den andern. 47Darum siehe, es kommt die Zeit, daß ich die Götzen zu Babel heimsuchen will und sein ganzes Land zuschanden werden soll und seine Erschlagenen darin liegen werden. 48Offenbarung 18,20 Himmel und Erde und alles, was darinnen ist, werden jauchzen über Babel, weil seine Verwüster von Norden gekommen sind, spricht der HERR. 49Und Babel muß fallen für die Erschlagenen Israels, wie für Babel gefallen sind die Erschlagenen der ganzen Erde.

50So ziehet nun hin, die ihr dem Schwert entronnen seid, und haltet euch nicht auf! Gedenkt des HERRN in fernem Lande und Psalm 137,5 laßt euch Jerusalem im Herzen sein! 51Wir waren zuschanden geworden, weil wir die Schmach hören mußten und Scham unser Angesicht bedeckte, weil die Fremden über das Heiligtum des Hauses des HERRN kamen. 52Darum siehe, die Zeit kommt, spricht der HERR, daß ich die Götzen Babels heimsuchen will, und im ganzen Lande sollen die tödlich Verwundeten stöhnen. 53Und wenn 1.Mose 11,4Jesaja 14,13 Babel zum Himmel emporstiege und seine Mauern unersteigbar hoch machte, so sollen doch Verwüster von mir über sie kommen, spricht der HERR.

54Man hört ein Geschrei aus Babel und einen großen Jammer aus der Chaldäer Lande; 55denn der HERR verwüstet Babel und vertilgt aus ihm das große Getümmel. Wellen brausen heran wie große Wasser, es erschallt ihr lautes Tosen; 56denn es ist über Babel der Verwüster gekommen. Seine Helden werden gefangen, seine Bogen werden zerbrochen; denn 5.Mose 32,39 der Gott der Vergeltung, der HERR, zahlt es ihnen heim. 57Ich will seine Fürsten, Weisen, Herren und Hauptleute und seine Krieger trunken machen, daß sie zu ewigem Schlaf einschlafen sollen, von dem sie nie mehr aufwachen, spricht der König, der da heißt HERR Zebaoth.

58So spricht der HERR Zebaoth: Die Mauern des großen Babel sollen geschleift und seine hohen Tore mit Feuer verbrannt werden, daß die Arbeit der Heiden umsonst sei und Habakuk 2,13 dem Feuer verfalle, was die Völker mit Mühe erbaut haben.

59Dies ist das Wort, das der Prophet Jeremia befahl Seraja, dem Sohn Jeremia 36,4 Nerijas, des Sohnes Machsejas, als er mit Zedekia, dem König von Juda, nach Babel zog im vierten Jahr seiner Herrschaft. Und Seraja war der Marschall für die Reise. 60Und Jeremia Jeremia 50,1 schrieb all das Unheil, das über Babel kommen sollte, in ein Buch, nämlich alle diese Worte, die wider Babel geschrieben sind. 61Und Jeremia sprach zu Seraja: Wenn du nach Babel kommst, so schaue zu und lies laut alle diese Worte 62und sprich: HERR, du hast geredet gegen diese Stätte, daß du sie ausrotten willst, so daß niemand darin wohne, weder Mensch noch Vieh, sondern daß sie immerdar wüst sei. 63Offenbarung 18,21 Und wenn du das Buch ausgelesen hast, so binde einen Stein daran und wirf's in den Euphrat 64und sprich: So soll Babel versinken und nicht wieder aufkommen von dem Unheil, das ich über sie bringen will, sondern soll vergehen.

521So weit hat Jeremia geredet.

Nochmaliger Bericht von der Zerstörung Jerusalems und der Wegführung indie Gefangenschaft(vgl. Kap 39,1-10; 2. Kön 24,18 - 25,21; 2. Chr 36,11-21)
2Und er tat, was dem HERRN mißfiel, gleichwie Jojakim getan hatte. 3Denn so geschah es mit Jerusalem und Juda um des Zornes des HERRN willen, bis er sie von seinem Angesicht wegstieß. Zedekia fiel ab vom König von Babel. 4Im neunten Jahr seiner Herrschaft, am zehnten Tage des zehnten Monats, kam Nebukadnezar, der König von Babel, mit seinem ganzen Heer vor Jerusalem, und sie belagerten es und machten Bollwerke ringsumher. 5Und die Stadt blieb belagert bis ins elfte Jahr des Königs Zedekia. 6Aber am neunten Tage des vierten Monats nahm der Hunger überhand in der Stadt, und das Volk des Landes hatte nichts mehr zu essen. 7Da brach man in die Stadt, und alle Kriegsleute wandten sich zur Flucht und zogen zur Stadt hinaus bei Nacht durch das Tor zwischen den zwei Mauern auf dem Wege, der zum Garten des Königs geht. Aber die Chaldäer lagen rings um die Stadt her. Und als sie den Weg zum Jordantal nahmen, 8jagte das Heer der Chaldäer dem König nach, und sie holten Zedekia ein im Jordantal von Jericho. Da zerstreute sich sein ganzes Heer. 9Und sie nahmen den König gefangen und brachten ihn hinauf zum König von Babel nach Ribla, das im Lande Hamat liegt; der sprach das Urteil über ihn. 10Allda ließ der König von Babel die Söhne Zedekias vor dessen Augen töten und tötete auch alle Oberen von Juda in Ribla. 11Aber Zedekia ließ er die Augen ausstechen und ihn in Ketten legen. So Jeremia 32,5 führte ihn der König von Babel nach Babel und legte ihn ins Gefängnis, bis er starb.

12Am zehnten Tage des fünften Monats, das ist das neunzehnte Jahr Nebukadnezars, des Königs von Babel, kam Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, der stets um den König von Babel war, nach Jerusalem 13und verbrannte das Haus des HERRN und das Haus des Königs und alle Häuser von Jerusalem; alle großen Häuser verbrannte er mit Feuer. 14Und das ganze Heer der Chaldäer, das bei dem Obersten der Leibwache war, riß alle Mauern Jerusalems ringsumher nieder. 15Aber das niedere Volk und was vom Volk noch übrig war in der Stadt und die zum König von Babel abgefallen waren und was übriggeblieben war von den Werkleuten, führte Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, gefangen weg. 16Vom niederen Volk auf dem Lande ließ Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, Weingärtner und Ackerleute zurück.

17Aber die kupfernen Säulen am Hause des HERRN und die Gestelle und das kupferne Meer am Hause des HERRN zerbrachen die Chaldäer und brachten alles Kupfer nach Babel. Jeremia 27,19 18Und die Töpfe, Schaufeln, Messer, Becken, Schalen und alle kupfernen Gefäße, die man im Gottesdienst zu gebrauchen pflegte, nahmen sie weg. 191.Könige 7,15 Dazu nahm der Oberste der Leibwache, was golden und silbern war an Bechern, Räuchergefäßen, Becken, Töpfen, Leuchtern, Löffeln und Schalen. 20Die zwei Säulen, das Meer, die zwölf kupfernen Rinder darunter und die Gestelle, welche der König Salomo hatte machen lassen für das Haus des HERRN - das Kupfer aller dieser Geräte war unermeßlich viel. 21Von den zwei Säulen aber war jede achtzehn Ellen hoch; eine Schnur, zwölf Ellen lang, reichte um sie herum; jede Säule war vier Finger dick und inwendig hohl. 22Auf jeder stand ein kupferner Knauf, fünf Ellen hoch, und ein Gitterwerk und Granatäpfel waren an jedem Knauf ringsumher, alles aus Kupfer; und eine Säule war wie die andere, die Granatäpfel auch. 23Es waren sechsundneunzig Granatäpfel daran; im ganzen waren es hundert Granatäpfel rings um das Gitterwerk herum.

24Und der Oberste der Leibwache nahm den obersten Priester Seraja und den zweitobersten Priester Zefanja und die drei Hüter der Schwelle 25und aus der Stadt einen Kämmerer, der über die Kriegsleute gesetzt war, und sieben Männer, welche stets um den König sein mußten, die man in der Stadt fand, dazu den Schreiber des Feldhauptmanns, der das Volk des Landes zum Heer aufbot, und sechzig Mann vom Volk des Landes, die man in der Stadt fand; 26diese nahm Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, und brachte sie zum König von Babel nach Ribla. 27Und der König von Babel schlug sie tot zu Ribla, das im Lande Hamat liegt. So wurde Juda aus seinem Lande weggeführt.

28Dies ist das Volk, das Nebukadnezar weggeführt hat: im siebenten Jahr 3023 Judäer; 29im achtzehnten Jahr aber des Nebukadnezar 832 Leute aus Jerusalem; 30und im dreiundzwanzigsten Jahr des Nebukadnezar führte Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, 745 Leute aus Juda weg. Alle zusammen sind 4600.

Begnadigung des Königs Jojachin(vgl. 2. Kön 25,27-30)
31Aber im siebenunddreißigsten Jahr, nachdem Jojachin, der König von Juda, weggeführt war, am fünfundzwanzigsten Tage des zwölften Monats ließ Evil- Merodach, der König von Babel, im Jahr, da er König wurde, Jojachin, den König von Juda, aus dem Kerker holen 32und redete freundlich mit ihm und setzte seinen Sitz über die Sitze der Könige, die bei ihm in Babel waren. 33Und Jojachin legte die Kleider seiner Gefangenschaft ab und aß bei dem König sein Leben lang. 34Und ihm wurde stets sein Unterhalt vom König von Babel gegeben, wie es für ihn verordnet war, sein ganzes Leben lang bis an sein Ende.