Der Brief an die Hebräer1¶1Nachdem Gott vorzeiten vielfach und auf vielerlei Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten,
2hat er in diesen letzten Tagen zu uns geredet durch den Sohn, den er eingesetzt hat zum
Erben über alles, 
durch den er auch die Welt gemacht hat.
3Er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens und trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort und
hat vollbracht die Reinigung von den Sünden und
hat sich gesetzt zur Rechten der Majestät in der Höhe Weish 7,26; 2. Kor 4,4; Kol 1,15
4und ist
so viel höher geworden als die Engel, wie der Name, den er ererbt hat,
höher ist als ihr Name.
5Denn zu welchem Engel hat Gott jemals gesagt (Psalm 2,7): „Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt“? und wiederum (2. Samuel 7,14): „Ich werde sein Vater sein, und er wird mein Sohn sein“?
6Und wenn er den
Erstgeborenen wieder einführt in die Welt, spricht er (Psalm 97,7): „Und es sollen ihn alle Engel Gottes anbeten.“
7Von den Engeln spricht er zwar (Psalm 104,4): „Er macht seine Engel zu Winden und seine Diener zu Feuerflammen“,
8aber von dem Sohn (Psalm 45,7.8): „Gott, dein Thron währt von Ewigkeit zu Ewigkeit, und das Zepter der Gerechtigkeit ist das Zepter deines Reiches.
9Du hast geliebt die Gerechtigkeit und gehaßt die Ungerechtigkeit; darum hat dich, oh Gott, dein Gott gesalbt mit Freudenöl wie keinen deinesgleichen.“
10Und (Psalm 102,26-28): „Du, Herr, hast am Anfang die Erde gegründet, und die Himmel sind deiner Hände Werk.
11Sie werden vergehen, du aber bleibst. Sie werden alle veralten wie ein Gewand;
12und wie einen Mantel wirst du sie zusammenrollen, wie ein Gewand werden sie gewechselt werden. Du aber bist derselbe, und deine Jahre werden nicht aufhören.“
13Zu welchem Engel aber hat er jemals gesagt (Psalm 110,1): „Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße mache“?
14Sind sie nicht allesamt 
dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienst um derer willen, die das Heil ererben sollen?
2¶1Darum sollen wir desto mehr achten auf das Wort, das wir hören, damit wir nicht am Ziel vorbeitreiben.
2Denn wenn das Wort fest war, das 
durch die Engel gesagt ist, und jede Übertretung und jeder Ungehorsam den rechten Lohn empfing,
3wie wollen wir entrinnen, 
wenn wir ein so großes Heil nicht achten, das seinen Anfang nahm mit der Predigt des Herrn und bei uns bekräftigt wurde durch die, die es gehört haben?
4Und Gott hat dazu Zeugnis gegeben durch 
Zeichen, Wunder und
mancherlei mächtige Taten und durch die Austeilung des heiligen Geistes nach seinem Willen.
Die Erniedrigung und Erhöhung Christi
¶5Denn nicht den Engeln hat er untertan gemacht die zukünftige Welt, von der wir reden.
6Es bezeugt aber einer an einer Stelle und spricht (Psalm 8,5-7): „Was ist der Mensch, daß du seiner gedenkst, und des Menschen Sohn, daß du auf ihn achtest?
7Du hast ihn eine kleine Zeit niedriger sein lassen als die Engel; mit Preis und Ehre hast du ihn gekrönt;
8alles hast du unter seine Füße getan.“ Wenn er ihm alles unter die Füße getan hat, so hat er nichts ausgenommen, was ihm nicht untertan wäre. Jetzt aber sehen wir noch nicht, daß ihm alles untertan ist.
9Den aber, der „eine kleine Zeit niedriger gewesen ist als die Engel“, Jesus, sehen wir durch das Leiden des Todes „gekrönt mit Preis und Ehre“; denn durch Gottes Gnade sollte er für alle den Tod schmecken.
10Denn es ziemte sich für den, um dessentwillen alle Dinge sind und durch den alle Dinge sind, daß er den, der viele Söhne zur Herrlichkeit geführt hat,
den Anfänger ihres Heils, durch Leiden vollendete.
11Denn weil sie alle von einem kommen, beide,
der heiligt und die geheiligt werden, darum schämt er sich auch nicht, sie Brüder zu nennen,
12und spricht (Psalm 22,23): „Ich will deinen Namen verkündigen meinen Brüdern und mitten in der Gemeinde dir lobsingen.“
13Und wiederum (Jesaja 8,17): „Ich will mein Vertrauen auf ihn setzen“; und wiederum (Jesaja 8,18): „Siehe, hier bin ich und die Kinder, die mir Gott gegeben hat.“
14Weil nun die Kinder von Fleisch und Blut sind, hat auch er's gleichermaßen angenommen, damit er durch seinen Tod 
die Macht nähme dem, der Gewalt über den Tod hatte, nämlich dem Teufel,
15und die erlöste, die durch Furcht vor dem Tod im ganzen Leben Knechte sein mußten.
16Denn er nimmt sich nicht der Engel an, sondern der Kinder Abrahams nimmt er sich an.
17Daher mußte er in allem
seinen Brüdern gleich werden, damit er barmherzig würde und ein treuer Hoherpriester vor Gott, zu sühnen die Sünden des Volkes.
18Denn worin er selber gelitten hat und
versucht worden ist, kann er helfen denen, die versucht werden.
3Christus höher als Mose
¶1Darum, ihr heiligen Brüder, die ihr teilhabt an der himmlischen Berufung, schaut auf den Apostel und
Hohenpriester, den wir bekennen, Jesus,
2der da treu ist dem, der ihn gemacht hat, wie auch
Mose in Gottes ganzem Hause.
3Er ist aber größerer Ehre wert als Mose, so wie der Erbauer des Hauses größere Ehre hat als das Haus.
4Denn jedes Haus wird von jemandem erbaut; der aber alles erbaut hat, das ist Gott.
5Und Mose zwar war treu in Gottes ganzem Hause als Knecht, zum Zeugnis für das, was später gesagt werden sollte,
6Christus aber war treu als Sohn über Gottes Haus. 
Sein Haus sind wir, wenn wir das Vertrauen und den Ruhm der Hoffnung festhalten.
Die verwirkte Gottesruhe
¶7Darum, wie der heilige Geist spricht (Psalm 95,7-11):
„Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet,
8so verstockt eure Herzen nicht, wie es geschah bei der Verbitterung am Tage der 
Versuchung in der Wüste,
9wo mich eure Väter versuchten und prüften und hatten doch meine Werke gesehen vierzig Jahre lang.
10Darum wurde ich zornig über dieses Geschlecht und sprach: Immer irren sie im Herzen! Aber sie verstanden meine Wege nicht,
11so daß ich schwor in meinem Zorn: Sie sollen nicht zu meiner Ruhe kommen.“a
¶12Seht zu, liebe Brüder, daß keiner unter euch ein böses, ungläubiges Herz habe, das abfällt von dem lebendigen Gott;
13sondern
ermahnt euch selbst alle Tage, solange es „heute“ heißt, daß nicht jemand unter euch verstockt werde durch den Betrug der Sünde.
14Denn wir haben an Christus Anteil bekommen, wenn wir die Zuversicht
vom Anfang bis zum Ende festhalten.
15Wenn es heißt: „Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht, wie es bei der Verbitterung geschah“ -
16wer hat sie denn gehört und sich verbittert? Waren's nicht alle, die von Ägypten auszogen mit Mose?
17Und über wen war Gott zornig vierzig Jahre lang? War's nicht über die, die sündigten und 
deren Leiber in der Wüste zerfielen?
18Wem aber schwor er, daß sie nicht zu seiner Ruhe kommen sollten, wenn nicht den Ungehorsamen?
19Und wir sehen, daß sie nicht dahin kommen konnten wegen des Unglaubens.
4Die verheißene Gottesruhe
¶1So laßt uns nun mit Furcht darauf achten, daß keiner von euch etwa zurückbleibe, solange die Verheißung noch besteht, daß wir zu seiner Ruhe kommen.
2Denn es ist auch uns verkündigt wie jenen. Aber das Wort der Predigt half jenen nichts, weil sie nicht glaubten, als sie es hörten.
3Denn wir, die wir glauben, gehen ein in die Ruhe, wie er gesprochen hat (Psalm 95,11):
„Ich schwor in meinem Zorn: Sie sollen nicht zu meiner Ruhe kommen.“ Nun waren ja die Werke von Anbeginn der Welt fertig;
4denn so hat er an einer andern Stelle gesprochen vom siebenten Tag (1. Mose 2,2): „Und Gott ruhte am siebenten Tag von allen seinen Werken.“
5Doch an dieser Stelle wiederum: „Sie sollen nicht zu meiner Ruhe kommen.“
¶6Da es nun bestehen bleibt, daß einige zu dieser Ruhe kommen sollen, und die, denen es zuerst verkündigt ist, nicht dahin gekommen sind wegen des Ungehorsams,
7bestimmt er abermals einen Tag, ein
„Heute“, und spricht nach so langer Zeit durch David, wie eben gesagt: „Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht.“
8Denn 
wenn Josua sie zur Ruhe geführt hätte, würde Gott nicht danach von einem andern Tag geredet haben.
9Es ist also noch eine Ruhe vorhanden für das Volk Gottes.
10Denn wer zu Gottes Ruhe gekommen ist,
der ruht auch von seinen Werken so wie Gott von den seinen.
11So laßt uns nun bemüht sein,
zu dieser Ruhe zu kommen, damit nicht jemand zu Fall komme durch den gleichen Ungehorsam.
¶12Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und
schärfer als jedes zweischneidige Schwert, und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens.
13Und kein Geschöpf ist vor ihm verborgen, sondern es ist alles bloß und aufgedeckt vor den Augen Gottes, dem wir Rechenschaft geben müssen.
Christus der wahre Hohepriester
¶14Weil wir denn einen großen 
Hohenpriester haben, Jesus, den Sohn Gottes, der die Himmel durchschritten hat, so
laßt uns festhalten an dem Bekenntnis.
15Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht könnte mit leiden mit unserer Schwachheit, sondern der
versucht worden ist in allem wie wir,
doch ohne Sünde.
16Darum laßt uns hinzutreten mit Zuversicht zu dem Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zu der Zeit, wenn wir Hilfe nötig haben. 
5¶1Denn jeder Hohepriester, der von den Menschen genommen wird, der wird eingesetzt für die Menschen zum Dienst vor Gott, damit er Gaben und Opfer darbringe für die Sünden.
2Er kann mitfühlen mit denen, die unwissend sind und irren, weil er auch selber Schwachheit an sich trägt.
3Darum muß er, wie für das Volk, so
auch für sich selbst opfern für die Sünden.
4Und niemand nimmt sich selbst die hohepriesterliche Würde, sondern
er wird von Gott berufen wie auch Aaron.
5So hat auch Christus sich nicht selbst die Ehre beigelegt, Hoherpriester zu werden, sondern der, der zu ihm gesagt hat (Psalm 2,7): „Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.“
6Wie er auch an anderer Stelle spricht (Psalm 110,4):
„Du bist ein Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.“
7Und
er hat in den Tagen seines irdischen Lebens Bitten und Flehen mit lautem Schreien und mit Tränen dem dargebracht, der ihn vom Tod erretten konnte; und er ist auch erhört worden, weil er Gott in Ehren hielt.
8So hat er, obwohl er Gottes Sohn war, doch an dem, was er litt,
Gehorsam gelernt.
9Und als er vollendet war, ist er für alle, die ihm gehorsam sind, der Urheber des ewigen Heils geworden,
10genannt von Gott ein Hoherpriester nach der Ordnung Melchisedeks.
Das Festhalten an der Verheißung
¶11Darüber hätten wir noch viel zu sagen; aber es ist schwer, weil ihr so harthörig geworden seid.
12Und ihr, die ihr längst Lehrer sein solltet, habt es wieder nötig, daß man euch die Anfangsgründe der göttlichen Worte lehre, und daß man euch 
Milch gebe und nicht feste Speise.
13Denn wem man noch Milch geben muß, der ist unerfahren in dem Wort der Gerechtigkeit, denn
er ist ein kleines Kind.
14Feste Speise aber ist für die Vollkommenen, die durch den Gebrauch geübte Sinne haben und Gutes und Böses unterscheiden können.
6¶1Darum wollen wir jetzt lassen, was am Anfang über Christus zu lehren ist, und uns zum Vollkommenen wenden; wir wollen nicht abermals den Grund legen mit der Umkehr von den toten Werken, mit dem Glauben an Gott, 2mit der Lehre vom Taufen, vom Händeauflegen, von der Auferstehung der Toten und vom ewigen Gericht. 3Das wollen wir tun, wenn Gott es zuläßt.
¶4
Denn es ist unmöglich, die, die einmal erleuchtet worden sind und geschmeckt haben die himmlische Gabe und Anteil bekommen haben am heiligen Geist und geschmeckt haben
5das gute Wort Gottes und die Kräfte der zukünftigen Welt
6und dann doch abgefallen sind, wieder zu erneuern zur Buße, da sie für sich selbst den Sohn Gottes abermals kreuzigen und zum Spott machen.
7Denn die Erde, die den Regen trinkt, der oft auf sie fällt, und nützliche Frucht trägt denen, die sie bebauen, empfängt Segen von Gott.
8Wenn sie aber Dornen und Disteln trägt, bringt sie keinen Nutzen und ist dem Fluch nahe, so daß man sie zuletzt abbrennt.
¶9Obwohl wir aber so reden, ihr Lieben, sind wir doch überzeugt, daß es besser mit euch steht und ihr gerettet werdet.
10Denn Gott ist nicht ungerecht, daß er
vergäße euer Werk und die Liebe, die ihr seinem Namen erwiesen habt, indem ihr den Heiligen dientet und noch dient.
11Wir wünschen aber, daß jeder von euch denselben Eifer beweise, 
die Hoffnung festzuhalten bis ans Ende,
12damit ihr nicht träge werdet, sondern Nachfolger derer, die durch Glauben und Geduld die Verheißungen ererben.
¶13Denn als Gott dem Abraham die Verheißung gab, schwor er bei sich selbst, da er bei keinem Größeren schwören konnte,
14und sprach (1. Mose 22,16.17): „Wahrlich, ich will dich segnen und mehren.“
15Und so wartete Abraham in Geduld und erlangte die Verheißung.
16Die Menschen schwören ja bei einem Größeren, als sie selbst sind; und
der Eid dient ihnen zur Bekräftigung und macht aller Widerrede ein Ende.
17Darum hat Gott, als er den Erben der Verheißung noch kräftiger beweisen wollte, daß sein Ratschluß nicht wankt, sich noch mit einem Eid verbürgt.
18So sollten wir durch zwei Zusagen, die nicht wanken - denn es ist unmöglich, daß Gott lügt -, einen starken Trost haben, die wir unsre Zuflucht dazu genommen haben, festzuhalten an der angebotenen Hoffnung.
19Diese haben wir als einen sicheren und festen Anker unsrer Seele, der auch hineinreicht bis in das Innere
hinter dem Vorhang.
20Dahinein ist der Vorläufer für uns gegangen, Jesus, der ein
Hoherpriester geworden ist in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.
7Christus, der Hohepriester nach der Ordnung Melchisedeks
¶1
Dieser Melchisedek aber war König von Salem, Priester Gottes des Höchsten; er ging Abraham entgegen, als der vom Sieg über die Könige zurückkam, und segnete ihn;
2ihm gab Abraham auch den Zehnten von allem. Erstens heißt er übersetzt: König der Gerechtigkeit; dann aber auch: König von Salem, das ist: König des Friedens.
3Er ist ohne Vater, ohne Mutter, ohne Stammbaum, und hat weder Anfang der Tage noch Ende des Lebens.
So gleicht er dem Sohn Gottes und bleibt Priester in Ewigkeit.
4Seht aber, wie groß der ist, dem auch Abraham, der Erzvater, den Zehnten gab von der eroberten Beute.
5Zwar
haben auch die von den Söhnen Levis, die das Priestertum empfangen, nach dem Gesetz das Recht, den Zehnten zu nehmen vom Volk, also von ihren eigenen Brüdern, obwohl auch diese von Abraham abstammen.
6Der aber, der nicht von ihrem Stamm war, der nahm den Zehnten von Abraham und segnete den, der die Verheißungen hatte.
7Nun ist aber unwidersprochen, daß das Geringere vom Höheren gesegnet wird.
8Und hier nehmen den Zehnten sterbliche Menschen, dort aber einer, dem bezeugt wird, daß er lebt.
9Und sozusagen ist auch Levi, der doch selbst den Zehnten nimmt, in Abraham mit dem Zehnten belegt worden.
10Denn er sollte seinem Stammvater ja erst noch geboren werden, als Melchisedek diesem entgegenging.
¶11Wäre nun die Vollendung durch das levitische Priestertum gekommen - denn unter diesem hat das Volk das Gesetz empfangen -, wozu war es dann noch nötig, einen andern als Priester nach der Ordnung Melchisedeks einzusetzen, anstatt einen nach der Ordnung Aarons zu benennen?
12Denn wenn das Priestertum verändert wird, dann muß auch das Gesetz verändert werden.
13Denn der, von dem das gesagt wird, der ist von einem andern Stamm, von dem nie einer am Altar gedient hat.
14Denn es ist ja offenbar, daß unser Herr 
aus Juda hervorgegangen ist, zu welchem Stamm Mose nichts gesagt hat vom Priestertum.
15Und noch klarer ist es, wenn, in gleicher Weise wie Melchisedek, ein anderer als Priester eingesetzt wird,
16der es nicht geworden ist nach dem Gesetz äußerlicher Gebote, sondern nach der Kraft unzerstörbaren Lebens.
17Denn es wird bezeugt (Psalm 110,4):
„Du bist ein Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.“
18Denn damit wird das frühere Gebot aufgehoben - weil es zu schwach und nutzlos war;
19denn das Gesetz konnte nichts zur Vollendung bringen -, und eingeführt wird eine bessere Hoffnung, durch die wir uns zu Gott nahen.
20Und das geschah nicht ohne Eid. Denn jene sind ohne Eid Priester geworden,
21dieser aber durch den Eid dessen, der zu ihm spricht (Psalm 110,4): „Der Herr hat geschworen, und es wird ihn nicht gereuen: Du bist ein Priester in Ewigkeit.“
22So ist Jesus Bürge eines 
viel besseren Bundes geworden.
¶23Auch sind es viele, die Priester wurden, weil der Tod keinen bleiben ließ;
24dieser aber hat, weil er ewig bleibt, ein unvergängliches Priestertum.
25Daher kann er auch für immer selig machen, die durch ihn zu Gott kommen; denn er lebt für immer und 
bittet für sie.
26Denn einen solchen Hohenpriester mußten wir auch haben, der heilig, unschuldig, unbefleckt, von den Sündern geschieden und höher ist als der Himmel.
27Er hat es nicht nötig, wie jene Hohenpriester, täglich 
zuerst für die eigenen Sünden Opfer darzubringen und dann für die des Volkes; denn das hat er ein für allemal getan, als er sich selbst opferte.
28Denn das Gesetz macht Menschen zu Hohenpriestern, die Schwachheit an sich haben; dies Wort des Eides aber, das erst nach dem Gesetz gesagt worden ist, setzt den Sohn ein, der ewig und vollkommen ist.
8Der Mittler des neuen Bundes
¶1Das ist nun die Hauptsache bei dem, wovon wir reden: Wir haben einen solchen
Hohenpriester, der da sitzt zur Rechten des Thrones der Majestät im Himmel
2und ist ein Diener am Heiligtum und an der wahren Stiftshütte, die Gott aufgerichtet hat und nicht ein Mensch.
3Denn jeder Hohepriester wird eingesetzt, um Gaben und Opfer darzubringen. Darum muß auch dieser etwas haben, was er opfern kann.
4Wenn er nun auf Erden wäre, so wäre er nicht Priester, weil da schon solche sind, die nach dem Gesetz die Gaben opfern.
5Sie dienen aber nur
dem Abbild und Schatten des Himmlischen, wie die göttliche Weisung an Mose erging, als er die Stiftshütte errichten sollte (2. Mose 25,40): „Sieh zu“, sprach er, „daß du alles machst nach dem Bilde, das dir auf dem Berge gezeigt worden ist.“
¶6Nun aber hat er ein höheres Amt empfangen, wie er ja auch der Mittler eines
besseren Bundes ist, der auf bessere Verheißungen gegründet ist.
7Denn wenn der erste Bund untadelig gewesen wäre, würde nicht Raum für einen andern gesucht.
8Denn Gott tadelt sie und sagt (Jeremia 31,31-34): „Siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da will ich mit dem Haus Israel und mit dem Haus Juda
einen neuen Bund schließen,
9nicht wie der Bund gewesen ist,
den ich mit ihren Vätern schloß an dem Tage, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus Ägyptenland zu führen. Denn sie sind nicht geblieben in meinem Bund; darum habe ich auch nicht mehr auf sie geachtet, spricht der Herr.
10Denn das ist der Bund, den ich schließen will mit dem Haus Israel nach diesen Tagen, spricht der Herr: Ich will mein Gesetz geben in ihren Sinn, und in ihr Herz will ich es schreiben und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein.
11Und es wird keiner seinen Mitbürger lehren oder seinen Bruder und sagen: Erkenne den Herrn! Denn sie werden mich alle kennen von dem Kleinsten an bis zu dem Größten.
12Denn ich will gnädig sein ihrer Ungerechtigkeit, und ihrer Sünden will ich nicht mehr gedenken.“
13Indem er sagt: „einen neuen Bund“, erklärt er den ersten für veraltet. Was aber veraltet und überlebt ist, das ist seinem Ende nahe.
9Das einmalige Opfer Christi
¶1Es hatte zwar auch der erste Bund seine Satzungen für den Gottesdienst und sein irdisches Heiligtum.
2Denn es war da aufgerichtet die Stiftshütte: der vordere Teil, worin der
Leuchter war und der
Tisch und die
Schaubrote, und er heißt das Heilige;
3hinter dem zweiten Vorhang aber war der Teil der Stiftshütte, der das Allerheiligste heißt.
4

Darin waren das goldene Räuchergefäß und die Bundeslade, ganz mit Gold überzogen; in ihr waren der goldene Krug mit dem Himmelsbrot und der Stab Aarons, der gegrünt hatte, und die Tafeln des Bundes.
5Oben darüber aber waren die Cherubim der Herrlichkeit, die überschatteten den Gnadenthron. Von diesen Dingen ist jetzt nicht im einzelnen zu reden.
6Da dies alles so eingerichtet war,
gingen die Priester allezeit in den vorderen Teil der Stiftshütte und richteten den Gottesdienst aus.
7In den andern Teil aber ging nur
einmal im Jahr allein der Hohepriester, und das nicht ohne
Blut, das er opferte für die unwissentlich begangenen Sünden, die eigenen und die des Volkes.
8Damit macht der heilige Geist deutlich, daß der
Weg ins Heilige noch nicht offenbart sei, solange der vordere Teil der Stiftshütte noch bestehe;
9der ist ein Gleichnis für die gegenwärtige Zeit: es werden da Gaben und Opfer dargebracht, 
die nicht im Gewissen vollkommen machen können den, der den Gottesdienst ausrichtet.
10Dies sind nur äußerliche Satzungen über
Speise und Trank und verschiedene
Waschungen, die bis zu der Zeit einer besseren Ordnung auferlegt sind.
¶11Christus aber ist gekommen als ein Hoherpriester der zukünftigen Güter durch die größere und vollkommenere Stiftshütte, die nicht mit Händen gemacht ist, das ist: die nicht von dieser Schöpfung ist.
12Er ist auch nicht durch das Blut von Böcken oder Kälbern, sondern durch sein eigenes Blut ein für allemal in das Heiligtum eingegangen und hat eine ewige Erlösung erworben.
13Denn wenn schon das Blut von Böcken und Stieren und die Asche von der Kuh durch Besprengung die Unreinen heiligt, so daß sie äußerlich rein sind,
14um wieviel mehr wird dann das 

Blut Christi, der sich selbst als Opfer ohne Fehl durch den ewigen Geist Gott dargebracht hat, unser Gewissen
reinigen von den toten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott!
15Und darum ist er auch der 
Mittler des neuen Bundes, damit durch seinen Tod, der geschehen ist zur Erlösung von den Übertretungen unter dem ersten Bund, die Berufenen das verheißene ewige Erbe empfangen.
¶16Denn wo ein Testament* ist, da muß der Tod dessen geschehen sein, der das Testament gemacht hat. *Das griechische Wort für „Testament“ und „Bund“ ist das gleiche.
17Denn ein Testament tritt erst in Kraft mit dem Tode; es ist noch nicht in Kraft, solange der noch lebt, der es gemacht hat.
18Daher wurde auch der erste Bund nicht ohne Blut gestiftet.
19Denn als Mose alle Gebote gemäß dem Gesetz allem Volk gesagt hatte, nahm er das Blut von Kälbern und Böcken mit Wasser und Scharlachwolle und Ysop und besprengte das Buch und alles Volka
20und sprach (2. Mose 24,8): „Das ist das Blut des Bundes, den Gott euch geboten hat.“
21Und die Stiftshütte und alle Geräte für den Gottesdienst
besprengte er desgleichen mit Blut.
22Und es wird fast alles mit Blut gereinigt nach dem Gesetz, und
ohne Blutvergießen geschieht keine Vergebung.
¶23So also mußten die Abbilder der himmlischen Dinge gereinigt werden; die himmlischen Dinge selbst aber müssen bessere Opfer haben als jene.
24Denn Christus ist nicht eingegangen in das Heiligtum, das mit Händen gemacht und nur ein Abbild des wahren Heiligtums ist, sondern in den Himmel selbst, um jetzt 
für uns vor dem Angesicht Gottes zu erscheinen;
25auch nicht, um sich oftmals zu opfern, wie der Hohepriester alle Jahre mit fremdem Blut in das Heiligtum geht;
26sonst hätte er oft leiden müssen vom Anfang der Welt an. Nun aber, 
am Ende der Welt, ist er ein für allemal erschienen, durch sein eigenes Opfer
die Sünde aufzuheben.
27Und wie
den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht:
28so ist auch Christus einmal
geopfert worden, die Sünden vieler wegzunehmen; zum zweiten Mal wird er nicht der Sünde wegen erscheinen, sondern denen, die auf ihn warten, zum Heil.
10¶1Denn das Gesetz hat nur einen
Schatten von den zukünftigen Gütern, nicht das Wesen der Güter selbst. Deshalb kann es die, die opfern, nicht für immer vollkommen machen, da man alle Jahre die gleichen Opfer bringen muß.
2Hätte nicht sonst das Opfern aufgehört, wenn die, die den Gottesdienst ausrichten, ein für allemal rein geworden wären und sich kein Gewissen mehr gemacht hätten über ihre Sünden?
3Vielmehr geschieht dadurch
alle Jahre nur eine Erinnerung an die Sünden.
4Denn es ist unmöglich, durch das Blut von Stieren und Böcken Sünden wegzunehmen.
¶5Darum spricht er, wenn er in die Welt kommt (Psalm 40,7-9): „Opfer und Gaben hast du nicht gewollt; einen Leib aber hast du mir geschaffen.
6Brandopfer und Sündopfer gefallen dir nicht.
7Da sprach ich: Siehe, ich komme - im Buch steht von mir geschrieben -, daß ich tue, Gott, deinen Willen.“
8Zuerst hatte er gesagt: „Opfer und Gaben, Brandopfer und Sündopfer hast du nicht gewollt, sie gefallen dir auch nicht“, obwohl sie doch nach dem Gesetz geopfert werden.
9Dann aber sprach er: „Siehe, ich komme, zu tun deinen Willen.“ Da hebt er das erste auf, damit er das zweite einsetze.
10Nach diesem Willen sind wir
geheiligt ein für allemal durch das Opfer des Leibes Jesu Christi.
¶11Und jeder Priester steht
Tag für Tag da und versieht seinen Dienst und bringt oftmals die gleichen Opfer dar, die doch niemals die Sünden wegnehmen können.
12Dieser aber hat ein Opfer für die Sünden dargebracht, und sitzt nun für immer zur Rechten Gottes
13und wartet hinfort, bis
seine Feinde zum Schemel seiner Füße gemacht werden.
14Denn mit Opfer hat er für immer die vollendet, die geheiligt werden.
15Das bezeugt uns aber auch der heilige Geist. Denn nachdem der Herr gesagt hat (Jeremia 31,33.34): „
16Das ist der
Bund, den ich mit ihnen schließen will nach diesen Tagen“, spricht er: „Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn will ich es schreiben,
17und ihrer Sünden und ihrer Ungerechtigkeit will ich nicht mehr gedenken.“
18
Wo aber Vergebung der Sünden ist, da geschieht kein Opfer mehr für die Sünde.
Das Bekenntnis der Hoffnung
¶19Weil wir denn nun, liebe Brüder, durch das Blut Jesu die Freiheit haben zum 
Eingang in das Heiligtum,
20den er uns aufgetan hat als neuen und lebendigen
Weg durch den Vorhang, das ist: durch das Opfer seines Leibes,
21und haben einen Hohenpriester über das Haus Gottes,
22so
laßt uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen in vollkommenem Glauben, besprengt in unsern Herzen und los von dem bösen Gewissen und 
gewaschen am Leib mit reinem Wasser.
23
Laßt uns festhalten an dem Bekenntnis der Hoffnung und nicht wanken; denn er ist treu, der sie verheißen hat;
24und laßt uns aufeinander achthaben und uns anreizen zur Liebe und zu guten Werken,
25und nicht verlassen unsre Versammlungen, wie einige zu tun pflegen, sondern
einander ermahnen, und das um so mehr, als ihr seht,
daß sich der Tag naht.
¶26
Denn wenn wir mutwillig sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, haben wir hinfort kein andres Opfer mehr für die Sünden,
27sondern nichts als ein schreckliches Warten auf das Gericht und das gierige Feuer, das die Widersacher verzehren wird.
28Wenn jemand das Gesetz des Mose bricht,
muß er sterben ohne Erbarmen auf zwei oder drei Zeugen hin.
29Eine wieviel härtere Strafe, meint ihr, wird der verdienen, der den Sohn Gottes mit Füßen tritt und das Blut des Bundes für unrein hält, durch das er doch geheiligt wurde, und den Geist der Gnade schmäht?a
30Denn wir kennen den, der gesagt hat (5. Mose 32,35.36): „Die Rache ist mein, ich will vergelten“, und wiederum: „Der Herr wird sein Volk richten.“
31Schrecklich ist's, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen.
¶32Gedenkt aber der früheren Tage, an denen ihr,
nachdem ihr erleuchtet wart, erduldet habt einen großen Kampf des Leidens,
33indem ihr zum Teil selbst durch Schmähungen und Bedrängnisse zum
Schauspiel geworden seid, zum Teil Gemeinschaft hattet mit denen, welchen es so erging.
34Denn ihr habt mit den Gefangenen gelitten und den Raub eurer Güter mit Freuden erduldet, weil ihr wißt, daß ihr 
eine bessere und bleibende Habe besitzt.
35Darum werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat.
36
Geduld aber habt ihr nötig, damit ihr den Willen Gottes tut und das Verheißene empfangt.
37Denn „nur noch eine kleine Weile, so wird kommen, der da kommen soll, und wird nicht lange ausbleiben.
38Mein
Gerechter aber wird aus Glauben leben. Wenn er aber zurückweicht, hat meine Seele kein Gefallen an ihm“ (Habakuk 2,3.4).
39Wir aber
sind nicht von denen, die zurückweichen und verdammt werden, sondern von denen, die glauben und die Seele erretten.
11Der Glaubensweg im alten Bund
¶1Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.
2Durch diesen Glauben haben die Vorfahren Gottes Zeugnis empfangen.
3Durch den Glauben erkennen wir, daß
die Welt durch Gottes Wort geschaffen ist, so daß alles, was man sieht, aus nichts geworden ist.
¶4Durch den Glauben
hat Abel Gott ein besseres Opfer dargebracht als Kain; deshalb wurde ihm bezeugt, daß er gerecht sei, da Gott selbst es über seinen Gaben bezeugte; und durch den Glauben redet er noch, obwohl er gestorben ist.
5Durch den Glauben
wurde Henoch entrückt, damit er den Tod nicht sehe, und wurde nicht mehr gefunden, weil Gott ihn entrückt hatte; denn vor seiner Entrückung ist ihm bezeugt worden, daß er Gott gefallen habe.
6Aber ohne Glauben ist's unmöglich, Gott zu gefallen; denn wer zu Gott kommen will, der muß glauben, daß er ist und daß er denen, die ihn suchen, ihren Lohn gibt.
7Durch den Glauben
hat Noah Gott geehrt und die Arche gebaut zur Rettung seines Hauses, als er ein göttliches Wort empfing über das, was man noch nicht sah; durch den Glauben sprach er der Welt das Urteil und hat ererbt die Gerechtigkeit, die durch den Glauben kommt.
¶8
Durch den Glauben wurde Abraham gehorsam, als er berufen wurde, in ein Land zu ziehen, das er erben sollte; und er zog aus und wußte nicht, wo er hinkäme.
9Durch den Glauben ist er ein Fremdling gewesen in dem verheißenen Lande wie in einem fremden und wohnte in Zelten mit Isaak und Jakob, den Miterben derselben Verheißung.
10Denn er wartete auf die Stadt, die einen festen Grund hat, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist.
11Durch den Glauben empfing auch Sara, die unfruchtbar war, Kraft, Nachkommen hervorzubringen trotz ihres Alters; denn sie hielt den für treu, der es verheißen hatte.
12Darum sind auch von dem einen, dessen Kraft schon erstorben war, so viele gezeugt worden wie die Sterne am Himmel und wie der Sand am Ufer des Meeres, der unzählbar ist.
13Diese alle sind gestorben im Glauben und haben das Verheißene nicht erlangt, sondern es nur von ferne gesehen und gegrüßt und haben bekannt, daß sie 

Gäste und Fremdlinge auf Erden sind.
14Wenn sie aber solches sagen, geben sie zu verstehen, daß sie ein Vaterland suchen.
15Und wenn sie das Land gemeint hätten, von dem sie ausgezogen waren, hätten sie ja Zeit gehabt, wieder umzukehren.
16Nun aber sehnen sie sich nach einem besseren Vaterland, nämlich dem himmlischen. Darum schämt sich Gott ihrer nicht, ihr Gott zu heißen; denn er hat ihnen eine Stadt gebaut.
¶17Durch den Glauben 
opferte Abraham den Isaak, als er versucht wurde, und gab den einzigen Sohn dahin, als er schon die Verheißung empfangen hatte
18und ihm gesagt worden war (1. Mose 21,12): „Was von Isaak stammt, soll dein Geschlecht genannt werden.“
19Er dachte: Gott kann auch von den Toten erwecken; deshalb bekam er ihn auch als Gleichnis dafür wieder.
¶20
Durch den Glauben segnete Isaak den Jakob und den Esau im Blick auf die zukünftigen Dinge.
21Durch den Glauben segnete Jakob, als er starb, die beiden Söhne Josefs und
neigte sich anbetend über die Spitze seines Stabes.
22Durch den Glauben redete Josef, als er starb, vom Auszug der Israeliten und befahl, was mit seinen Gebeinen geschehen solle.
¶23
Durch den Glauben wurde Mose, als er geboren war, drei Monate verborgen von seinen Eltern, weil sie sahen, daß er ein schönes Kind war; und sie fürchteten sich nicht vor des Königs Gebot.
24Durch den Glauben wollte Mose, als er groß geworden war, nicht mehr als Sohn der Tochter des Pharao gelten,
25sondern wollte viel lieber mit dem Volk Gottes zusammen mißhandelt werden, als eine Zeitlang den Genuß der Sünde haben,
26und hielt die Schmach Christi für größeren Reichtum als die Schätze Ägyptens; denn er sah auf die Belohnung.
27Durch den Glauben verließ er Ägypten und fürchtete nicht den Zorn des Königs; denn er hielt sich an den, den er nicht sah, als sähe er ihn.
28Durch den Glauben hielt er das Passa und das Besprengen mit Blut, damit der Verderber ihre Erstgeburten nicht anrühre.
29Durch den Glauben gingen sie durchs Rote Meer wie über trockenes Land; das versuchten die Ägypter auch und ertranken.
¶30
Durch den Glauben fielen die Mauern Jerichos, als Israel sieben Tage um sie herumgezogen war.
31Durch den Glauben kam die
Hure Rahab nicht mit den Ungehorsamen um, weil sie die Kundschafter freundlich aufgenommen hatte.
¶32




Und was soll ich noch mehr sagen? Die Zeit würde mir zu kurz, wenn ich erzählen sollte von Gideon und Barak und Simson und Jeftah und David und Samuel und den Propheten.
33Diese haben durch den Glauben Königreiche bezwungen, Gerechtigkeit geübt, Verheißungen erlangt, Löwen den Rachen gestopft,
34des Feuers Kraft ausgelöscht, sind der Schärfe des Schwerts entronnen, aus der Schwachheit zu Kräften gekommen, sind stark geworden im Kampf und haben fremde Heere in die Flucht geschlagen.
35Frauen haben 
ihre Toten durch Auferstehung wiederbekommen. Andere aber sind gemartert worden und haben die Freilassung nicht angenommen, damit sie die Auferstehung, die besser ist, erlangten.
36Andere haben Spott und Geißelung erlitten, dazu 

Fesseln und Gefängnis.
37Sie sind
gesteinigt, zersägt, durchs Schwert getötet worden; sie sind umhergezogen in Schafpelzen und Ziegenfellen; sie haben Mangel, Bedrängnis, Mißhandlung erduldet.
38Sie, deren die Welt nicht wert war, sind umhergeirrt in Wüsten, auf Bergen, in Höhlen und Erdlöchern.
¶39Diese alle
haben durch den Glauben Gottes Zeugnis empfangen und doch nicht erlangt, was verheißen war,
40weil Gott etwas Besseres für uns vorgesehen hat; denn sie sollten nicht ohne uns vollendet werden.
12Der Glaubensweg der Christen
¶1Darum auch wir: Weil wir eine solche Wolke von Zeugen um uns haben,
laßt uns ablegen alles, was uns beschwert, und die Sünde, die uns ständig umstrickt, und laßt uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns bestimmt ist,
2und aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens, der, obwohl er hätte Freude haben können, das Kreuz erduldete und die Schande gering achtete und sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones Gottes. 
3Gedenkt an den, der soviel 
Widerspruch gegen sich von den Sündern erduldet hat, damit ihr nicht matt werdet und den Mut nicht sinken laßt.
¶4Ihr habt noch nicht bis aufs Blut widerstanden im Kampf gegen die Sünde
5und habt bereits den Trost vergessen, der zu euch redet wie zu seinen Kindern (Sprüche 3,11.12): „Mein Sohn, achte nicht gering die Erziehung des Herrn und verzage nicht, wenn du von ihm gestraft wirst.
6Denn
wen der Herr lieb hat, den züchtigt er, und er schlägt jeden Sohn, den er annimmt.“
7Es dient zu eurer Erziehung, wenn ihr dulden müßt. Wie mit seinen Kindern geht Gott mit euch um; denn wo ist ein Sohn, den der Vater nicht züchtigt?
8Seid ihr aber ohne Züchtigung, die doch alle erfahren haben, so seid ihr Ausgestoßene und nicht Kinder.
9Wenn unsre leiblichen Väter uns gezüchtigt haben und wir sie doch geachtet haben, sollten wir uns dann nicht viel mehr unterordnen dem geistlichen Vater, damit wir leben?
10Denn jene haben uns gezüchtigt für wenige Tage nach ihrem Gutdünken, dieser aber tut es zu unserm Besten, damit wir an seiner Heiligkeit Anteil erlangen.
11Jede Züchtigung aber, wenn sie da ist, scheint uns nicht Freude, sondern Leid zu sein; danach aber bringt sie als Frucht denen, die dadurch geübt sind, Frieden und Gerechtigkeit.
¶12Darum stärkt die müden Hände und die wankenden Knie
13und
macht sichere Schritte mit euren Füßen, damit nicht jemand strauchle wie ein Lahmer, sondern vielmehr gesund werde.
14Jagt dem 
Frieden nach mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird,
15und seht darauf, daß nicht jemand Gottes Gnade versäume; daß nicht etwa eine
bittere Wurzel aufwachse und Unfrieden anrichte und viele durch sie unrein werden;
16daß nicht jemand sei ein Abtrünniger oder Gottloser wie
Esau, der um der einen Speise willen seine Erstgeburt verkaufte.
17Ihr wißt ja, daß er
hernach, als er den Segen ererben wollte, verworfen wurde, denn er fand keinen Raum zur Buße, obwohl er sie mit Tränen suchte.
¶18Denn ihr seid nicht gekommen zu dem Berg, den man anrühren konnte und der mit Feuer brannte, und nicht in Dunkelheit und Finsternis und Ungewittera
19und nicht zum Schall der Posaune und zum Ertönen der Worte, bei denen
die Hörer baten, daß ihnen keine Worte mehr gesagt würden;
20denn sie konnten's nicht ertragen, was da gesagt wurde (2. Mose 19,13): „Und auch wenn ein Tier den Berg anrührt, soll es gesteinigt werden.“
21Und so schrecklich war die Erscheinung, daß Mose sprach (5. Mose 9,19): „Ich bin erschrocken und zittere.“
22Sondern ihr seid gekommen zu dem Berg Zion und zu der Stadt des lebendigen Gottes, dem 


himmlischen Jerusalem, und zu den
vielen tausend Engeln, und zu der Versammlung
23und Gemeinde der Erstgeborenen, die
im Himmel aufgeschrieben sind, und zu Gott, dem Richter über alle, und zu den Geistern der vollendeten Gerechten
24und zu dem
Mittler des neuen Bundes, Jesus, und zu dem Blut der Besprengung, das besser
redet als Abels Blut.
¶25Seht zu, daß ihr den nicht abweist, der da redet. Denn wenn jene nicht entronnen sind, die den abwiesen, der auf Erden redete, wieviel weniger werden wir entrinnen, wenn wir den abweisen, der vom Himmel redet. 
26Seine Stimme hat zu jener Zeit die Erde erschüttert, jetzt aber verheißt er und spricht (Haggai 2,6): „Noch einmal will ich erschüttern nicht allein die Erde, sondern auch den Himmel.“
27Dieses „Noch einmal“ aber zeigt an, daß das, was erschüttert werden kann, weil es geschaffen ist, verwandelt werden soll, damit allein das bleibe, was nicht erschüttert werden kann.
28Darum, weil wir ein unerschütterliches Reich empfangen, laßt uns dankbar sein und so Gott dienen mit Scheu und Furcht, wie es ihm gefällt;
29denn unser Gott ist ein verzehrendes Feuer. 
13Letzte Ermahnungen
¶1Bleibt fest in der 
brüderlichen Liebe.
2

Gastfrei zu sein, vergeßt nicht; denn dadurch haben einige ohne ihr Wissen 
Engel beherbergt.
3Denkt an die
Gefangenen, als wärt ihr Mitgefangene, und an die Mißhandelten, weil ihr auch noch im Leibe lebt.
¶4Die Ehe soll in Ehren gehalten werden bei allen und das Ehebett unbefleckt; denn die Unzüchtigen und die Ehebrecher wird Gott richten.
¶5Seid nicht geldgierig, und
laßt euch genügen an dem, was da ist. Denn der Herr hat gesagt (Josua 1,5): „Ich will dich nicht verlassen und nicht von dir weichen.“
6So können auch wir getrost sagen: „Der Herr ist mein Helfer, ich will mich nicht fürchten; was kann mir ein Mensch tun?“ (Psalm 118,6)
¶7Gedenkt an eure Lehrer, die euch das Wort Gottes gesagt haben; ihr Ende schaut an und folgt ihrem Glauben nach.
8Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit. 


9Laßt euch nicht
durch mancherlei und fremde Lehren umtreiben, denn es ist ein köstlich Ding, daß das Herz
fest werde, welches geschieht durch Gnade, 
nicht durch Speisegebote, von denen keinen Nutzen haben, die damit umgehen.
10Wir haben einen Altar, von dem zu essen kein Recht haben, die der Stiftshütte dienen.
11Denn die Leiber der Tiere, deren Blut durch den Hohenpriester als Sündopfer in das Heilige getragen wird, werden
außerhalb des Lagers verbrannt.
12Darum hat auch Jesus, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten 
draußen vor dem Tor.
13So laßt uns nun zu ihm hinausgehen aus dem Lager und seine 
Schmach tragen.
14Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern 
die zukünftige suchen wir.
15So laßt uns nun durch ihn Gott allezeit
das Lobopfer darbringen, das ist die
Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen.
16Gutes zu tun und mit andern zu teilen, vergeßt nicht; denn solche Opfer gefallen Gott.
17
Gehorcht euren Lehrern und folgt ihnen, denn sie wachen über eure Seelen - und dafür müssen sie
Rechenschaft geben -, damit sie das mit Freuden tun und nicht mit Seufzen; denn das wäre nicht gut für euch.
¶18
Betet für uns. Unser Trost ist, daß wir
ein gutes Gewissen haben, und wir wollen in allen Dingen ein ordentliches Leben führen.
19Um so mehr aber ermahne ich euch, dies zu tun, damit ich euch möglichst bald wiedergegeben werde.
Segenswunsch und Grüße
¶20Der Gott des Friedens aber, der den großen 
Hirten der Schafe, unsern Herrn Jesus, von den Toten heraufgeführt hat durch das Blut des ewigen Bundes,
21der mache euch tüchtig in allem Guten, zu tun seinen Willen, und schaffe in uns, was ihm gefällt, durch Jesus Christus, welchem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.
¶22Ich ermahne euch aber, liebe Brüder, nehmt dies Wort der Ermahnung an; ich habe euch ja nur kurz geschrieben. 23Wißt, daß unser Bruder Timotheus wieder frei ist; mit ihm will ich euch, wenn er bald kommt, besuchen. 24Grüßt alle eure Lehrer und alle Heiligen. Es grüßen euch die Brüder aus Italien. 25Die Gnade sei mit euch allen!